Die Inschriften der Stadt Passau bis zum Stadtbrand von 1662

3. Die nicht-originale Überlieferung der Inschriften

von Ramona Epp

Vom gesamten Inschriftenbestand der Stadt Passau sind 38% nur noch kopial überliefert. Entscheidende Ereignisse in der Verlustgeschichte sind sicherlich die beiden Stadtbrände im 17. Jahrhundert112), von denen der erste als obere Zeitgrenze für den Erfassungszeitraum dient. Bei diesem Brand wurde die Stadt erheblich zerstört. Auch der Dom wurde in Mitleidenschaft gezogen. Das Dach und ein Großteil der Inneneinrichtung, darunter Bischofsgrabmäler, verbrannten. In der Folge stürzten Teile des Gewölbes ein113). Das Ausmaß des Brandes muss so verheerend gewesen sein, dass sogar das Glockenmetall zerschmolzen ist114). Der Schaden führte dann auch zu dem barocken Neubau. Das Kloster Niedernburg wurde beide Male zerstört, zumal der zweite Brand sogar vom Kloster ausging115). 1662 brannte die Marienkirche ab, von der heute nur noch die Vorhalle erhalten ist116). Die Stadtbrände markieren das Ende der mittelalterlichen und den Beginn der barocken Stadt.

Einen anderen großen Einschnitt stellt die Säkularisation dar. Zu der Zeit (1812/1813) wurde der Domkreuzgang samt der in ihm gelegenen Kapellen abgerissen, die Grabmäler wurden als Material veräußert117). Es finden sich auch heute noch Grabplatten in diversen Privathäusern, die dort als Baumaterial, meist als Fußbodenbelag im Hausflur bzw. in der Einfahrt, verwendet wurden. In einigen Fällen konnte über die kopiale Überlieferung nachgewiesen werden, dass diese Platten aus dem Domkreuzgang stammen118). Die „wiederverwehrteten“ Grabplatten finden sich auch außerhalb von Passau bis hinunter nach Obernzell119). Marmorplatten gingen beim Abriss des Domkreuzganges u.a. an die königliche Straßenbauoberinspektion120). Die heute noch im Domhof vorhandenen Grabmäler wurden von Bischof Heinrich von Hofstätter (1839–1875) zurückgekauft121).

Weitere Verluste aus der Zeit der Säkularisation sind auch von anderen Stellen in der Stadt zu melden. Im Jahre 1809 wurde die Wolfgangskapelle in Niedernburg profaniert, wobei die dort noch bei Seyffert verzeichneten Grabmäler verloren gingen122). Das ehemalige Augustinerchorherrenstift St. Nikola traf es besonders hart. Das Stift wurde 1804 aufgehoben. Zunächst sollte dort eine Porzellanfabrik untergebracht werden, die Räume dienten dann aber als Kaserne, zuletzt als Magazin. Altäre, Kanzel und Chorgestühl wurden in die Pfarrkirche von Vilshofen verbracht123). Sämtliche Nebenkirchen des Klosters wurden bei der Säkularisation entweder abgetragen oder profaniert124). Von dem Schicksal der dortigen Grabmäler zeugt exemplarisch ein Brief, mit dem sich eine Nachzeichnung einer Narrengrabplatte erhalten hat125). Sie galt als wissenschaftlich wenig wertvoll und wurde daher in Passau belassen, was sie nicht rettete. Aus der zu St. Nikola gehörenden profanierten Spitalkirche St. Maria ist nur eine Inschrift überliefert126). St. Salvator wurde ebenfalls an eine Privat- [Druckseite XXIII] person verkauft, jedoch unter Bischof Heinrich von Hofstätter 1842 zurückgekauft und restauriert127). Sämtliche im Katalog genannten Inschriften aus St. Salvator sind nur noch kopial überliefert128). Während der Säkularisation, und teils auch schon davor, gingen mehrere Kirchen oder Kapellen verloren, die aber für die inschriftliche Überlieferung weniger relevant sind. Zu erwähnen wäre noch die ehemalige Kirche St. Ägid, die verkauft wurde und seither als Wohnhaus dient.

Der zweite Weltkrieg brachte keine großen Verluste. Zu nennen ist jedoch die Wappengrabplatte für Albrecht den Handschuster (†1362), die zu der Zeit zerstört wurde129).

