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DI 38: Bergstraße (1994)

Nr. 177a Birkenau, Schloß aus Heidelberg? 1587/1595

Beschreibung

Namensbeischrift und Jahresangabe auf einem Porträt Philipps III. Wambolt von Umstadt.1) Die Ölmalerei auf Leinwand, die sich heute im Treppenhaus des Birkenauer Schlosses befindet, zeigt das Brustbild des in Schwarz mit einer weißen Halskrause gekleideten Philipp. Um den Hals trägt er eine Goldkette, an der unten ein Medaillon mit dem Bildnis Kurfüst Friedrichs IV. befestigt ist. Philipp hebt mit der rechten Hand das untere Ende der Kette leicht an und hält dadurch das Medaillon dem Betrachter entgegen. Rechts oben im Bild befinden sich die Jahresangabe (A) und darunter zwei Wappen. Links oben sind die Ämter Philipps aufgeführt (B).

Maße: H. 80, B. 68 cm.

Schriftart(en): Kapitalis. Fraktur.

DI 38, Nr. 177a - Birkenau, Schloß aus Heidelberg? - 1587/1595

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz [1/1]

  1. A

    AETAT(E) 42 · A(NNO) · 1587 ·

  2. B

    Philips Wambolt Von Vmbstat / Churfürstlicher Pfalz Zubernatora) in / Oberpfalz Groszhoffmeister Zu hey=/delbergk vitztum in der Neustatt

  3. Wappen mit Beischriften:
    WAMBOLT; KNEBEL. 

Kommentar

Philipp war ein Sohn des Wolf Wambolt von Umstadt und der Anna von Gemmingen.2) Laut der Jahresangabe wurde das Bild 1587 gemalt, als Philipp 42 Jahre alt war. Zu dieser Zeit hatte er aber von den in Inschrift (B) genannten Ämtern erst das Viztumsamt zu Neustadt an der Weinstraße bekleidet. Die Verwaltung der Oberpfalz übernahm er erst 1590, und 1595 wurde er zum Großhofmeister am Heidelberger Hof berufen.3) Die Ehe mit Anna Knebel von Katzenelnbogen, deren Wappen sich auf dem Bild befindet, wurde 1594 geschlossen. Der auf dem Medaillon dargestellte Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz regierte von 1592-1610. Offenbar ist das Bild um 1595, nachdem Philipp zum Großhofmeister ernannt worden war, noch einmal überarbeitet worden. Dabei wurden die Inschrift (B), die Wappen und das Medaillon entweder hinzugefügt oder verändert.4)

Philipp starb am 11. Februar 1601 in Heidelberg. Da in dem 1606 erstellten Inventar des Groß-Umstädter Schlosses der Wambolt zu Umstadt ein Hinweis auf das Bild fehlt,5) befand es sich vermutlich in der Heidelberger Wohnung Philipps. Zu unbekannter Zeit wurde es in das Schloß Birkenau gebracht, das seit 1721 im Besitz der Freiherren von Wambolt ist.6) Obwohl der Inschriftenträger also nicht für das Bearbeitungsgebiet gefertigt wurde, werden die Inschriften hier als Anhang ediert, da sie bisher unpubliziert blieben.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. Die Kenntnis des Bildes verdanke ich dem freundlichen Hinweis von Herrn Dr. Johannes Sommer, Darmstadt.
  2. Möller, Stammtafeln NF I, Taf. XLII.
  3. F. Roth, Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften 5, Boppard/Rhein 1967, R 4939, 488f.
  4. Vgl. J. Sommer, Das Renaissance-Rathaus in Groß-Umstadt, Königstein im Taunus 1993, 16.
  5. Freundlicher Hinweis von Herrn Dr. Johannes Sommer, Darmstadt.
  6. Einsingbach, Kdm. 144.

Zitierhinweis:
DI 38, Bergstraße, Nr. 177a (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di038mz04k00177a2.