Inschriftenkatalog: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 78: Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt (2009)

Nr. 55† Steinbach (Stadt Baden-Baden), kath. Pfarrkirche St. Jakob d. Ä. 1417

Beschreibung

Grabmal für Anna Röder von Rodeck, geb. von Windeck. Im Jahre 1575 „bey dem Tauff Stein“ bezeugt.1 Es war mit zwei übereinandergestellten Wappenschilden und dem inschriftlichen Sterbevermerk versehen.2 Verlustumstände unbekannt.

Inschrift nach FGvAGA Ebnet D 206, Windecksches Wappenbuch.

  1. Anno Domini . 1417 .a) Feria secunda ante Gertrudis Virginis, obijt domina Anna De Windeck Vx(or)b) Fridericic) dicti Rodeck Armigeri.

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1417 starb am Montag vor (dem Fest) der Jungfrau Gertrud Frau Anna von Windeck, Gemahlin des Edelknechts Friedrich genannt Rodeck.

Datum: 15. März 1417.

Wappen:
Röder von Rodeck, Windeck.3

Kommentar

Nach den bisherigen genealogischen Untersuchungen läßt sich die Identität der Verstorbenen nicht vollständig aufklären. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts sind nur drei Angehörige des Geschlechts von Windeck namens Anna in die Stammfolge sicher einzuordnen.4 Die ältere war die Tochter Reinbolds von Alt-Windeck und die Ehefrau Peters von Neu-Windeck, der zwischen dem 19. März und dem 17. November 1386 verstarb.5 Ihre fünf Kinder sind in der Urkunde der zugunsten des Ehemanns vorgenommenen Seelgerätstiftung vom 17. November 1386 eindeutig bezeugt: Johannes, Ennelin, Reinbold, Peter und Bruno.6 Aus einer Urkunde vom 21. Juni 1407 geht hervor, daß Ennelin mit Heinrich Röder verheiratet und zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war.7 Nun ist urkundlich noch eine dritte Anna von Windeck belegt, mit der sich jedoch nicht Friedrich, sondern Dietrich Röder d. Ä. vermählt hatte.8 Daß es sich hierbei um die zweite Ehe der Witwe Peters von Windeck handelt, scheint ausgeschlossen, da sie offenbar bereits für 1382 bezeugt ist.9 Dietrichs Frau war die Patin Markgraf Bernhards von Baden;8 ihre Eltern sind bisher nicht ermittelt. Anscheinend ist ihr dieses Grabmal zuzuordnen und der Name des Ehemannes in der Inschrift entsprechend zu emendieren.10

Textkritischer Apparat

  1. 1417 .] Über der Jahresangabe im Ms. ein waagerechter Strich.
  2. Im Ms. kein Kürzungszeichen überliefert.
  3. Lies vermutlich Dieterici, vgl. Kommentar.

Anmerkungen

  1. Vgl. FGvAGA Ebnet D 206, Windecksches Wappenbuch, fol. 103r.
  2. Vgl. die Wappenskizze ebd.
  3. Nach Wappenskizze in FGvAGA Ebnet D 206, Windecksches Wappenbuch, fol. 103r. Das Wappen von Windeck hier linksgewendet.
  4. Vgl. Gartner, Die Windecker o. S. (hinterer Klappeinband, Stammtafel von Windeck).
  5. Vgl. Regesten von Windeck 66f. nr. 228f.
  6. Vgl. ebd. 66f. nr. 229.
  7. Vgl. ebd. 83 nr. 295.
  8. Vgl. ebd. 83 nr. 294; 89 nr. 312.
  9. Vgl. ebd. 83 nr. 294; Oberbad. Geschlechterbuch, Bd. 3, 561.
  10. Vgl. Regesten von Windeck 91 nr. 316. Die irrtümlichen Angaben zur Ehe Friedrich Röders von Rodeck mit Anna von Windeck in Oberbad. Geschlechterbuch, Bd. 3, 561, basieren offenbar auf der überlieferten Grabschrift, da eine vierte Anna von Windeck um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert urkundlich nicht greifbar ist, vgl. Regesten von Windeck 60–100.

Nachweise

  1. FGvAGA Ebnet D 206, Windecksches Wappenbuch, fol. 103r.
  2. GLA Karlsruhe 67/1414, Windecksches Wappenbuch, fol. 86r.
  3. Reinfried, Inschriften 281 (nach GLA Karlsruhe 67/1414, Windecksches Wappenbuch).
  4. Regesten von Windeck 91 nr. 316 (nach FGvAGA Ebnet D 206, Windecksches Wappenbuch).

Zitierhinweis:
DI 78, Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt, Nr. 55† (Ilas Bartusch), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di078h017k0005507.