Inschriftenkatalog: Aachen (Dom)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 31: Aachen Dom (1992)

Nr. 133† Dom 1639

Beschreibung

Glockenspiel. 1857 eingeschmolzen. Die Inschrift dreier Glocken weist Philipp IV. von Spanien und seinen Sohn Ferdinand als Stifter aus, die übrigen Glocken trugen offenbar nur ihren Namen. Die Reihenfolge der Nennung entspricht der aufsteigenden Folge der Töne.

Text nach EdG 1857.

  1. A

    Thomas

  2. B

    Bartholomäus

  3. C

    Anastasius

  4. D

    Zacharias

  5. E

    Felix

  6. F

    Paulus

  7. G

    Lucas

  8. H

    Andreas

  9. I

    Iacobus

  10. K

    Marcus

  11. L

    Victorinus

  12. M

    Cyriacus

  13. N

    Katharina

  14. O

    Maria

  15. P

    Philippus IV rex Hispaniae et Ferdinandus Infant.a) dono dederunt 1639.1)

  16. Q

    Lucasb)

  17. R

    [Bla]siusc)

Übersetzung:

Philipp IV., König von Spanien, und der Infant Ferdinand gaben [sie] als Geschenk 1639.

Kommentar

Es ist zu vermuten, daß Philipp und Ferdinand nicht nur die drei mit der Stifterinschrift versehenen, sondern alle hier aufgeführten Glocken des Geläuts schenkten. An achtzehnter Stelle wird außerdem eine bereits 1566 gegossene Marienglocke genannt (vgl. Nr. 111). Ein unmittelbarer Anlaß für die Schenkung ist nicht ersichtlich. Die Verbundenheit der Habsburger mit Aachen zeigte sich jedoch bereits 1629, als die Infantin Isabella Clara Eugenia dem Aachener Münster eine umfangreiche Stiftung zukommen ließ (vgl. Nr. 131).

Textkritischer Apparat

  1. Sic! Wahrscheinlich verlesen für infans.
  2. Das zweimalige Vorkommen des Namens Lucas läßt vermuten, daß eine der beiden Inschriften falsch gelesen wurde und tatsächlich einen anderen Namen trug, etwa Judas. Vgl. Käntzeler, Organ, S. 68.
  3. Käntzeler möchte aber Simon als richtige Lesung annehmen, um die Aufzählung der Apostel zu komplettieren (Organ S. 68).

Anmerkungen

  1. Drei der Glocken trugen gleichlautend diesen Text.

Nachweise

  1. Ein Lebenszeichen des alten Tinktank (ohne Verf.), EdG 1857, Nr. 23.
  2. Käntzeler, Organ für christl. Kunst VIII, 1858, S. 68.
  3. Ders., Aachener Zeitung 1858, Nr. 82.
  4. KDM 10, 1, S. 192.

Zitierhinweis:
DI 31, Aachen Dom, Nr. 133† (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di031d001k0013304.