Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 308 Michaeliskirche 1640

Beschreibung

Grabplatte für den Diakon Christian Lauterbach. Grauer Sandstein. Die Platte liegt im Chorfußboden unter dem Chorbogen nahe der Sakristeitür.1) Die eingehauene Inschrift bedeckt das Mittelfeld, von einer eingetieften Linie umrahmt; sie enthält einzelne Interpunktionszeichen. Auf eine Versetzung der Platte, vielleicht um 1827, dürfte das Fehlen der unteren Ecken und Beschädigungen der Außenränder zurückzuführen sein.2)

Maße: H. 167 cm; B. 83 cm; Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

DI 52, Nr. 308 - Michaeliskirche - 1640

 BBAW Berlin, Inschriftenprojekt (Thomas Kreil) [1/1]

  1. REVERENDVS VIR / M(AGISTER) CHRISTIANVS LAVTERBACH / DOCTORIS ERHARTI FILIVS / VNICVS , HVIVS S(ANCTAE) AEDIS / DIACONVS FIDELIS , OBIIT / BEATE IN CHRISTO A(NNO) C(HRISTI) / M . DC . XL . IX . FEBRVAR(II) / EXVVIAE SVB HOC SAXO / QVIESCVNT LAETAM / RESVRRECTIONEM EXPE-/CTANTES . / SYMBOLVM / MEA CHRISTVS LAETITIA

Übersetzung:

Der ehrwürdige Mann Magister Christian Lauterbach, einziger Sohn des Doktor Erhard, getreuer Diakon dieser heiligen Kirche, starb selig in Christus im Jahr Christi 1640 am 9. Februar. Seine sterblichen Überreste ruhen unter diesem Stein in Erwartung einer fröhlichen Auferstehung. Sein Wahlspruch: Christus meine Freude.

Kommentar

Christian Lauterbach wurde am 25.12.1611 geboren.3) Er begann 1626 sein Studium in Leipzig, wurde 1631 Baccalaureus Artium und erlangte am 17.4.1634 den Magister Artium.4) 1638 wurde Lauterbach Unterdiakon, 1639 Oberdiakon an St. Michael.5) Er starb 29jährig.6) Sein Vater war Erhard Lauterbach (Nr. 317), Superintendent, seine Mutter die 1613 in Zeitz verstorbene Katharina, geborene Sparbart (Nr. 245).7) Er hinterließ einen Sohn, Johann Erhard, der sich bei einer Übung der Zeitzer Bürgerwehr im Jahr 1653 selbst erschossen haben soll.8)

Anmerkungen

  1. Nach Zader/O II, S. 54, befand sich die Platte auch zu seiner Zeit im Chor zwischen den Grabinschriften des Josef Avenarius (Nr. 288) und des Kaspar Krail (Nr. 218).
  2. Auf eine Versetzung weist auch die Beschreibung der Lage des Steins durch Zader hin, die von der heutigen abweicht.
  3. Leichpredigt ... Bey ... Begengnüß ... der ... Catharinae Des ... Erharti Lauterbachij ... Hausfrawen ... Gehalten durch M. Johannem Tevbnervm, Leipzig 1613; darin gedruckt ein Brief des Erhart Lauterbach an seine Kinder anläßlich des Todes ihrer Mutter, in dem das Geburtsdatum mitgeteilt wird.
  4. Erler, Jüngere Matrikel, Bd. 1, S. 256.
  5. Zader/Grubner III, S. 242; Zader/O I, S. 338.
  6. Ebd.
  7. Hertzens-Trost ... Bey ... Leichbestattung des ... Erhardi Lauterbachs ... Gezeiget von M. Hartmann Schacher, Leipzig 1650.
  8. Hertzens-Trost ..., wie Anm. 3. Zu seinem Tode Zader/Grubner III, S. 226. Seine verlorene Grabinschrift aus der Michaeliskirche bei Zader/O/StArZz III, S. 27: JEHOVAH In cui(us) manu sortes nostrae Juvenem Bonae indolis optimae spei JOHANNEM ERHARTUM LAUTERBACHIUM in ipso aetatis flore annos xv natum die VIII Septemb(ris) A(nn)o r(edemptoris) Chr(isti) MDCLIII Fato mirabili et miserabili sed perbeato hinc avocavit cui(us) exanime corpus hic Avi et Parentis exuviis quod petiit junctam gloriosam cum illis resurrectionem exspectat Fiat Esto memor mortis.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 52.
  2. Zader/O/StArZz III, S. 28.
  3. Zader/StArNb, S. 492.
  4. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 529.
  5. Zader/Grubner III, S. 32.
  6. Zader/StArZz, S. 20.
  7. Liebner, Bd. 7, S. 203.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 308 (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di052b007k0030807.