Inschriftenkatalog: Aachen (Stadt)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 32: Stadt Aachen (1993)

Nr. 174 Kornelimünster, St. Kornelius 1645

Beschreibung

Epitaph des Hermann von Eynatten, neben dem Annenaltar im ersten südlichen Seitenschiff. Blaustein. Vollplastische, stehende Figur eines wohlbeleibten, bärtigen Abtes in vollem Ornat mit dem Stab in der Linken. Porträthafte Darstellung. Darüber halten zwei Putten das Abtswappen mit Inful, zwei weitere fassen seinen Chormantel. Auf den seitlichen Pilastern die acht Ahnenwappen mit Beischriften. Lorbeerfestons auf den Pilasterkapitellen. Inschrift in den Sockel eingehauen. Einige Wortanfänge überhöht.

Maße: H. 305, B. 141, Bu. 2,8, 2,5 (Wappenbeischriften) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften [1/2]

  1. REVERENDISSIM(VS) AC PRAENOBILIS D(OMI)N(VS) D(OMINVS) HERMANNVS AB EYNATTEN / IMPERIALIS HVIVS MONAST(ERII) S(ANCTI) CORNELII ABBAS POSTQVAM / LVSTRIS QVINQVE NON SOLVM PRAEFVIT SED ET PROFVIT / TANDEM PIE IN FATA CONCESSIT A(NN)O 1645. 28. IVNII EIVS / [A]NIMA AETERNA FRVATVR PACE : VLATORa) DIC AMEN

Übersetzung:

Der hochwürdigste und hochedle Herr, Herr Hermann von Eynatten, Abt dieses Reichsklosters des hl. Kornelius, hat sich, nachdem er ihm fünf Jahrfünfte nicht nur vorgestanden, sondern auch genützt hat, endlich fromm in seinen Tod geschickt im Jahre 1645 am 28. Juni. Seine Seele möge in den Genuß des ewigen Friedens kommen. Wanderer‚ sprich‘ amen!

Wappen:
Eynatten
EYNATTENBAWGNE
BLEHEMHONSBROICH
CALDENBORNBRIFFOM
SVRLET1)BAWGNE

Kommentar

Hermann von Eynatten, 1584 geboren, war der Sohn Hermanns von Eynatten, Herr zu Reimersbeek, Peerboom und Ter Cameren, und der Adriane von Bawegnée zu Esneux.2) Er trat 1599 in die Abtei Kornelimünster ein und wurde 1620 zum Abt gewählt. In seine Regierungszeit fielen die Wiederherstellung der Kirche nach schlimmen Hochwasserschäden (vgl. Nr. 165) und die Errichtung des Hochaltars (vgl. Nr. 173). Darüber hinaus erweiterte er großzügig den Kirchenschatz.3)

Textkritischer Apparat

  1. Verhauen für VIATOR.

Anmerkungen

  1. Statt des Wappens Surlet hätte das Wappen Binckem an dieser Stelle angebracht werden müssen (vgl. ZAGV 26, 1904, S. 415; Eynatten, MWGF 2, S. 68).
  2. Vgl. zu Hermann von Eynatten ausführlich Eynatten, MWGF 2, S. 66–69.
  3. BSB, Slg. Redinghoven, Bd. XVIII, f. 348r: „dormitorium aliasque Monasterii structuras restauravit, praeter altare summum magnifice erectum et aliud erexit, Varias capsas reliquiarum fecit instaurari, et caput S. Cypriani argento includi“. Zu den Stiftungen Hermanns von Eynatten gehören sechs Gemälde mit Heiligendarstellungen (vgl. Nr. 122–127).

Nachweise

  1. Oidtmann, Schutz, S. 180 u. Anm. 3.
  2. Eynatten, MWGF II, S. 68 mit Abb.
  3. „Frage“ (ohne Verf.), ZAGV 26, 1904, S. 415.
  4. KDM 9,2, S. 63.

Zitierhinweis:
DI 32, Stadt Aachen, Nr. 174 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di032d002k0017400.