Inschriftenkatalog: Stadt Zeitz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 52: Stadt Zeitz (2001)

Nr. 67 Schloßkirche, Kreuzgang 1510

Beschreibung

Grabplatte für den Vikar und ehemaligen Kanzler des Naumburger Bischofs Eckart Museler. Kalkstein. Die Platte liegt zwischen dem dritten und vierten Joch des östlichen Kreuzgangflügels im Fußboden. Die eingehauene Inschrift ist zeilenweise angeordnet. Text und Darstellungen sind durch zwei eingehauene, umlaufende Linien umrahmt. Links unter dem Schriftfeld die Ritzzeichnung eines Kelchs, rechts des Wappens. An den Rändern ist der Stein zum Teil abgebröckelt.1)

Maße: H. 167 cm; B. 105 cm; Bu. 8 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel, der Versal in Form eines gerundeten pseudounzialen A.

DI 52, Nr. 67 - Schloßkirche, Kreuzgang - 1510

 BBAW Berlin, Inschriftenprojekt (Thomas Kreil) [1/1]

  1. Anno · d(omini)ni · m° · vc · [x°]a) nona · februarij · obijt · vene(r)a(bi)lisb) · d(omi)n(u)s:· echardus · muss:ler · vicarius · kunigu(n)dis quo(n)da(m) · cancellari(us)c) d(omi)ni nu(m)burgen(sis) · c(uius) · a(n)i[(m)a]d)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1510, am neunten Februar, starb der ehrwürdige Herr Eckart Museler, Vikar der (heiligen) Kunigunde, ehedem Kanzler des Herrn Bischofs zu Naumburg, dessen Seele ....

Wappen:
Museler?2)

Kommentar

Eckart Museler aus Zwickau (sein Vater war vielleicht der Stadtvogt Hans Museler, gestorben 1462) studierte ab 1445 in Erfurt.3) Museler erscheint 1470 als Vikar des Kunigundenaltars der Stiftskirche Zeitz.4) Er war Kanzler der Naumburger Bischöfe Heinrich II. (1466–1480), Dietrich IV. (1480–1492) und Johannes III. von Schönberg (1492–1517).5) Museler soll nach einer Notiz von 1494 Baumeister beim Zeitzer Kapitel gewesen sein.6) Im selben Jahr wird er als Zeitzer Kustos erwähnt.7)

Textkritischer Apparat

  1. Ergänzungen nach Lesung von Schubert aus dem Jahr 1967 und einem Foto von 1963.
  2. Die Silbe lis steht über der Zeile.
  3. Das Kürzel für us steht jenseits der inneren Rahmenlinie, Befund nach dem Foto.
  4. Das letzte a steht jenseits der inneren Rahmenlinie, Befund nach dem Foto.

Anmerkungen

  1. Im Januar 1963 wurde der Stein bei Restaurierungsarbeiten durch das Institut für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Halle, im Kreuzgang freigelegt. Vgl. die Fotodokumentation, Album A I, im Museum Schloß Moritzburg, Zeitz, Bild 30. Danach war die Inschrift 1963 gut lesbar.
  2. Wappen Museler? (schräg rechts gelegter, gerauteter Balken, in den Feldern je eine Blüte mit fünf Blättern – Rose?).
  3. Wießner, Das Bistum Naumburg, 1, 2, S. 1069f.
  4. Zader/O I, S. 320. Zu Muselers außerzeitzischen Würden, Ämtern und Einkünften vgl. Wießner, wie Anm. 3.
  5. Zader/O I, S. 320. Liebner, Bd. 4, S. 32. StdtArZz 3500 00/02, varia (auf einer Seite mit der Zahl 33).
  6. Liebner, Bd. 4, S. 33.
  7. Wießner, wie Anm. 4.

Nachweise

  1. Zader/O II, S. 32.
  2. Zader/O/StdtArZz, Buch 3, fol. 504 (Text verkürzt).
  3. LAD Sachsen-Anhalt, Halle, Bestand Zeitz, Foto, undatiert.

Zitierhinweis:
DI 52, Stadt Zeitz, Nr. 67 (Martina Voigt), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di052b007k0006701.