Inschriftenkatalog: Stadt Wiesbaden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 51: Wiesbaden (2000)

Nr. 101 Wiesbaden, Museum (aus ehem. Mauritiuskirche) 1634

Beschreibung

Sarg mit Grabinschrift der Philippa Barbara Wild- und Rheingräfin, geborene von Fleckenstein zu Dagstuhl. Der ehemals in einem unversehrten Gewölbe mitten im Chor gefundene, am 17. Mai 1852 erhobene und ins Museum verbrachte Zinnsarg1) zeigt einen Schmuck aus geflügelten Engelsköpfen als Fußstollen, je drei von Löwen gehaltene Griffringe sowie pro Seite 14 Löwenköpfchen an den beiden Schrägwänden des Deckels, die zweireihig übereinandergesetzt sind. Die Inschriften, jeweils zehnzeilig Grabinschrift (A) und Bibelzitat (B), sind in ein flachreliefiertes Kreuz auf dem Deckel eingeritzt. 1958 restauriert.

Maße: L. 184, Kreuz L. 162, B. 75, Bu. 1 cm.

Schriftart(en): Kapitalis, geritzt.

DI 51, Nr. 101 - Wiesbaden, Museum (aus ehem. Mauritiuskirche) - 1634

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. A

    ANNO 1585 DEN 22. IVLY IST DIE HOCHWOL / GEBORNE GREVIN VNT FRAW FRAW PHILIPPA / BARBARA WILT VNT REINGREVIN GEBORNE VON / FLIECKENSTEIN FREWE FRAW ZV DACHST(VHL) VFFa) / DISE WELD GEBOREN VND DEN 10. OCTOBERIS / ANNO 1634 WIEDERVMB SELIGEN AVS DIESR / WELTT ABGESCHIDEN. IST ALSO IHRO GENADEN / ALTER 49 IAR 2 MONAT 19 TAG WELCHER SELENb) / DER LIBE GOTT / GENADE

  2. B

    LEBEN WIR SO / LEBEN WIR DEM / HERREN STERBEN / WIR SO STRBENc) / WIR DEM HERRNd) / DARVMB WIR LEBEN / ODER STERBEN / SO SEIND WIR DES / HERRN / ROM 14. CAP2)

Kommentar

Philippa Barbara, Tochter des Philipp Wolfgang von Fleckenstein zu Dagstuhl, war in erster Ehe verheiratet mit Philipp Graf von Eberstein, in zweiter Ehe mit dem Wild- und Rheingrafen Otto II. d.J. zu Kyrburg, Sohn Ottos I. und der Ottilie von Nassau-Weilburg, der 1637 in Straßburg verstarb und dort im Münster beigesetzt wurde.3) Möglicherweise weilte die Wild- und Rheingräfin in Wiesbaden zur Kur.

Textkritischer Apparat

  1. Sieht aus wie VEE, davor Lücke.
  2. Rossel welcherselben.
  3. Sic!
  4. Bei Rossel und Roth fehlt der Rest der Inschrift nach HERRN.

Anmerkungen

  1. Inv.-Nr. 10911, SNA Dachmagazin.
  2. Röm 14,8.
  3. Europ. Stammtafeln NF IV Taf. 105.

Nachweise

  1. Rossel, Kirchl. Alterthümer 34.
  2. Roth, Geschichte Wiesbaden 284 (nach Rossel).

Zitierhinweis:
DI 51, Wiesbaden, Nr. 101 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di051mz05k0010109.