Umbauten und Modernisierungen sind leider bis in unsere Tage Gründe für den Verlust von inschriftlichem Quellengut130). So wurden beispielsweise bei der Renovierung der Andreaskapelle 1960 einige Grabmäler beschädigt, so z.B. das Epitaph des Ludwig von Ebm131). Seit der Renovierung von St. Severin in den Neuziger Jahren sind einige von der Außenwand dieser Kirche stammende Inschriftentafeln verschollen132).

Handschriftliche Überlieferung

Bayerische Staatsbibliothek München

– Clm 1204: Sammelband (Maße 29,5 x 22 cm), Einband aus Pappe, mit grauem Stoff überzogen, 78 Folioseiten aus Papier und zusätzlich 4 Pergamentblätter; Sammelband, kein Titel, verschiedene Exzerpte, v.a. niederbayerische Klöster betreffend, ab fol. 49v zu Passau, 1517 (?)133).

Der Band überliefert im Rahmen von Randnotizen nur zwei für den Inschriftenband wesentliche Objekte in Nachzeichnung, einmal die Inschrift auf der Heilikatumba (Nr. 1) und zum anderen die Schrifttafel an der ehemaligen Marienkirche im Kloster Niedernburg (Nr. 4).

– Clm 1302: Grabschriftensammlung (Maße 29,5 x 19,5 cm), Einband aus Pappe mit Lederüberzug, 145 beschriebene Seiten, Seitenzählung, Papier, kein Titel, Vermerk auf erster Seite oben: J(osephus) D(omenicus) Card(ina)lis de Lamberg, Fürstbischof (1723–1761)134).

Die Abschriften wurden teils sehr ungenau erfasst. Die Palette der Fehler reicht von falschen Namenschreibungen oder Jahreszahlen über das häufige Weglassen vom Inschriftenbeginn135) oder Vornamen (v.a. bei weiblichen Verstorbenen) bis hin zu anderen Formulierungen bestimmter Textteile. Es wird der Eindruck vermittelt, dass an vielen Stellen das Augenmerk mehr auf den Inhalt als auf den Wortlaut gerichtet wurde, es ist daher nicht auszuschließen, dass einige Inschriften nur fragmentarisch überliefert sind bzw. mehr eine Inhaltsangabe der Grabschrift darstellen. Allerdings ist dies nicht durch das gesamte Manuskript zu konstatieren. An anderen Stellen ist der Inschriftentext sehr ausführlich überliefert. Der anonyme Abschreiber geht offenbar nach Standorten vor, die er in Form von Zwischenüberschriften angibt, verzeichnet diese jedoch nicht einheitlich. An manchen Stellen scheint er Angaben vergessen zu haben. Besonders bei kleineren Kirchen, die im hinteren Teil der Handschrift aufgeführt werden, fehlen Standortangaben. Der Abschreiber beginnt mit dem Dombereich mit Behandlung mehrerer Kapellen, führt dann Inschriften auf, die sich in St. Salvator befunden haben müssten, ohne dass er einen Standort angibt, um dann verschiedene kleinere Kirchen anzusprechen, oft nur mit wenigen Inschriftennennungen, und schließt mit den klösterlichen Kirchen, v.a. Niedernburg, aber auch Jesuiten- und Franziskanerkirche. Ein weiteres Manko der Überlieferung ist die Tatsache, dass der Kopist keinerlei weiterführende Angaben zu seinen Abschriften macht. Er zitiert (oder resümiert?) lediglich den Inschriftentext und gibt darunter die Namen der Wappenführer an, soweit sich Wappen auf dem Grabmal befanden. Der Wert der Handschrift liegt darin, dass sie für einige Grabschriften die einzige Quelle darstellt. Ihre Quellenfunktion spielte bereits im 19. Jahrhundert eine Rolle, da die Handschrift – direkt oder indirekt – in zwei weiteren kopialen Überlieferungen angeführt wird. Brunner in BZAR Gen 1279 nennt sie nur an wenigen Stellen ausdrücklich, übernimmt jedoch öfter deren Abschrift, was er zwar in der Regel nicht angibt, [Druckseite XXIV] was man aber aus dem fehlerhaften oder unvollständigen Wortlaut schließen kann, der nicht selten von Brunner selbst nachträglich verbessert wurde. Wimmer aus ABP OA, Sammlung Stinglhamer/Krick 151 bzw. StBP Hist. eccl. 130 VII gr zitiert die Handschrift direkt, weist aber häufiger in Kommentaren auf die wahrscheinlich oder offensichtlich falsche Überlieferung hin. Hier zeigt sich das Problem von Clm 1302. Wegen der teils ungenauen Erfassung ist der kopiale Wortlaut mit Vorsicht zu genießen. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass also drei oder vier Überlieferungen ein und derselben Inschrift nicht unbedingt genauso viele Belege für dieselbe bedeuten, sondern dass möglicherweise zwei Kopialen (BZAR Gen. 1279 und ABP OA, Sammlung Stinglhamer/Krick 151 bzw. StBP Hist. eccl. 130 VII gr) von der dritten (Clm 1302) abgeschrieben haben, es sich also eigentlich nur um einen tatsächlichen Nachweis für die Inschrift handelt136).

