Inschriftenkatalog: Aachen (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 32: Stadt Aachen (1993)

Nr. 90 Raeren, Töpfereimuseum1 nach 1599

Beschreibung

Scherbe einer Raerener Schnelle. Grauer Ton mit beigefarbener Glasur. Die Scherbe zeigt den unteren Teil eines längsovalen Medaillons mit Vollwappen und Umschrift. Helmzier und oberer Rand mit Schriftverlust ausgebrochen. Umrandung des Medaillons, Wappen und Inschrift erhaben.

Maße: H. ca. 5,6, B. ca. 9,5, Bu. 0,4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. [.......S]CHRICKa) : CON : SCABIN(VS) : AQVENS(IS) : OBIIT . A(NN)O . 99 : AETAT[..........]

Übersetzung:

...Schrick, Aachener Mitschöffe, starb im Jahre 99 im Alter...

Wappen:
Schrick

Kommentar

Die Inschrift nimmt Bezug auf Albrecht Schrick, der 1564 erstmals als Schöffe belegt ist.2) Nachdem er bereits 1571 Bürgermeister gewesen war, wurde er 1581 in einer getrennten Wahl der katholischen Mitglieder des konfessionell gespaltenen Rates zum Schöffenbürgermeister gewählt. Aus Protest gegen die Einigung des gemischtkonfessionellen Rates verließ er mit einer Gruppe katholischer Ratsherren die Stadt und beteiligte sich an einem katholischen Exilregiment.3) Nach der 1598 erfolgten Restitution des katholischen Rates wurde Schrick erneut zum Bürgermeister gewählt. Noppius gibt als seinen Todestag den 21. September desselben Jahres an.4) Dieses Todesdatum widerspricht der Angabe auf der posthum angefertigten Schnelle, die als vermutliche Auftragsarbeit für die Familie des Verstorbenen bezüglich der Datierung wohl als zuverlässig betrachtet werden kann.

Textkritischer Apparat

  1. Unterer Bogen des S noch erkennbar.

Anmerkungen

  1. Inventar Nr. 0.213.
  2. Von Coels, Schöffen, S. 298.
  3. Schmitz, Verfassung und Bekenntnis, S. 102.
  4. Aacher Chronick, S. 211.

Nachweise

  1. O.E. Mayer, Raerener Schnelle mit posthumem Wappen des Aachener Schöffen Albrecht Schrick, ZAGV 74/75, 1962/63, S. 450.

Zitierhinweis:
DI 32, Stadt Aachen, Nr. 90 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di032d002k0009002.