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DI 56: Stadt Braunschweig II (2001)

Nr. 770(†) Städtisches Museum / St. Martini 1621

Beschreibung

Epitaph des Johann Kammann d. Ä. Die Messingtafel mit dem Porträt des Verstorbenen gehört heute zum Bestand des Städtischen Museums und ist im Altstadtrathaus ausgestellt;1) über den Verbleib der übrigen Teile ist nichts bekannt. Im oberen Teil des Epitaphs, das oben in einem Dreipaß endete, drei Wappen. Darunter die Messingtafel mit dem gestochenen Porträt des an einen Tisch gelehnten Kammann, auf dem Tisch sein Hut und an der vorderen Tischkante die Signatur des Kupferstechers (A). Im unteren Teil des Epitaphs war die Inschrift B angebracht, darunter auf einem Schriftband die Signatur des Gießers (C).

Die Inschriften B und C nach der Zeichnung in der Sammlung Sack.

Maße: H.: 52,4 cm; B.: 47,4 cm; Bu.: 0,6 cm (Tafel A).

Schriftart(en): Humanistische Minuskel mit Versalien (A), Kapitalis (B).

  1. A

    Wilh(elm) Schwan sculp(sit)

  2. B†

    MEMORIAE VIRI AMPLISS(I)MIa) / CLAR(ISSI)MIa) ET CONSULTISS(I)MIa) D(OMI)N(I) JOHANNIS / CAMMANI J(URIS) V(TRIUSQUE) L(ICENTIATI) ILLUSTRISS(IMI) ET / CELSISS(IMI) PRINCIP(IS) AC D(OMI)N(I) D(OMI)N(I) FRANCISCI / DUC(IS) SAXON(IS) QUONDAM CONSILIARII / ET VICE CANCELLARII , POSTEA ADVOCATI / IN PATRIA HAC SUA SOLLERTISS(IMI) NATI II / MAII ANNO CHRISTI MDLXII . MORTUI / VERO XXIII MAII MDCXXI/ FILIALIS AMORIS ET OBSERVANTIAE ERGO / L(IBENS) M(ERITO)Q(UE) PONI CURAVIT / JOHANNES CAMMANN I(URIS) V(TRIUSQUE) D(OCTOR) SYNDIC(US) REIP(UBLICAE) PATRIAE BRUNSVICENSIS

  3. C†

    Antoni WYSE fecit .

Übersetzung:

Wilhelm Schwan hat (dies) graviert. (A)

Zum Gedenken an den sehr bedeutenden, hochberühmten und sehr kundigen Herrn Johann Kammann, Lizentiat beider Rechte, einstmals Rat und Vizekanzler des hochberühmten und durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Herrn Herzog Franz von Sachsen, später sehr geschickter Advokat in diesem, seinem Vaterland, geboren am 2. Mai im Jahr Christi 1562, gestorben aber am 23. Mai 1621, hat Johann Kammann, Doktor beider Rechte, Syndikus der Vaterstadt Braunschweig (dieses) aus kindlicher Liebe und Gehorsam gerne und verdientermaßen setzen lassen. (B)

Anton Wyse hat (dies) gemacht. (C)

Wappen:
Kammann2)Rethem3)Conerding4)

Kommentar

Der Kupferstecher Wilhelm Schwan ist in den Jahren 1621 bis 1643 als in Braunschweig tätig nachzuweisen.5)

Johann Kammann d. Ä. wurde bereits 1576 in die Matrikel der Universität Helmstedt eingetragen.6) Im August 1584 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg.7) Er war in erster Ehe mit Anna Conerding, in zweiter Ehe mit Ilse von Rethem verheiratet.8) Zu seinem gleichnamigen Sohn vgl. Nr. 968.

Textkritischer Apparat

  1. Die Buchstaben MI unterstrichen und hochgestellt.

Anmerkungen

  1. Inv. Nr. 11/1/188 (D 112).
  2. Wappen Kammann (aus Ast hervorwachsender Zweig mit drei Eicheln daran). Wappenbeschreibungen nach der Zeichnung in der Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 2 (o. P.).
  3. Wappen Rethem (zwei gekreuzte Fackeln, oben durch eine Halterung verbunden). Vgl. Reidemeister, Genealogien, S. 48/49.
  4. Wappen Conerding (Helm vor zwei gekreuzten Schwertern).
  5. Vgl. Kat. Brunswiek, S. 232f.
  6. Matrikel Helmstedt, Bd. 1, S. 10, Nr. 40.
  7. Matrikel Wittenberg, Bd. 2, S. 323b.
  8. Personenkartei Mack.

Nachweise

  1. Sammlung Sack, Nr. 138, Bd. 1, Teil 1 (o. P., A) u. Teil 2 (o. P., Zeichnung); Bd. 3, p. 47 (A).
  2. Schmidt, Martinskirche, S. 77 (B).

Zitierhinweis:
DI 56, Stadt Braunschweig II, Nr. 770(†) (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di056g009k0077002.