Inschriftenkatalog: Stadt Wiesbaden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 51: Wiesbaden (2000)

Nr. 97 Wiesbaden, Museum (aus ehem. Mauritiuskirche) 1622 oder danach

Beschreibung

Epitaph für Johann Anton Scheffer (Schöffer), seine Ehefrau Maria, geb. Moritz (Maurit), und ihre Kinder; ehemals wohl in der Mauritiuskirche, heute in SNA, Schausammlungen am Kellerabgang.1) Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein. Im Feld 14zeilige Grab- bzw. Memorialinschrift, von Linie umrahmt. Auf dem linken Rand Kreuze für die bereits Verstorbenen. Die linke untere Ecke ergänzt. Dreiecke dienen als Worttrenner.

Maße: H. 80, B. 76,5, Bu. 2,5-3,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 51, Nr. 97 - Wiesbaden, Museum (aus ehem. Mauritiuskirche) - 1622 oder danach

 Akademie, Thomas G. Tempel [1/1]

  1. SEPVLTVRA · IOA(NN)IS · ANTHO(N)Y · SCHEF(E)RIa) / (et)b) MARIAE · MAVRIT·IN · CO(N)IVG(VM) · AC LIBEROR(VM)c) /IOA(NN)ES ANTHO(N)I SCHEFER: NAT(VS) A(NN)O · 1585 · OBIIT 〈....〉 /MARIA MAVRITIN · NATA · A(NN)O · 1587 · OBIIT 〈....〉 /AN(N)A CATHARINAd) · NATA · A(NN)O · 16062) · OBIIT 1606 /ELISABETHAd) · NATA A(NN)O · 16073) · OBIIT A(NN)O · 1608 /MARGRETA · NATA · A(NN)O · 16094) · OBIIT 〈....〉 /MAGDALENA · NATA · A(NN)O · 16115) · OBIIT 〈....〉 /IOAN · ECCARD · NATVS · A(NN)O · 16136) · OBIIT 〈....〉 /IOAN · ANTHONIe) · NATVS · A(NN)O · 16157) · OBIIT · 1615 · /MICHAELe) · NATVS · A(NN)O · 16168) · OBIIT · A(NN)O · 1616 /[A]N(N)A MARIAe) · NATA · A(NN)O · 16189) · OBIIT · A(NN)O · 1618 /[N]ICOLAVSe) · NATVS · A(NN)O · 161910) · OBIIT · A(NN)O · 1622 /[EL]ISABETA · NATA · A(NN)O · 162111) · OBIIT 〈....〉

Übersetzung:

Begräbnis der Eheleute Johann Anton Scheffer und Maria Maurit und ihrer Kinder (es folgen die Namen, Geburts- und Sterbejahre).

Kommentar

Eine genaue Mitteilung der Geburts- und Sterbetage fehlt, auch eine Fürbitte für die bereits früh verstorbenen Kinder. Die einheitliche Schriftform zeigt, daß der Stein 1622, dem letzten vermerkten Todesjahr, oder danach entstand.

Eine Familie Scheffer (Schöffer) ist in Wiesbaden seit dem 14. Jahrhundert nachzuweisen; Moritz Scheffer, der Vater des Johann Anton, war zwischen 1524 und 1549 Schultheiß der Stadt.12) (Johann) Anton(ius) Scheffer,13) für den ein Studium in Marburg 1603 belegt ist, heiratete 1606 Maria, Tochter des Landbereiters in Idstein Michael Moritz. Johann Anton Scheffer war 1608 Substitut des Stadtgerichts und 1609/10 Baurechner („Baumeister“) beim Bau des Neuen Rathauses (Nr. 91). Er war zudem Pächter des stadteigenen Wirtshauses „Zum Goldenen Löwen“ und ist als Geschworener 1612, als Wiesbadener Gerichtsschöffe 1613 nachgewiesen. Um 1626 schied er aus dem Wiesbadener Schöffenkolleg aus und wurde gräflicher Keller und Rentmeister zu Wiesbaden. Johann Antons Bruder war der Wiesbadener Oberschultheiß Hans Peter.14)

Textkritischer Apparat

  1. I auf dem Rand.
  2. Auf dem Rand in Ligatur.
  3. O klein, R auf dem Rand. Die folgenden Zeilen in kleinerer Schrift.
  4. Links neben dem Namen kleines Sterbekreuzchen auf dem Rand.
  5. Sterbekreuzchen verloren.

Anmerkungen

  1. Ohne Inv.-Nr.
  2. * 2. März 1606, genannt Anna Maria, Gevatterin Katharina von Stockheim, vgl. Stern/Stern, Wiesbadener Taufbuch 53.
  3. * 19. April 1607, vgl. ebd. 58.
  4. * 5. März 1609, vgl. ebd. 67.
  5. Lücke im Taufbuch, vermerkt ebd. 69.
  6. * 5. Dezember 1613, vgl. ebd. 73.
  7. * 15. Oktober 1615, vgl. ebd. 80.
  8. * 29. September 1616, genannt Johann Michael, kurz nach der Taufe verstorben, vgl. ebd. 85.
  9. * vor 10. Mai 1618, Lücke im Taufbuch, vermerkt ebd. 91.
  10. * 15. August 1619, vgl. ebd. 97.
  11. * 17. Juni 1621, vgl. ebd. 106.
  12. Vgl. Renkhoff, Wiesbaden im Mittelalter 359. Moritz Scheffer starb am 2. März 1587, vgl. Schöner, Verstorbene 208.
  13. Bleymehl-Eiler, Stadt 1206 Nr. 241 zu allen biografischen Angaben.
  14. Ebd. 1138 Nr. 13 mit der Schreibung Schöffer.

Zitierhinweis:
DI 51, Wiesbaden, Nr. 97 (Yvonne Monsees), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di051mz05k0009709.