Inschriftenkatalog: Stadt Braunschweig von 1529 bis 1671

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 485† St. Magni 1559, 1638

Beschreibung

Gemälde an der kleinen Prieche, die im Jahr 1757 abgerissen wurde. Dargestellt waren Szenen aus der Schöpfungsgeschichte. Unter jedem der zwölf Gemälde befand sich ein Wappenschild und eine Inschrift (A), die auf den Stifter des jeweiligen Bildes hinwies. Im neunten Wappenschild die Inschrift B und im zehnten Initialen (C).1) Offenbar befanden sich an der Prieche noch zwei Jahreszahlen, von denen sich die eine (D) auf die Erbauung der Prieche bezog, die andere (E) auf die Anbringung der Gemälde.

Inschriften nach der Sammlung Sack.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. A

    B(URGERMEISTER) HENNING WIESE SEEL(IG)2) // B(URGERMEISTER) HANS HILLEN3) // B(URGERMEISTER) HEINRICH DANKWORT4) // B(URGERMEISTER) HENRICUS PETERS5) // B(URGERMEISTER) HANS AFFELEN6) // K(ÄMMERER) ANDREAS HILLEN7) // K(ÄMMERER) HANS WOLTORP8) // R.a) HANS BEXS9) // R.a) HANS RICHELMAN10) // R.a) ARNOLDUS V(ON) WALSEN11) // Z(EHNMANN) ESAIAS WIDDEKEN12) // MAJOR HANS VIJES13)

  2. B

    M H Z G b)

  3. C

    A(RNOLD) . V(ON) . W(ALSEN) .

  4. D

    AN(N)O . 1559 .

  5. E

    A(NN)O . 1638 .

Kommentar

In der Kirchenrechnung von St. Magni aus dem Jahr 1638 sind für die Erneuerung der Prieche bestimmte Spenden von drei Bürgern – Burkhard Schwarzenstein, Christoff Bartram und Everdt Bruns – unter den Einnahmen aufgeführt.14)

Textkritischer Apparat

  1. Es ist nicht eindeutig, wie die Initiale aufzulösen ist. Gemeint ist Ratsherr oder Ratsmitglied.
  2. Die Initialen lassen sich nicht sicher auflösen. Es könnte sich um M(EIN) H(ERZ) Z(U) G(OTT) handeln.

Anmerkungen

  1. Angaben nach der Sammlung Sack, Nr. 137, p. 150.
  2. Wappen Wiese (geteilt, oben oberhalber Hirsch, unten zwei Balken). Alle Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, ebd. Zu Henning Wiese vgl. Nr. 1010.
  3. Wappen Hille (zwei sich kreuzende gestümmelte Äste mit je einem Blütenstengel daran). Vgl. Meier/Kämpe, Heraldische Untersuchungen 1903, S. 26. Zu Hans Hille vgl. Nr. 788 u. 925.
  4. Wappen Danckwort (Herz, daraus drei Blumen hervorwachsend).
  5. Wappen Peters (von Rose umgebenes Herz, daraus ein Kreuz hervorwachsend).
  6. Wappen Affeln (Männerkopf mit Kopfbedeckung). Vgl. Spießen, Wappenbuch, Bd. 1, S. 1 u. Tafel 1, dort: Querbalken, drei Menschenköpfe mit Kopfbedeckungen 2:1. Zu Hans von Affeln vgl. Nr. 1072.
  7. Wappen Hille (Adler). Zu Andreas Hille vgl. Nr. 889.
  8. Wappen Woltorp (steigendes Einhorn).
  9. Wappen Bexs (gespalten, rechts drei herzförmige Blätter, links eine Hausmarke H10).
  10. Wappen Richelmann (gespalten, rechts und links eine Rose, darüber Initialen MHZG).
  11. Wappen Walsen (Baum).
  12. Wappen Widdeke (Mondsichel).
  13. Wappen Vijes (Maiglöckchenbusch).
  14. Sta Braunschweig, F I 6, Nr. 158.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 137, p. 150.

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 485† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di056g009k0048501.