Inschriftenkatalog: Aachen (Dom)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 31: Aachen Dom (1992)

Nr. 55 Dom, Nikolauskapelle 1410

Beschreibung

Grabplatte des Rutger de Droeve (?). Blaustein, stark abgetreten. In der Mitte das Wappen des Verstorbenen, in den Ecken vier kreisrunde Felder, die vermutlich die Ahnenwappen getragen haben. In der rechten oberen Ecke ist noch ein in den Kreis eingelassener Vierpaß erkennbar. Inschrift zwischen Linien umlaufend.

Maße: H. 307, B. 158, Bu. 5,0 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. + [anno] + d(omi)ni + [m] + cccc + / + X + ipso + die + [..........]

Wappen:
Droeve (?)

Kommentar

Vom Wappen des Verstorbenen sind noch ein Balken und im unteren Feld ein steigender Löwe erkennbar. 1337 siegelt ein Ritter Rutger de Droeve mit einem von drei Löwen begleiteten Balken.1) Ein Rutger de Droeve ist ab 1384 als Kanoniker und von 1402 bis zu seinem Tode 1410 als Kantor des Marienstifts belegt.2) Für ihn dürfte die Platte angefertigt worden sein. Er war der Sohn des Ritters Stephan von Droeve. 1379 erlangte er den Titel eines Bakkalars an der Universität Paris, wurde 1384 an der Universität Bologna und 1401 in Köln immatrikuliert.3)

Anmerkungen

  1. Müller-Westphal, S. 252.
  2. Offergeld, S. 244f.
  3. Deutsche Studenten in Bologna (1289–1562). Biographischer Index zu den Acta nationis Germanicae universitatis Boboniensis, bearb. von G. C. Knod, Berlin 1899, S. 97 Nr. 679; Keussen, Mat. 1, 48, 6; Offergeld, S. 245. Zu seinen weiteren Pfründen vgl. ebd. und Rep. Germ. II, 1033 f.

Zitierhinweis:
DI 31, Aachen Dom, Nr. 55 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di031d001k0005505.