Inschriftenkatalog: Stadt Wiesbaden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 51: Wiesbaden (2000)

Nr. 109 Wiesbaden-Breckenheim, Ev. Kirche 1668

Beschreibung

Epitaph des Johann Wilhelm Keim. Platte aus rotem Sandstein, heute im Chor neben dem Hochaltar an der Nordwand angebracht. Oben links beginnend und auf dem Rand entgegengesetzt umlaufend zwei Bibelzitate (B, C). Im Mittelfeld oben in einen Rundbogen eingestellte Kreuzigungsgruppe auf einem Sockel, Kreuz mit Titulus (E). Zu Füßen des Sockels Beterreihe in Flachrelief, über den Köpfen kleine Kreuze und Initialen der Familienangehörigen (D), links kniet der Verstorbene, rechts vor ihm drei jugendliche und zwei erwachsene weibliche Figuren. Darunter neunzeilige Grabinschrift (A) und Zeichen mit Initialen1). Oberfläche der Inschrifttafel teilweise beschädigt mit Textverlusten, durch knappe Einmauerung in die Wand auch teilweise Beschädigung von Buchstaben bei den Umschriften (B) und (C).

Maße: H. 110, B. ca. 68,5, Bu. 2 (A), 3,5 (B), 1 (D) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 51, Nr. 109 - Wiesbaden-Breckenheim, Ev. Kirche - 1668

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. A

    AN(N)O 1668 den 2[7] DECEMBRIS STARB / DER EHRENHAFTE IOHAN WILHELM / KEIM GEWESENER GERIHTSSCHÖPF · VN/DERSCHVLTHEIS VND KIRHENSENIOR ZV / BREEKENHEIM VBER 40 IAHR LANG DESEN / SEEL GOTT DER ALMEGTIGE WOLE GENED/IG VND BARMHERZIG SEIN VND EIN FROLI/GE AVFERSTEVNG ZVM EWIGEN LEBEN VE/RLEIEN AMEN HERR IESV CHRISTE AMEN

  2. B

    DAS BLVT IESV CHRISTI REINIGET VNS VON / ALEN SVNDEN2) CHRISTVS IST MEIN LEBEN STERBEN IST MEIN GEWINN 3)

  3. C

    ALSO HATT GOTT DIE WELT GELIBT DAS ER SEIN EINGEBORNEN SOHN GAB AVF DAS ALE / DIE AN IHN [...] GLAVBEN NIT VERLOREN / WERDEN (et)4)

  4. D

    I(OHANN) W(ILHELM) K(EIM)a) / Ea) / A Ka) / A Ma) / M Ka) / A E

  5. E

    I(ESVS) N(AZARENVS) R(EX) I(VDEORVM)5)

Kommentar

Die schlanke Kapitalis zeigt als Besonderheit ein G mit lang nach unten gezogener Cauda unter einem verhältnismäßig kleinen Bogen, also ähnlich einem unzialen G.

Johann Wilhelm Keim war 1667 Unterschultheiß und Zöllner zu Breckenheim; das Kirchenbuch vermerkt seinen Tod erst zum Jahre 1677.6)

Textkritischer Apparat

  1. Bezeichnet mit Kreuz für verstorben.

Anmerkungen

  1. Zeichen Taf. 33 Nr. 12 mit Initialen W(ILHELM) K(EIM).
  2. 1 Joh 1,7.
  3. Phil 1,21.
  4. Joh 3,16, Versende: „verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“.
  5. Nach Joh 19,19.
  6. Freundl. Hinweis Dr. Hellmuth Gensicke vom 5. August 1999; vgl. auch Sebastian, Einwohnerverzeichnis 234.

Nachweise

  1. Wolf, Kirchen 85 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 51, Wiesbaden, Nr. 109 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di051mz05k0010905.