– Clm 27085: Sammelband (Maße 30 x 21,5 cm), Einband aus Holz mit Lederüberzug, ca. 282 Folioseiten aus Papier, 16.–17. Jh137). Einband weiß, geprägt, in der Mitte fürstbischöfliches Wappen Urbans von Trenbach und die Jahreszahl 1562. Ab fol. 107: Kaspar Brusch, Episcoporum Laureacensium Pataviensiumque catalogus. Passau 1553.

Bei der Handschrift handelt es sich um den so genannten Trenbach-Codex. Er umfasst zum Großteil eine Überarbeitung der Passauer Bistumsgeschichte von Kaspar Brusch (1518–1557) durch Lorenz Hochwart aus dem Jahre 1553. Der Trenbach-Codex stellt eine aufwändige Abschrift des Manuskriptes Hochwarts dar138). Hier ließ der Passauer Bischof Urban von Trenbach nicht nur den Passauer Bischofskatalog verarbeiten, die Handschrift enthält noch weitere Abhandlungen, u.a. eine Chronik der Salzburger Erzbischöfe bis 1561 von Johannes Serlinger (ab fol. 3r)139). Im Anschluß folgt eine Reihe biographischer Abhandlungen zu den Passauer Bischöfen bis zu Urban von Trenbach, dabei ein gemaltes „Portrait“ des jeweiligen Bischofs140). Kaspar Brusch ist der ursprüngliche Autor dieses Abschnittes, der jedoch von dem Domherrn Dr. Lorenz Hochwart überarbeitet wurde141). In diesen „Kurzbiographien“ ist meist aufgeführt, wo der Bischof begraben ist und – in diesem Zusammenhang – auch seine Grabschrift zitiert. Diese Handschrift stellt in vielen Fällen die einzige Überlieferung der nicht mehr erhaltenen spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bischofsgrabmäler dar142). Darüber hinaus enthält die Abhandlung ausführlichere biographische Angaben zu Bischof Urban von Trenbach, der der letzte Bischof des Katalogs ist. Im Anschluss an den Katalog wurde von mehreren Händen, teils nach seinem Tod, eine Art Nachruf angefügt (ab fol. 207v)143).

– Cgm 1730: Johann Franz Eckher von Kapfing, Grabsteinbuch (Maße 31,5 x 21 cm), Einband aus mit Pergament überzogener Pappe, 24 Folioseiten aus Papier, Titel: Grab:Stein In der Dom:Kürchen zu Passau des Johann Franz Eckher von Kapfing (Bischof von Freising 1695 bis 1727)144).

Diese Handschrift stellt mutmaßlich eine Ergänzung zu dem sogenannten Grabsteinbuch des Johann Franz Eckher von Kapfing dar145). Sie behandelt den Passauer Dom.

Die Handschrift enthält sehr viele Nachzeichnungen von Inschriften, die somit auch eine Idee von der äußeren Gestalt der Grabschriften vermitteln. An einigen Stellen beschränkt sich der Kopist allerdings auf die alleinige Wiedergabe eines Wappens, das dann den Wortlaut des Grabmals ergänzt. Leider hält sich der Autor mit genaueren Standortangaben zurück, beschränkt sich aber ohnehin auf den Dombereich.

