Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 603 St. Martini 1586

Beschreibung

Grabplatte des Jost Wittekop. Sandstein. Die stark verwitterte Grabplatte ist außen an der Westseite der Kirche angebracht. Auf den Rahmenleisten läuft die eingehauene Inschrift A um. Im Innenfeld ein Flachrelief, das den Verstorbenen in Rüstung zeigt. Er steht auf einem kleinen Plateau, auf dessen Vorderkante ehemals das heute völlig verwitterte Monogramm (B) des Bildhauers (M7) eingehauen war. In den oberen Ecken des Innenfeldes je ein Wappenschild, die Inhalte sind heute nicht mehr erkennbar.

Inschriften ergänzt nach einer Photographie und nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Maße: H.: 210 cm; B.: 115 cm; Bu.: 8 cm (A).

Schriftart(en): Kapitalis.

Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    [ANNO D(OMI)NI MDLXXXVI] / DEN 16 . NOVENBERISa) IST [DER ERBAR VND NAMHAFTER IOST / WITTEKOP MARSCHALK IN BRAVN/SWICHb) IN GOD SELICH ENTSLAFEN DER SELE GO]D GNEDI[CHc) SEI]

  2. B †

    HSd)

Wappen:
Wittekop1)Scheppenstedt2)

Kommentar

Das für die Grabplatte überlieferte Meisterzeichen mit dem in das H eingestellten S läßt darauf schließen, daß diese von demselben Bildhauer stammte wie die Grabplatte und das Epitaph für Jost Kale (vgl. Nr. 597, 616).

Jost Wittekop war in erster Ehe mit Remborg von Peine, in zweiter Ehe mit Dorothea Scheppenstedt verheiratet, die im Jahr 1595 verstarb.3) Als Marschall verwaltete Jost Wittekop den städtischen Marstall.4) Er übte dieses Amt seit dem Jahr 1560 aus.5)

Textkritischer Apparat

  1. NOVENBERIS] NOVEMBRIS Schmidt, Schultz.
  2. BRAVNSWICH] BRAUNSCHWICH Schmidt, Schultz. Die Photographie läßt erkennen, daß an dieser Stelle nur sehr wenig Platz war. Möglicherweise BRAVNSW.
  3. GNEDICH] GNEDIG Schmidt, Schultz.
  4. S in H eingestellt.

Anmerkungen

  1. Wappen Wittekop (zwei Schrägbalken, darüber ein Maiglöckchen). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 138, Teil 2 (o. P.). Vgl. Reidemeister, Genealogien, Tafel S. 96/97.
  2. Wappen Scheppenstedt (zwei sich kreuzende Blütenstengel). Vgl. ebd.
  3. Personenkartei Mack.
  4. Spieß, Geschichte, S. 606.
  5. Sta Braunschweig, B II 2, Nr. 5, fol. 349v. Hier und in den Stadtrechnungen der folgenden Jahre ist Jost Wittekop regelmäßig unter der Rubrik Dem Marschalcke verzeichnet.

Nachweise

  1. Photographie: NLD Hannover, BS 18220.
  2. Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 1 (o. P., A) u. Teil 2 (o. P., Zeichnung, A); Bd. 3, p. 328 (A).
  3. Schmidt, Martinskirche, S. 208.
  4. Schultz, Grabmale, S. 1.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 603 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0060301.