Inschriftenkatalog: Stadt Wiesbaden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 51: Wiesbaden (2000)

Nr. 99 Wiesbaden, Museum (von ehem. Mauritiusfriedhof) 1624

Beschreibung

Epitaph des Johann Philipp Fell.1) Hochrechteckiger Stein aus Schiefer, im Feld von Linie gerahmte Grabinschrift, von der achtzehn Zeilen lesbar sind, unten und oben rechts Schriftverlust. Zwei Wappen im aufgesetzten Volutengiebel, der allerdings zum Epitaph Knefel (vorherige Nr.) gehört. Die Wappen auf dem heutigen Giebel des Epitaphs Knefel weisen keine Schildbilder auf. Als Worttrenner dienen Dreiecke.

Maße: H. ca. 81, B. 57,5, Bu. 1,8 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Di 51, Nr. 99 - Wiesbaden, Museum (von ehem. Mauritiusfriedhof) - 1624

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. [IO]HANNES PHILIPVS FELL[ – – – IN] / DISE WELT GEBOREN DEN 22 [...] / SEPTEMBRIS A(NN)O · 1603 · SEIN VAT[ER] / IST E[..] PHILIPS FELL DAZVM[AL] / PFARHERR ZV AVROF SEINE MV[TTER] / CATHARINA KARLEN SCHNEITER[S] / DOCHTER ZV ITZSTEIN HAT STVDIRT / ZV ITZSTEIN VSINGEN FRANCFORT / AM MAYN VND · 2 · IAHR AVF DER VNI/VERSITET STRASBVRG VON DANNEN / NAHER WIESBADEN ALHIER ZVM SCHVL/DIENER BERVFEN VND ANGENOMMEN / DEN · 10 · DAG IVLY A(NN)O · 1623 · STARB / PESTE DEN · 8 · DAG IANVARY A(NN)O · 1624 / SEINES ALTERS · 21 · IAHR · 16 · WOCHEN / 1 · DAG DEME SAMPT ALLEN CHRIST/[GL]AVBIGEN DER ALMECHTIGE BARM/[HER]TZIGE GOTT EIN FRÖLICH [AVFERSTEHVNG VERLEIHE – – – ]a)

Kommentar

Mit dem gleichartigen Epitaph für die Knefelschen Kinder (vorherige Nr.) gehört das des Johann Philipp Fell zur Produktion einer in den Herrschaften Wiesbaden und Idstein tätigen Werkstatt.

Als Pate ist ein Philipp Fellius, Schulmeister („ludimoderator“) in Wiesbaden, zum 24. September 1623 im Wiesbadener Taufbuch verzeichnet.2) Der Vater des Verstorbenen war der aus Weißkirchen3) gebürtige, 1590 als Pfarrer in Auroff4), dann ab 1603-1628 als Walsdorfer Pfarrer belegte Philipp Fell.5) Anna Dorothea, Schwester des Verstorbenen Johann Philipp und Witwe des Kellers Georg Emmerich, wurde übrigens 1676 der Hexerei angeklagt.6)

Textkritischer Apparat

  1. Ergänzt nach zeitüblichen Gepflogenheiten, Varianten möglich.

Anmerkungen

  1. Inv.-Nr. 89, SNA, Schausammlungen.
  2. Vgl. auch Stern/Stern, Wiesbadener Taufbuch 118.
  3. Heute Stadt Usingen, Hochtaunuskreis.
  4. Heute Oberauroff, Stadt Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis. Zum Vorgang vgl. Ziemer, Pfarrbesetzung 456.
  5. Ziemer, Idsteiner Hexenjagd 172, Anm.
  6. Ebd. 172.

Nachweise

  1. Buschmann, Nordfriedhof 151 Nr. 6, 469 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 51, Wiesbaden, Nr. 99 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di051mz05k0009904.