[Druckseite XXV]

– Cgm 1745: Karl Ludwig Seyffert146), Passauisches Tagebuch (Maße 31 x 20,5 cm), Einband aus mit Leder überzogenem Holz, uneinheitliche Seitenzählung, Papier, Titel: Das Passauische Tagebuch widmet Euer Hochfürstlichen Gnaden s.s. zu Passau Iosephen III. In jahr 1788 unterthänigster Carl Seyffert WeltPriester in Passau.

Die Handschrift überliefert nur einen Inschriftentext. Es handelt sich hierbei um die Stifterinschrift der abgebrochenen St. Elisabeth-Kapelle am Domkreuzgang (Nr. 687†).

– Cgm 2267: Johann Franz Eckher von Kapfing, Grabsteinbuch, 4 Bände.

Band 1: Cgm 2267/1, restauriert, neuer Einband Pappdeckel mit Pergamentüberzug (Maße 35 x 22,5 cm; Tiefe 2,5 cm), früheres Rückenschild: Grabsteinpuech I, altes Ex-Libris: Ex libris Johannis Francisci Eckhers a Käpfing Decani Frisingensis anno 1693; Papier (Maße restauriert 34,5 x 21,5 cm, ursprünglich 33 x 20 cm), neuere Paginierung in Rot, 142 Seiten, ältere Foliierung vorhanden. Der erste Teil dieses Bandes umfasst eine Art Skizzenbuch (bis ca. p. 80)147), bei dem die Grabinschriften in kleinen rechteckigen Feldern nachgezeichnet und teils auch durchgestrichen sind, wenn sie offenbar an anderer Stelle reingezeichnet wurden. Der folgende Teil enthält Reinzeichnungen, bei denen eine Seite in der Regel in vier hochrechteckige Felder, die die Nachzeichnung einer Grabplatte darstellen, eingeteilt ist.

Band 2: Cgm 2267/2, restauriert, neuer Einband mit altem Rückenschild Pappdeckel mit Pergamentüberzug (Maße 34,5 x 23 cm; Tiefe 4 cm), auf dem Rückschild: Grabsteinpuech 2. Theil; Papier (Maße 33,5 x 21,5 cm), Band mit Reinzeichnungen, ähnlich dem hinteren Teil des ersten Bandes mit meist vier hochrechteckigen Feldern pro Seite, Foliierung, 173 f. beschrieben, zusätzlich drei leere Blätter, hinten Index für den 1. Theil aus 8 Folioseiten, in zwei Spalten nach Orten alphabetisch geordnet.

Band 3: Cgm 2267/3, alter Einband, Pappdeckel mit Pergamentüberzug (Maße 31,5 x 21 cm; Tiefe 1,8 cm), auf dem Buchrücken alte Signatur; Papier (Maße 30 x 20 cm), paginiert (1–17), anschließend foliiert (eigentlich von 17 bis 42); Titel innen: Excerpta Boico-Stematographica ex Diversis monumentis Inscriptionibus sepulchralibus et Manuscriptis vetustis unacum quibusdam observationibus et notis criticis, als Autor nennt sich am Schluß P. Wolfgangus Schaumberger professus Monachus Seonensi148) OSB, dazwischen eingeschoben: eine Conventualinnenliste von Frauenchiemsee (fol. 19r–20r) und eine Familiengeschichte der Truchtlinger (fol. 21r–23r), am Ende des Bandes ein Index über die Grababschriften (fol. 41v–42r).

Band 4: Cgm 2267/4, restauriert, neuer Einband mit altem Rücken Pappdeckel mit Pergamentüberzug (Maße 32 x 22 cm; Tiefe 4,5 cm), auf dem Buchrücken Grabsteinbuech der 3.th Thaill; Papier (Maße 30 x 19,5 cm), ohne durchgängige Foliierung 116 Blätter, hauptsächlich Abzeichnungen von Wappen oder figuralen Grabmälern, Grabinschriften fehlen teils oder sind als Notiz beigefügt, Zeichnungen an manchen Stellen farbig; Zeichnungen durchnummeriert, Folioangaben auf den Seiten, jedoch Bezug unklar, da auf manchen Seiten mehrere Folioangaben; am Ende der Handschrift Index, zusätzlich beigebunden Ortsregister zum gesamten Grabsteinbuch: Papier (Maße 28 x 21 cm), 24 foliierte Blätter, angelegt von dem Erben des Oberbibl. Hofrath Föringer im Jahre 1898.

