Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 543† St. Martini 1573, 1586

Beschreibung

Epitaph des Melchior Crüger, seiner ersten Ehefrau Magdalena Lampe und seiner zweiten Ehefrau Margaretha Kale. Das hölzerne Epitaph war an der Südwand im Kircheninneren angebracht und wurde wahrscheinlich während einer Renovierung im 19. Jahrhundert entfernt. Den Mittelteil bildete ein Gemälde, in dem die Erweckung des Lazarus dargestellt war. Darüber in der oben rundbogig abgeschlossenen Bekrönung drei Wappen. Unterhalb des Lazarus-Gemäldes eine ebenfalls gemalte Darstellung der Stifterfamilie, links der Mann mit drei Söhnen, rechts die beiden Frauen mit drei Töchtern. Den unteren Abschluß bildete eine Tafel, auf der in drei Spalten angeordnet die Inschriften A, B und C standen.1)

Inschriften nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

  1. A

    Im Jare 1560 am 23 . Decembris umb / XI zu Mittag ist in Gott seliglich vor/storben die Erbare und viel tugendsame fraw / Magdalena Lampen deß Licentiaten und / Sindici Melchior Crügers Eliche Hauß/fraw der Gott gnedig sey .

  2. B

    An(n)o 1573 . am 7 . Monatstage Septem/bris des Mittages zwischen Zwölff und Ein / Uhr ist in Gott seliglich entschlaffen der Ehrn/veste und Hochgelehrter Herr Melchior Crüger / der Rechten Licentiat und der Stadt 22 . Jar / lang gewesener Sindicus der liebe Gott / verleihe ihm eine fröliche Aufferstehung . amen .

  3. C

    Anno 1586 am 12 / Juny is die Erbare und / tugendsame fraw Margareta / Kalen des Herrn L(icentiaten) Melchior / Crügers selig nachgelassene / Wittwe seliglich in Gott entschlaffen / der Sele Gott gnädig sein wolle .

Wappen2)
CrügerLampeKale

Kommentar

Der aus Luckau in der Diözese Meißen stammende Melchior Crüger immatrikulierte sich am 7. Juli 1531 an der Universität Wittenberg.3) Er führte später den Titel eine Comes Palatinus und fungierte als Rat am anhaltinischen Hof, bevor er als städtischer Syndikus nach Braunschweig berufen wurde. Seine zweite Ehefrau, Margaretha Kale, war die Tochter des 1558 verstorbenen Franz Kale (vgl. Nr. 498).4)

Anmerkungen

  1. Beschreibung nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 2 (o. P.).
  2. Die Wappen sind in der Sammlung Sack, ebd., nur namentlich bezeichnet.
  3. Matrikel Wittenberg, Bd. 1, S. 142.
  4. Angaben nach Schmidt, Martinskirche, S. 91f.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 1 (o. P.) u. Teil 2 (o. P., Zeichnung); Bd. 3, p. 74f.
  2. Schmidt, Martinskirche,S. 91.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 543† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0054303.