Inschriftenkatalog: Stadt Worms

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 29: Worms (1991)

Nr. 243 Dombereich M.15. Jh.

Beschreibung

Grabplatte einer unbekannten Person. In Nordwand des Kiosks eingelassen, aus dem Bereich des Domstiftes, beim Abriß in Mauer der Südwestecke des Domvorplatzes gefunden. Zwei Fragmente einer ehemals hochrechteckigen Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift zwischen Linien. Abgebrochen und beschnitten, Oberfläche angewittert.

Maße: H1. 30, B1. 43, H2. 26, B2. 24, Bu. 7,5-8,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel, spät.

DI 29, Nr.243 - Worms, Dombereich - M.15. Jh.

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Dr. Rüdiger Fuchs) [1/1]

  1. [AN]NO · D(OMI)N[I ... / .....]NICa)[.... / ..... ..........]

Kommentar

Gleiches Material, Dicke und Abstand von äußerer Zeilenmarkierung zum Steinrand legen eine Zusammenfassung der beiden Fragmente nahe. In der jüngeren gotischen Majuskel hatte sich auch die nicht mehr symmetrische Bildung von C und D wenigstens teilweise durchgesetzt: C besitzt kurze Dorne am dünnen Abschlußstrich, während der Bogen des D weit über den kurzen, mit Spitzen versehenen Schaft hinübergreift.

Falls der Silbenrest NIC nicht zu CANONICUS zu ergänzen ist, wäre eine Ableitung aus NICOLAUS denkbar, durch die konkave Bruchkante rechts des C sogar wahrscheinlich. Hypothetisch ließen sich die Fragmente dann der Grabplatte des Domscholasters Dr. Johannes von Naumburg zuordnen, der an der Nikolausvigil 1451 starb.1)

Textkritischer Apparat

  1. Die Position ist hypothetisch, möglich wäre auch die linke Seite, da auch zu CANO]NIC[US ergänzt werden könnte; vgl. bei Anm. 1.

Anmerkungen

  1. Vgl. übernächste Nr.

Zitierhinweis:
DI 29, Worms, Nr. 243 (Rüdiger Fuchs), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di029mz02k0024305.