Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 671† St. Andreas 1599

Beschreibung

Epitaph des Hans Rode. Das Epitaph hing ursprünglich an einem Pfeiler im westlichen Mittelschiff,1) vor dem Zweiten Weltkrieg an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs.2) Über den Verbleib des Epitaphs nach 1945 ist nichts bekannt. Im oberen Teil ein Gemälde, das den unter die Mörder Gefallenen und den barmherzigen Samariter darstellte. Unter dem Gemälde auf einem Fries die Inschrift A, darunter ein Gemälde, das den Verstorbenen und seine Ehefrau mit drei Söhnen und sechs Töchtern in Bethaltung darstellte. Die bereits verstorbenen Familienmitglieder, der Ehemann, zwei Söhne und fünf Töchter, waren durch ein Kreuz über dem Kopf gekennzeichnet. Unterhalb der Darstellung die in zwei Spalten angeordnete Inschrift B; den unteren Abschluß bildete eine Kartusche mit der Inschrift C.3)

Inschriften nach der Sammlung Sack.4)

  1. A

    Fället der Gerechte so wird er nicht weggeworffen denn der HERR / erhält ihn beij der hand PSALM . 37 . v . 24 . 5)

  2. B

    Ein Bub gab mir viel guter Wort / und führt mich biß gen Heßen fort / Er schlug mich mordtlich und entran / Drum ich mein rugstet da gewan . // Doch macht Heer Christ dein Oel und Wein / Das ich werd ewig beij dir sein / Wer reiset der sehe beßer zu / mein unglück jeden warnen thu .

  3. C

    Anno 1599 . den 16 Martij / Ist der Erbare und vornehmer Hans Rode Bürger und / Jubilirer zu Braunschweig Seines alters im 54 . iare von / seinem geferten mit Namen Hans Daurat Bürger in Halber/stadt beneben zwein seiner mitgehülffen vor Heßen mord/thetlich erschlagen und beraubet derowegen Ehr allda in / der Kirche begraben . Gott verleihe / ihm eihne fröliche auf/ferstehunge . / AMEN .

Kommentar

Hans Rode ist seit 1598 als Mitglied der Braunschweiger Goldschmiedegilde nachzuweisen. Nach Spies wurden Rode bei seiner Ermordung Juwelen, Ringe und Gold im Wert von 9000 Talern abgenommen.6)

Anmerkungen

  1. Lokalisierung und Beschreibung nach der Sammlung Sack, Nr. 128, p. 160.
  2. Vgl. die Abb. bei Jünke, Zerstörte Kunst, S. 39.
  3. Beschreibung nach der Inschriftensammlung Mack.
  4. Die Wiedergabe folgt der Version in der Sammlung Sack, Nr. 128, p. 160.
  5. Ps. 37,24.
  6. Spies, Goldschmiede, Bd. 3, S. 92, Nr. 410. Der bei Spies unter Nr. 412 (ebd.) verzeichnete Goldschmied Hans Bode ist identisch mit dem Ermordeten. Die doppelte Verzeichnung geht auf eine unterschiedliche Lesung des Namens auf dem Epitaph zurück. Vgl. Meier/Steinacker, Kunstdenkmäler, S. 62 (dort Bode).

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 128, p. 12 u. 160.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 671† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0067104.