Die vier Bände umfassen das sogenannte Grabsteinbuch des Johann Franz Eckher von Kapfing. Es umfasst über 2000 Grabinschriften, die in erster Linie aus Altbayern stammen. Mutmaßlich stellte es eine Vorarbeit zum Stammenbuch dar. Der dritte und vierte Band ist identisch mit Excerpta Boico-Stematographica von Wolfgang Schaumberger, was v.a. Grabinschriften aus dem Gebiet um Seeon und den Chiemgau betrifft. Die ersten 80 Folioseiten des ersten Bandes hingegen kommen einem Skizzenbuch gleich149). Der zweite Band enthält auf fol. 65v und 66r Abzeichnungen von Grabinschriften für Angehörige der Familie Eckher von Kapfing in St. Salvator, die alle nicht mehr im Original erhalten sind150). Dieselbe Überlieferung findet sich in SBB Msc. M.v.O. Ms. 39.

– Cgm 5620: Karl Ludwig Seyffert, Chronica Niedernburgensis (Maße 30,5 x 20 cm), Einband aus Holz mit Lederüberzug, ca. 774 Papierseiten, angegebener Titel: CHRONICA NIEDERNBURGENS(IS) 737–1799 Einleitung zu einer Kloster-Niedernburgischen Chronic. Verfaßt Durch Carolum Seyffert Weltpriestern in Paßau, Im Jahre 1775.

Wie der Titel bereits erkennen lässt, enthält die Handschrift eine Geschichte zum Kloster Niedernburg, angefangen beim Kloster Lorch und der Übersiedelung nach Passau (737). Es folgt ein Ver- [Druckseite XXVI] zeichnis der Äbtissinnen bzw. Dechantinnen, dem Kurzbiographien beigegeben sind. Ein weiterer Abschnitt ist dem sog. Land der Abtei gewidmet.

Die Handschrift umfasst auch Überlieferungen zu (Grab-)Inschriften, die sich innerhalb des Klosters befanden/befinden (oft Äbtissinnen), oder zu Personen, die im weitesten Sinn mit dem Kloster zu tun hatten, darunter meist Mitglieder von Familien, aus denen Niedernburger Dechantinnen bzw. Äbtissinnen hervorgingen151). Die Handschrift stellt nur in sehr wenigen Fällen die einzige Quelle einer Inschrift dar152).

Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians Universität München

– UBM 2° cod. ms. 397: (Maße 34 x 23 cm), Einband aus Pappe, 414 Folioseiten aus Papier, Sammelband: Genealogica, a Desingio Collecta, fol. 44r bis 115r zu Passau, Titel: Collectio Epitaphiorum Pataviensium, potissimum Ecclesiae Cathedralis; cum delineatione armorum gentilitiorum passim adjecta.

Der Titel „Collectio“ ist durchaus wörtlich zu nehmen. Es handelt sich um verschiedene Aufzeichnungen, meist genealogischen Inhaltes, die von Anselm Desing153) gesammelt und teils selbst verfasst wurden. Diese genealogischen Aufzeichnungen, zu denen auch die Grabschriftenabschriften zu zählen sind, sind wohl Teil einer umfangreicheren Materialsammlung, die Desing zum Zweck einer Neuausgabe der bayerischen Genealogie Hunds anlegte, die jedoch nicht vollendet wurde154). Die Handschrift kam zusammen mit dem Nachlass Desings durch Joseph Moritz (†1834) an die Universitätsbibliothek München155).

