Inschriftenkatalog: Stadt Wiesbaden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 51: Wiesbaden (2000)

Nr. 118 Wiesbaden-Erbenheim, Ev. Pauluskirche 1692?

Beschreibung

Grabplatte des Pfarrers Samuel Karcher, ehemals vor der Kanzel im Mittelgang der Kirche unter dem alten Bodenbelag, bei der Renovierung 1957 erhoben,1) seit 1959 außen an der Südwand der Kirche als erste, östlichste Platte von insgesamt dreien angebracht. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein, im von einer Linie gerahmten Feld oben fünf Zeilen der Grabinschrift, darunter reliefierter Kelch auf Kartusche, darunter weitere fünf Zeilen der Inschrift. Dreiecke dienen als Worttrenner. Verwitterungsspuren rechts unten.

Erg. nach Krag.

Maße: H. 194, B. 92, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 51, Nr. 118 - Wiesbaden-Erbenheim, Ev. Pauluskirche - 1692?

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. SAMVEL · CARCHER / SARAEPONTANVS EXVL / SYMBOLVM / SOLVS CHRISTVS / SOLATIVM EST // NATVS ANNO M · DC · LVII / DIE · XXV · FEBR(VARII) / OBYT · ANNO · M · DC · LXXX[XII]a) / DIE · XIII · FEBR(VARII) / PASTOR · IN · ERBENH[EIM].

Übersetzung:

Samuel Karcher, aus Saarbrücken ausgewiesen, - sein Wahlspruch ist: nur Christus ist Trost - geboren im Jahr 1657, am 25. Februar, gestorben im Jahr 169?, am 13. Februar, Pfarrer in Erbenheim.

Kommentar

Die schlanke Kapitalis zeigt M mit schrägstehenden Schäften und kurzem Mittelteil, N mit geschwungenem Schrägbalken und R mit am Bogen ansetzender, geschwungener Cauda.

Samuel Karcher2) wurde am 25. Februar 1657 als Sohn des Kronenwirts und Metzgers Hans Nickel Karcher und dessen Ehefrau Eva Barbara, geb. Rotsch, in Saarbrücken geboren. 1674 ist er in Straßburg immatrikuliert und 1679-81 Pfarrer in Güdingen gewesen. 1686 ist er als „Exul“ in Wiesbaden nachgewiesen;3) im Erbenheimer Kirchenbuch wird er zu 1687 erstmals verzeichnet.4) Er war zweimal verheiratet:2) nur kurz mit Katharina Elisabeth Stroh, die am 15. März 1690 in Erbenhein im Alter von 29 Jahren verstarb, und mit der Rüssinger Pfarrerwitwe Maria Katharina, Tochter des Andreas Schmidt, Pfarrers in Katharinenburg und Birlenbach im Elsaß.

Textkritischer Apparat

  1. Lesung infolge Verwitterung nicht eindeutig.

Anmerkungen

  1. Nach Krag 28.
  2. Freundl. Hinweise auf den Verstorbenen und seine biografischen Daten von Dr. Hellmuth Gensicke vom 5. August 1999, auch zum Folgenden.
  3. Stern/Stern, Wiesbadener Kirchenbuch 218.
  4. Krag 36.

Nachweise

  1. Krag, Evangelische Kirche 35.

Zitierhinweis:
DI 51, Wiesbaden, Nr. 118 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di051mz05k0011802.