Inschriftenkatalog: Aachen (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 32: Stadt Aachen (1993)

Nr. 173 Kornelimünster, St. Kornelius 1623–1645

Beschreibung

Hochaltargemälde mit Kreuzabnahme. Öl auf Leinwand. Johannes nimmt von Joseph von Arimathäa, Nicodemus und zwei weiteren Männern den Leichnam Christi entgegen. Im Vordergrund rechts Magdalena mit zwei weiteren Personen. Die neben Johannes stehende Maria weist auf einen schwarzen Kasten, der auf dem Deckel die Inschrift, auf der vorderen Wand das Stifterwappen trägt. Inschrift in weißer Farbe perspektivisch aufgemalt. Auf der linken Seitenwand wurde später – vielleicht in Zusammenhang mit einer 1841 erfolgten Restaurierung1) – ein weiteres Wappen hinzugefügt.

Maße: H. 318, B. 218, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. DANTE IVVANTE DEO

Übersetzung:

Durch den gebenden, helfenden Gott.

Versmaß: Hexameter-Halbvers.

Wappen:
Eynatten (infuliertes Abtswappen)
unbekannt (gespalten, rechts rotes Feld, links 3 gelbe Balken in Schwarz)

Kommentar

Der Text ist wahrscheinlich als Devise des Stifters anzusprechen. Die Junkturen iuvante Deo2) bzw. dante Deo3) sind in der metrischen Dichtung seit der Antike belegt. Anhand des Wappens läßt sich Hermann von Eynatten als Auftraggeber für das Gemälde erschließen. Er ist von 1620 bis 1645 als Abt von Kornelimünster bezeugt4), so daß sein Todesjahr als Terminus ante quem gelten kann. Der Maler des Bildes ist der Lütticher Gerhard Douffet, der sich nach einer zweijährigen Lehrzeit bei Rubens (1612–1614) bis 1623 in Italien aufgehalten hat.5) Demnach ist 1623 der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Anfertigung der Kreuzabnahme.

Das Gemälde wurde bei der Säkularisierung 1802 von den Franzosen beschlagnahmt und 1815 wieder nach Kornelimünster zurückgebracht.

Anmerkungen

  1. Vgl. Helbig, S. 240.
  2. Hexameter-Lexikon 3, S. 142.
  3. Hexameter-Lexikon 2, S. 9.
  4. Vgl. sein Epitaph Nr. 174.
  5. Thieme-Becker Bd. 9, S. 511.

Nachweise

  1. KDM 9,2, S. 58.
  2. E. Pauls, Das Altarbild im Hochaltare der Pfarrkirche zu Cornelimünster, in: Beiträge zur Geschichte von Eschweiler und Umgegend, hg. von Kapl. Neuhöfer, Bd. 1, S. 442–444.

Zitierhinweis:
DI 32, Stadt Aachen, Nr. 173 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di032d002k0017303.