Der Teil der Handschrift, der Passauer Inschriften betrifft, stellt eine Sammlung von Aufzeichnungen von mindestens zwei Händen dar. Dazwischen ist zusätzlich ein Brief von einer dritten Hand geheftet (fol. 57/58). Am Beginn befindet sich ein Teil (fol. 46 bis 56r), bei dem lediglich die Inschriftentexte wiedergegeben werden und untereinander aufgeführt sind, wobei sich die Grabschriften in einer rechten Spalte befinden, die durch zusätzliche Informationen in einer linken Spalte ergänzt werden. Dann schließt sich ein Teil an (ab fol. 59r), bei dem verschiedene Abzeichnungen, manchmal auch nur schematische Skizzen, von Grabplatten oder Epitaphien zusammengefasst wurden. Darauf folgt eine Hand (ab fol. 73r bis 110v) mit einer sehr ausladenden Schrift und kräftigem Duktus, die Inschriftentexte wiedergibt und meist die dazugehörigen Wappen – oft die mutmaßliche Anordnung in der Ahnenprobe nachahmend – abzeichnet. Jedoch bleibt auch hier häufig – gerade gegen Ende des Handschriftenabschnittes – die Zeichnung skizzenhaft. An manchen Stellen gibt der Kopist nur den Umriss eines Wappenschildes wieder und versieht dieses mit dem Namen der Wappenführer156). Auf einigen Seiten wurde nach einem bestimmten Konzept begonnen, beispielsweise mit einer kurzen Notiz zum Standort und einem Wappenschema, die Abschrift wurde aber nicht ausgeführt157). Häufiger ist auch zu erkennen, dass der Schreiber zunächst mit Bleistift gearbeitet hat und das so Vorgeschriebene erst später mit Tinte nachgezogen hat. Bei manchen Überlieferungen fehlen Teile des Grabformulars158). Jedoch sind die Abschriften in den meisten Fällen mit weiterführenden Angaben zum Standort und dergleichen versehen. Der Sammlungscharakter der Handschrift macht die Kopiale etwas unübersichtlich, da manche Inschrift im Rahmen der Handschrift mehrfach behandelt wird159) oder anhand nur einer schematischen Zeichnung die Überlieferung nicht zugeordnet werden kann. Die Handschrift überliefert nur den Dombereich. In einigen Fällen stellt sie jedoch die einzige Quelle für verlorene Inschriften v.a. aus dem Domkreuzgang dar160). Das oben angesprochene genealogische Interesse trug wahrscheinlich auch dazu bei, dass gerade im hinteren Teil der Grabschriftensammlung auf Wappenabzeichnungen Wert gelegt wurde. Dagegen wurden in der Regel nur Grabschriften kopiert, andere beigefügte Texte wie Bibelzitate wur- [Druckseite XXVII] den weggelassen. Für den familiengeschichtlichen Hauptzweck der Sammlung spricht auch die Tatsache, dass zwischen den Grabschriften eine kurze Abhandlung zur Familie Hörwart eingefügt ist (fol. 71r–72v: Descriptio familiae Hörwartianae).

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München

– Lokalkommission St. Nikola 167: Akte aus Bestand mit urspr. Signatur KL Fasz. 508/15; Papierbögen (Maße 34,5 x 21,5 cm); Foliozählung (nach urspr. Signatur), fünf Bögen, fol. 554r bezeichnet: Die Merkwürdigkeiten griechischer, römischer, gallischer, deutscher, und baierischer Alterthümer für die königliche Akademie der Wissenschaften betr.

Die Akte stammt aus den Säkularisationsprotokollen von St. Nikola und enthält u.a. ein Schreiben des Klosterkommissars von St. Nikola, Anton Dümmler, in dem er v.a. auf eine Grabplatte für einen Narren, Sixdl, aufmerksam machte und dem er eine Nachzeichnung der Grabplatte beigab (Nr. 351†, Abb. 105). Diese Platte ist nur über diese Quelle belegt.

Diözesanarchiv Regensburg

– BZAR Gen 1279: Peter Brunner161), Inscriptiones Patavienses (Maße 29 x 19,5 cm), Einband aus Papier, lose Papierblätter in drei Heften:

Heft 1: Inscriptiones Ecclesiarum et coemeteriorum Passaviae. Grabschriften=Sammlung Heft 1. Brunner 1842; ca. 90 paginierte Seiten.

Heft 2/3?162): Inscriptiones Passavienses. Peter Brunner 1842; 37 paginierte Seiten.

Heft 4: Grabschriften=Sammlung IV. Heft. Enthaltend 1. St. Achatiuscirche bei Hals. 2. St. Christophkirche bei Tyrnau. 3. Pfarrkirche in Kellberg; ca. 35 Seiten.

