Inschriftenkatalog: Aachen (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 32: Stadt Aachen (1993)

Nr. 8† Markt 41 1. Hälfte 13. Jh.?

Beschreibung

Fragment einer steinernen Grabplatte (?), gefunden im Garten des Hauses Löwenstein. Überliefert ist lediglich eine Nachzeichnung des unteren Viertels der Platte aus dem 18. Jh. Sie zeigt den unteren Teil einer Ritzzeichnung, die eine stehende oder liegende, mit einem bodenlangen Gewand bekleidete Person darstellte. Inschrift an der unteren Schmalseite, von außen lesbar. An den Langseiten Ornamentstreifen. Verbleib unbekannt. Der Zeichnung nach zu urteilen gotische Majuskel.

Text nach Slg. Alfter.

  1. GONDEBOLUS · REX

Kommentar

Eine zeitliche Einordnung des Fragments kann nur unter größtem Vorbehalt erfolgen, zumal die Zuverlässigkeit der Überlieferung fraglich ist. In der Nachzeichnung werden E, N und U unzial, aber offen wiedergegeben. Der Name Gondebolus ist in dieser Form nicht nachweisbar. Belegt sind verwandte Formen wie Gondbaldus bzw. Gundobald1) und Gonbolt2). Rex ist hier wohl als Bei- bzw. Geschlechtername zu verstehen.3) Er dürfte Grund für die Überlieferung sein, nach der es sich bei der Platte um einen langobardischen Königsgrabstein gehandelt haben soll.4)

Anmerkungen

  1. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch I, Sp. 697; Morlet, Noms de Personne, p. 116.
  2. Vgl. DI XX (Karlsruhe) Nr. 22.
  3. A. Socin, Mhd. Namenbuch, Darmstadt 1966, S. 268 und zahlreiche weitere Belege. Zur Entstehung des Namens vgl. Bach, Namenkunde I, S. 299 ff.
  4. HAStK Abt. 1001, Bd. 47, f. 112r: „Dießer stein ist ein stück von einem Langobardischen Königsgrabstein...“. Ein langobardischer König, auf den sich diese Zuweisung beziehen könnte, ist nicht auszumachen. Eher ist an den Burgunderkönig Gundobald († 516) zu denken.

Nachweise

  1. HAStK Slg. Alfter, Bd. 47, f. 112r.

Zitierhinweis:
DI 32, Stadt Aachen, Nr. 8† (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di032d002k0000801.