Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 384 Stadtmuseum, aus Domkreuzgang 1513

Beschreibung

Schlußstein mit Stifterinschrift des Wormser Kanonikers und späteren Speyerer Bischofs Philipp von Flersheim. Oben in der Nordinnenwand des nördlichen Seitenschiffs der Andreaskirche eingemauert, 1. Schlußstein von Westen, früher am Storchenturm in Herrnsheim, aus dem Domkreuzgang; 1960 vom Museum angekauft.1) Runder roter Sandstein mit Umschrift (A) auf abgefastem Rand; im Feld von Astwerk gerahmt Allianzwappen, in der Mitte dazwischen Jahreszahl (B). Nur leicht bestoßen. Die Inschrift beginnt oben.

Maße: Dm. 85, Bu. 5, Z. 7,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 29, Nr.384 - Worms, Stadtmuseum, aus Kreuzgang - 1513

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. A

    + Philippus · de · flerßhema) · Cantor · Spiren(sis) · ac · eiusdem · atq(ue) · huius · Wormacien(sis) · eccl(es)iaru(m) · Canonicusb)

  2. B

    · 1 · 5 · 1 · [3] ·

Wappen:
Flersheim-Kranch von Kirchheim.

Kommentar

Wie bei den übrigen Schlußsteinen aus dem Domkreuzgang mit gotischer Minuskel enthält die Inschrift Philipps von Flersheim fremde Versalien wie frakturähnliches S, C mit angedeutetem Abschlußstrich oder Brechung und ein übergroßes aus der gotischen Minuskel entlehntes P.

Philipp war der Sohn des Hans und der Ottilia Kranch von Kirchheim.2) Seine geistliche Karriere begann schon 1491 am Wormser Martinsstift und führte über Domkanonikate in Speyer und Worms und die Kantorei am Speyerer Domstift zu zahlreichen Bepfründungen; 1529 erlangte der Doktor beider Rechte zuerst die Propstei, dann die Bischofswürde in Speyer.3) Einzelheiten zu seiner Karriere sind teilweise der Gedenkinschrift von 1548/49 in der Martinskirche zu entnehmen.4)

Textkritischer Apparat

  1. Sic.
  2. Helwich hat nur Sachinformationen in Name, Titeln und Jahr.

Anmerkungen

  1. Schmitt u. Illert, Tätigkeitsbericht 1960, 113.
  2. Möller, Stammtafeln NF I Taf. XVII.
  3. Fouquet, Speyerer Domkapitel II 502ff.; Biographisches bei Stiefenhöfer, Philipp von Flersheim.
  4. Vgl. Nr. 440.

Nachweise

  1. Helwich, Syntagma 14.
  2. Kautzsch, Dom Taf. 111n.
  3. Schmitt, Bildwerke 283 Nr. 10.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 384 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di029mz02k0038403.