Heft 1 besteht zu einem Großteil aus Überlieferungen zum Dombereich, dazwischen ist die Jesuitenkirche eingeschoben (p. 70 bis 74), am hinteren Ende sind einzelne Blätter eingefügt. Heft 2/3 enthält Inschriften aus der restlichen Stadt, beginnend mit dem näheren Umfeld des Domes (Domplatz etc.), bis hin zu Pfarr- und Spitalkirchen etc. Heft 4 betrifft Kirchen im Umkreis Passaus, die im heutigen Landkreis liegen. Einzig für die Stadt Passau wichtig ist St. Achaz in Hals, das damals noch nicht zur Stadt gehörte, heute aber eingemeindet ist. Die Kopiale umfasst meist nur Textwiedergaben, die untereinander aufgeführt sind. Sie stehen in der Regel auf der linken Seite des Blattes, wobei rechts Platz bleibt für Kommentare oder Wappenabzeichnungen, die aber nicht zwingend geboten werden. Brunner zitiert sehr häufig nach einem wahrscheinlich heute verlorenen Manuskript Seyfferts163). Dabei führt er Inschriften auf, die offenbar schon zu seiner Zeit nicht mehr vorhanden waren und möglicherweise der Säkularisation zum Opfer gefallen sind. An anderen Stellen orientierte sich Brunner offenbar zunächst an Clm 1302, verbesserte diese Versionen jedoch einige Male unter zu Hilfenahme der Seyffertabschrift164).

Wegen der Aufnahme von Inschriftentexten aus zweiter Hand durch Brunner und auch wegen der oft fehlenden Kommentare sind die genauen Standorte besonders im Bereich des Domes bzw. Domhofes mit seinen Kapellen oft nicht ersichtlich. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch mutmaßlich um den Domhof, da Inschriften aus Kapellen in der Regel mit einer Überschrift explizit genannt werden.

Brunner liefert eine reiche Überlieferung v.a. zum Domkreuzgang. Da Seyfferts Aufzeichnungen fehlen, stellt Brunners Manuskript eine äußerst wichtige Quelle für viele Inschriften aus dem Dombereich dar.

Archiv des Bistums Passau

– Plansammlung, Mappe Niedernburg: 1. H. 19. Jh.

In der Mappe sind u.a. einige Blätter und eine schematische Zusammenstellung (Lageskizze?) mit Inschriftenüberlieferungen zum Kloster Niedernburg enthalten. Es handelt sich um bloße Inschriftenabschriften ohne weitere Angaben zu den Objekten.

– Sammlung Seyffert 6: Karl Ludwig Seyffert, Monumenta Pataviensia (Maße 33 x 21 cm), 25 Folioseiten aus Papier, Titel: Monumenta Pataviensia, collecta et conscripta a me. 1774; von späterer Hand: Carolo Ludovico Seyffert, sacerdote. (†20. Nov. 1792).

Die Handschrift ist leider nur fragmentarisch erhalten. Die ersten drei Seiten umfassen ein Inhaltsverzeichnis, anhand dessen man den Umfang des Verlustes ermessen kann. Es fehlen der gesamte den Dombereich betreffende Teil und einige Seiten zu den Domherrenhöfen am Domplatz, darüber hinaus einige Blätter in der Mitte und am Ende der Handschrift. Die ursprüngliche Paginierung ist noch vorhanden, das Manuskript wurde jedoch nachträglich und in seinem heutigen Umfang nochmals durchnummeriert. Im Katalog der Inschriften wurde die Quelle nach der alten ursprünglichen Seitenzählung zitiert. Als eine Ausnahme ist das eingefügte Blatt mit Grabschriften in Niedernburg mit der Überschrift Epitaphia Quaedam celebriora, Quae exstant in templo Parthenonis Nidernburgensis zu betrachten. Es wurde bei der neueren Paginierung als 17a bezeichnet und wird analog hierzu im Inschriftenkatalog als 17ar oder 17av geführt.

Diese Sammlung stellt offenbar die Fortsetzung einer weiteren Grabschriftenüberlieferung Seyfferts dar, die heute aber verschollen ist165). Seyffert führt nur die Inschriftentexte auf, die er in Majuskel wiedergibt und meist auf die linke Seite des Blattes stellt. Darüber oder auch daneben kommentiert er die Überlieferung, an manchen Stellen finden sich auch Anmerkungen von späterer Hand. Die Handschrift umfasst keine Nachzeichnungen. Da Seyffert offenbar einigen anderen Kopisten als Vorlage diente (v.a. BZAR Gen. 1279 und Krick, Domstift), stellt dieses Manuskript in keinem Fall die einzige Quelle für verlorene Inschriften dar, wohl aber die erste in einer Überlieferungskette.

– Sammlung Stinglhamer/Krick 151: Dom-Kreuzgang etc. Grabstein-Inschriften Passau.

