Inschriftenkatalog: Aachen (Dom)

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 31: Aachen Dom (1992)

Nr. 39 Dom, Schatzkammer vor 1367

Beschreibung

Reliquienostensorium für verschiedene Reliquien. Ungarn (Siebenbürgen). Silber vergoldet. Auf dem vierpaßförmigen Fuß jeweils zweimal das Wappen König Ludwigs I. von Ungarn bzw. die entsprechende Helmzier (Helm mit Krone, darüber Vogel Strauß mit Hufeisen im Schnabel) eingraviert. Darüber trägt ein vierseitiger Schaft mit stark ausladendem Nodus das Bergkristallziborium mit kuppelförmigem Deckel und Kruzifix. Inschrift auf die rhombenförmigen Rotuli des Nodus verteilt. Buchstaben auf schwarzem Emailgrund, jeweils von mehreren Punkten begleitet.

Maße: H. 42, Dm. (Fuß) 13, Bu. 0,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

  1. ·I·N·R·I·1)

Wappen:
König Ludwig von Ungarn (in gespaltenem Schild rechts das Wappen von Ungarn, links das der sizilianischen Dynastie der Anjous)

Kommentar

Zwei Beizettel bestimmen die Reliquien als Überreste der Heiligen Katharina und Agnes sowie unbezeichneter Heiliger, die in der Kirche eines nicht näher bestimmbaren Diederichskirchen gefunden worden waren. Anläßlich der Fertigstellung der Ungarischen Kapelle schenkte König Ludwig von Ungarn ihr u.a. „tres monstrantias cum reliquiis Sanctorum Stephani, Ladislai et Henrici regum Hungariae2), zu denen wohl auch diese Monstranz gehörte.3)

Anmerkungen

  1. Io. 19,19.
  2. Fejér, Cod. dipl. Hung. IX, 4, S. 91 (1367) und S. 525 (1381). Henricus steht hier für den Hl. Emerich.
  3. Eine zweite Monstranz befindet sich heute noch im Domschatz (Nr. 40), der Verbleib der dritten ist unbekannt.

Nachweise

  1. Kessel, Geschichtliche Mittheilungen, S. 102.
  2. Bock, Reliquienschatz, S. 28.
  3. Ders., Pfalzkapelle II, S. 77.
  4. KDM 10,1, S. 234.

Zitierhinweis:
DI 31, Aachen Dom, Nr. 39 (Helga Giersiepen), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di031d001k0003908.