Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 759† St. Martini 1619

Beschreibung

Grabplatte des Jost Kale und der Emerentia Schrader. Der Stein lag auf der Nordseite der Kirche als Schwelle der Kirchentür hinter der Kanzel.1) Die Inschrift verlief zweizeilig um den Rand der Platte, außen die Grabschrift des Ehemannes, innen die Grabschrift der Ehefrau. Im Innenfeld befanden sich zwei Wappen.2)

Inschrift nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

  1. A

    Der Ehrenvester und wohlfuhrnehmer / Jost Kale Rathsverwanter dieser Stadt ist den 28 . Febr(uar) [ – – – / – – – ]/en der Seelen Gott gnedig seijn wolle

  2. B

    Der Ehrbaren und vieltugendreichen / Emerentia Schraders seine Eheliche Hausfrawe ist den 15 Sept(ember) / [ – – – ]/en in Gott entschlaffen Gott verleihe ihnen beijderseits eine fröliche Aufferstehung

Wappen:
Kale3)Schrader4)

Kommentar

Jost Kale und seine Ehefrau Emerentia Schrader stifteten den Taufsteindeckel in St. Martini (vgl. Nr. 751).

Emerentia Schrader starb am 15. Oktober 1617, Jost Kale am 28. Februar 1619.5) Einer im Dezember 1618 getroffenen testamentarischen Bestimmung des Jost Kale zufolge sollte die Werkstatt Georg Röttgers damit beauftragt werden, drei Grabplatten anzufertigen: Alß ich auch mit Georgen Rediger dem Bildthawer albereits geredt wie die drei leichstein uff meines sehl lieben Vattern Gerlach Kalen unnd meines Brudern Statij Calen beider Burgermeister wie auch mein unnd unser allerseits ehefrawen Gräber sollen gefertigt werden, So soll mein Instituierter Erbe gehalten und schuldig sein unseumblich und ernsteifrig zubeforderen das die fertigung und Niederlegung solcher grabsteine geschehe und hierin kein nachleßiger Vorzug einfallen möge.6)

Anmerkungen

  1. Schmidt, Martinskirche, S. 100.
  2. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 2 (o. P.).
  3. Wappen Kale (Schrägbalken mit drei Rosen belegt). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, ebd. Vgl. Reidemeister, Genealogien, Tafel S. 48/49.
  4. Wappen Schrader (bekrönter Löwenrumpf). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 2, S. 8 u. Tafel 7.
  5. Reidemeister, Genealogien, S. 89 u. 133.
  6. Sta Braunschweig, B I 23, Bd. 5, fol. 158v/159r.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 1 (o. P.) u. Teil 2 (o. P., Zeichnung); Bd. 3, p. 100f.
  2. Schmidt, Martinskirche,S. 101.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 759† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0075902.