Suchergebnis

Ihre Suche hat Treffer ergeben. Sie sehen den Treffer Nummer .

DI 28: Hameln (1989)

Nr. 134 St. Bonifatii 1627

Beschreibung

Grabplatte des Hinrich Jürgen Reiche, hochrechteckig. Kalksandstein. Sie befindet sich heute an der Westwand der Kirche. Im Innenfeld ist der Verstorbene in Lebensgröße dargestellt in bürgerlicher Kleidung, halbplastisch in einer Bogenarchitektur. Seine Linke ruht auf dem Degenknauf, die Rechte ist in die Hüfte gestützt. In Kopfhöhe der Figur befinden sich auf beiden Seiten je zwei Wappen. Die Inschrift läuft vierseitig um, sie ist erhaben ausgeführt.

Die Grabplatte wurde in letzter Zeit restauriert und mit einer neuen Farbgebung versehen: Die Kleidung der Figur ist schwarz mit weißer Halskrause und ebensolchen Manschetten, der Degenknauf ist ockerfarben, der Hintergrund weiß. Die Schrift ist weiß auf schwarzem Grund hervorgehoben.

Maße: H.: 196 cm; B.: 85 cm; Bu.: 4,5 cm. Kapitalis.

DI 28, Nr.134 - Hameln, St. Bonifatii - 1627

 Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege [1/1]

  1. ANNO 1627a) DEN TAG NACH DEM / NEUHEN IAHR · WAR DER · 2 IANUARIYb) ABENS ZWISCHEN 9c) VND 10d) IST HINRICH IVRGEN REICHEN / SELIG VON DIESER WELT ABGESCHEIDEN / GOTT GEBE IHM EINE FROLICHE AVFERSTEHVNG · SEINES ALTERS IMe) 33 · IAHR

Wappen:
Reiche1)(Schild schräggeteilt durch eine in der Mitte zickzackartig aufsteigende Linie)2)
?(Fisch mit dem Kopf nach unten um einen Stab geschlungen)3)
Mathias(Hausmarke, vgl. Anhang 3, HK 98)
Raven(Hakenkreuz)4)

Kommentar

Zur Gestaltung der Schrift ist anzumerken, daß U in NEUHEN und IANUARIY nur aus zwei senkrechten Schäften besteht und der Bogen fehlt. Auffällig ist, daß nur in diesen beiden Fällen U als U geschrieben ist, die übrige Inschrift hat V-Schreibung.

Hinrich Jürgen Reiche ist der Sohn der Eheleute Friedrich Reiche und Anna Mathias (vgl. Nr. 90). Er heiratete 1624 Katharine Fischers aus Göttingen5), im selben Jahr wurde er Bürger. Ein Jahr später wurde die Tochter Anna Katherine geboren, 1627 der Sohn Heinrich Georg. Das Register vermerkt, daß die Mutter bei der Geburt des Sohns bereits Witwe war6).

Textkritischer Apparat

  1. 1627] Die 6 wurde bei der Restaurierung ergänzt.
  2. 2 IANUARIY] 2te Januarius Herr.
  3. ZWISCHEN 9] S bis 9 bei der Restaurierung ergänzt.
  4. 10] 10 Uhr Herr.
  5. IM] fehlt Herr.

Anmerkungen

  1. Vgl. Nr. 90.
  2. Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 9, S. 25, Tafel 26.
  3. Möglicherweise handelt es sich hier um das Wappen der Ehefrau des Verstorbenen mit Namen Fischers.
  4. Die Familie Raven ist in Einbeck nachgewiesen.
  5. Kirchenbuchamt Hameln, Kirchenbuch St. Bonifatii, Eheregister, 1624, S. 4 (neue Paginierung).
  6. Sta Hameln, Kirchenbuchregister. Die Geburtsdaten der Kinder finden sich nur im Register, im Kirchenbuch selbst sind die entsprechenden Einträge nicht nachzuweisen. – Die aus den Kirchenbuchregistern ermittelten Daten stimmen nicht überein mit der von Bernhard von Reiche erstellten Genealogie, vgl. v. Reiche, Stammtafel. Der Stammtafel zufolge hätte der Verstorbene zwei Söhne gehabt, während das Kirchenbuchregister eine Tochter und einen posthum geborenen Sohn nachweist.

Nachweise

  1. Herr, S. 144.

Zitierhinweis:
DI 28, Hameln, Nr. 134 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di028g004k0013407.