Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 35: Stadt Braunschweig I (1993)

Nr. 47 St. Ulrici-Brüdern um 1360

Beschreibung

Relief mit der Figur des hl. Franziskus von Assisi; Sandstein. Es befand sich ursprünglich an der südwestlichen Wand des Langhauses, in der Nähe des Portals zum Kreuzgang, seit 1957 ist es an der Nordwand des Hohen Chores angebracht. Der unter einem von zwei Engeln gehaltenen Nimbus stehende Heilige ist stigmatisiert und weist mit der rechten Hand auf die durch die Kutte sichtbare Wunde in der Brust. Die linke Hand hält ein Kreuz. Links unten kniet eine kleine Mönchsfigur, die sich an der Kutte des Heiligen festhält. Die Inschrift, aufgemalt auf hellen Grund in einem bräunlichen Rahmen, ist wie das ganze Relief im 19. Jahrhundert übermalt worden, so daß die originale Inschrift nicht mehr sichtbar wird.

Maße: H.: 170 cm; Br.: 65 cm; Bu.: 2,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

  1. S(ANC)T(VS) FRANCISCVS

Kommentar

Die Zuordnung des Reliefs zu der Bischofsfigur im Hohen Chor des Domes St. Blasii und zu weiteren, in Magdeburg, Halberstadt und Erfurt (Severigrab) vorhandenen Skulpturen führte zu einer Datierung auf 1360–13701). Die Darstellung des Heiligen könnte damit nach Beendigung der durch die Pest verzögerten Fertigstellung und aus Anlaß der 1361 erfolgten Weihe des Chores der Brüdernkirche den Brüdern gestiftet oder von ihnen angeschafft worden sein.

Anmerkungen

  1. Scheffler, S. 73f.

Nachweise

  1. Abb. und Lit.: Scheffler, S. 73–75; Dorn, S. 212 und Abb. 171; Kat. Stadt im Wandel 1, Nr. 522, S. 611f.

Zitierhinweis:
DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 47 (Andrea Boockmann), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di035g005k0004708.