Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 549† St. Petri 1575, 1585

Beschreibung

Epitaph des Franz Ohmann und der Katharina von Peine. Das hölzerne Epitaph befand sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im nördlichen Seitenschiff. Im Mittelteil des Epitaphs ein Gemälde, das die Auferstehung Christi darstellte; auf den Rahmenleisten an den Seiten und oben verlief um das Bild die Inschrift A, auf dem Fries darüber, dem der Giebel auflag, die ebenfalls auf das Auferstehungsgemälde bezogene Inschrift B. Im Giebelfeld zwei Wappen. Unterhalb des Auferstehungsgemäldes war die kniende Stifterfamilie dargestellt: links der Verstorbene mit acht Söhnen, rechts die Ehefrau mit neun Töchtern und einem Wickelkind. Im unteren Teil des Epitaphs in zwei Feldern links die Inschrift C, rechts die Inschrift D. Auf einer Kartusche, die den unteren Teil des Epitaphs bildete, die Jahreszahl E.1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis (A, B), Fraktur (C, D).

  1. A

    S . IOHANNIS . AM XI . CAP . / ICH BIN DIE AVFERSTEHVNG VND DAS LEBEN WER AN / MICH GLAVBETa) DER WIRD LEBEN OB ER GLEICH STVRBEa) 2)

  2. B

    MATHEVS · XXVIII · 3)

  3. C

    Anno Domini / 1574 den [..]b) Febru/arij Ist der Erbare und fürnehmer / Franz Ohman Küchen Cämmerer in / Gott dem Herrn seligleichen vor/scheiden dem Gott eine frö-/liche ufferstehung gne-/diglich vorleihe Amen .

  4. D

    Anno 1585 am / 23 . Februarij Ist die / Erbare tugendsame Fraw / Catharine von Peine Franzen / Ohmans seligen nachgelassene / Wittwe In Gott den Herrn seli-/ch entschlaffen deren / Seele Gott gnedig seij

  5. E

    1575

Wappen:
Ohmann4)Peine5)

Kommentar

Die Inschrift E bezeichnet das Entstehungsjahr des Epitaphs; die Inschrift D wurde demzufolge nach dem Tod der Ehefrau nachgetragen, möglicherweise wurde aber auch nur das Sterbedatum ergänzt.

Franz Ohmann war Mitglied der Wandschneidergilde und gehörte in den Jahren 1566 bis 1574 dem Rat der Altstadt an.6)

Textkritischer Apparat

  1. V mit ü-Punkten.
  2. Spieß, Ratsherren, S. 173, verzeichnet als Todestag des Franz Ohmann den 21. Februar.

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 141, p. 100.
  2. Jh. 11,25.
  3. Das Kapitel Mt. 28 behandelt die Auferstehung Christi.
  4. Wappen Ohmann (zwei zugewendete umwickelte Hörner oder Eberzähne, oben mit einer ringförmigen Halterung besetzt). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 141, p. 100. Vgl. Meier/Kämpe, Heraldische Untersuchungen 1903, S. 2.
  5. Wappen Peine (Adlerkopf mit Blütenkranz). Vgl. Meier/Kämpe, Heraldische Untersuchungen 1903, S. 18.
  6. Spieß, Ratsherren, S. 173. Da Spieß keinen Nachweis führen konnte, daß Ohmann das Amt des Küchenkämmerers bekleidete, vermutete er eine falsche Angabe in der Sammlung Sack. Es ist jedoch unwahrscheinlich, daß die Grabschrift Ohmanns oder die Überlieferung eine falsche Angabe dieser Art enthielt.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 141, p. 38f., p. 74 u. p. 100 (Zeichnung).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 549† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0054903.