Die Inschriften der Stadt Braunschweig bis 1528

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 35: Stadt Braunschweig I (1993)

Nr. 253† Tempelritterhof 1491

Beschreibung

Hausinschrift. Auf dem Grund des ehemaligen Tempelritterhofes, östlich des Bohlwegs hinter der Matthäuskapelle gelegen, befand sich bis zu seinem Abbruch 1756 das Dechantenhaus des Kalands zum Hl. Geist oder Matthäuskalands. Auf der Zeichnung von A. A. Beck ist ein um einen rechtwinkligen Hof gegliedertes zweigeschossiges Fachwerkgebäude zu erkennen. Auf der nach Norden gerichteten, dem Hof zugewandten Langseite befanden sich an den Knaggen u. a. die Figuren: Jacobus d. Ä.; Ritter mit Schwert, Buch und einem mit einer Taube verzierten Wappen als Symbolträger des Kalands zum Hl. Geist; Mauritius; Johannes Ev. Auf der Schwelle des Obergeschosses befand sich die im 18. Jahrhundert nur noch unvollständige Baudatierung. Es ist nicht überliefert, ob die zweite Hälfte der Inschrift in der Zeit kurz vor dem Abriß überbaut oder zerstört war.

Inschrift nach Slg. Beck/Sack.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. an(n)o · d(omi)ni · m · cccc · xci · istud [...]

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1491 (ist) dieses (...).

Kommentar

Die Tempelritterkapelle St. Matthäus ist 1289 erstmals urkundlich erwähnt worden. Nach der Auflösung des Templerordens kamen die Kapelle und der dabei gelegene Wirtschaftshof 1357 an die Johanniter, die beides 1367 an den Kaland zum Hl. Geist verkauften. Dieser nannte sich von da an auch nach dem Titelheiligen der Kapelle Matthäuskaland.

Nachweise

  1. Abb.: Spies, 1985, Bd. 2, Abb. 165, S. 134.
  2. Lit.: Beck, H III 1, 15, S. 8; Hermann Dürre, Der Bohlweg in Braunschweig um das Jahr 1400, in: Braunschweigisches Magazin 73, 1860, S. 97–119, hier S. 106; Sack, 1861, S. 7.

Zitierhinweis:
DI 35, Stadt Braunschweig I, Nr. 253† (Andrea Boockmann), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di035g005k0025306.