Bezeichnet: Namens-Verzeichniss zur Sammlung der Grabsteine zu Passau mit Berücksichtigung der darauf vorkommenden Ahnen-Schildchen nach Eduard v. Wimmer Straubing 26. Jan. 1881.

Nach dem vorangehenden Register direkt Beginn der Abschriftensammlung. Die Abschrift ist identisch mit der Überlieferung StBP Hist. eccl. 130 VII gr, die im Vorspann als Kopie einer originalen Sammlung von Wimmer bezeichnet wird. Es konnte leider nicht geklärt werden, ob es sich bei der Handschrift Sammlung Stinglhamer/Krick 151 um das Original von Wimmer handelt oder um eine weitere Abschrift166). Zum Inhalt der Handschrift vgl. StBP Hist. eccl. 130 VII gr.

– Sammlung Stinglhamer/Krick 221: Loseblattsammlung, ca. 66 Papierblätter, spätere Bezeichnung: Grabstein= und andere Inschriften.

Verschiedenste Einzelblätter, v.a. Nachzeichnungen von Grabmälern, aber auch alleinige Wiedergabe von Inschriftentexten. Leider in den meisten Fällen ohne Kommentare und ohne Standortangaben, so dass bei vielen Zeichnungen nicht klar ist, wo sich das Objekt befindet bzw. befand, zumal der Bestand auch Objekte aus dem Landkreis Passau bzw. aus den umliegenden Gebieten umfasst.

– Sammlung Stinglhamer/Krick 223: Loseblattsammlung, bezeichnet: Miscellanea.

Unter anderem finden sich in dem Akt die Abschriften der Grabinschriften der Mitglieder der Familie Ortenburg in der Ortenburgkapelle am Dom.

– DKA VI, 24: Loseblattsammlung, bezeichnet: Pläne zur Ortenburger-Kapelle.

Unter anderem enthält der Akt einige Abschriften zu den Ortenburger Grabinschriften aus der Ortenburgkapelle am Dom.

Staatliche Bibliothek Passau

– StBP Hist. eccl. 130 VII gr: Eduard Wimmer167), Sammlung von Passauer Grabsteininschriften (Maße 21 x 16,5 cm), Einband aus Pappe, nur am Buchrücken Lederüberzug; ca. 369 Papierseiten168) (1881).

[Druckseite XXIX]

Die Handschrift stellt eine Abschrift der Sammlung von Wimmer dar, ist also nicht das originale Manuskript Wimmers. Sie ist daher zeitlich erst nach 1881 anzusetzen. Sie dürfte aber eine ziemlich getreue Kopie der Wimmer-Überlieferung darstellen. Ein Eintrag am Beginn der Handschrift erwähnt, dass diese Abschrift von dem Domkapitular J. L. Stinglhamer in Auftrag gegeben wurde. An einigen wenigen Stellen befinden sich Anmerkungen oder Ergänzungen von späterer Hand, welche vielleicht sogar mit der Stinglhamers oder evtl. auch der Kricks identifiziert werden könnte169). Eine Handschrift gleichen Inhalts befindet sich im Archiv des Bistums Passau, vgl. Sammlung Stinglhamer/Krick 151.

Wimmer geht meist nach demselben Schema vor: Er nennt zunächst einen genauen Standort bzw. die Quelle, aus der er die Abschrift zitiert170), dann folgt die Inschriftenwiedergabe, anschließend fügt er – je nach Objekt – noch einen Kommentar an und/oder zeichnet ein Wappen nach. An wenigen Stellen wird die gesamte Grabplatte gezeichnet. Wimmer geht teilweise sehr kritisch vor, so beispielsweise wenn er im Kommentar auf falsche Überlieferungen in Clm 1302 hinweist. Im allgemeinen sind auch seine Abschriften originalgetreu. Selten gibt er den Inschriftentext in einer nachgeahmten Gotischen Majuskel wieder. Da er sehr genau arbeitet, stellt er in verschiedenen Fällen eine wichtige Quelle dar. So wird nur in seiner Sammlung deutlich, dass es sich bei manchen verschieden lautenden Versionen tatsächlich um zwei verschiedene Grabmäler handelt, da er beide Objekte aufführt171).

– StBP 87: s. unten unter „Verschollene Handschriften“.

Stadtarchiv Straubing

– SASR HV NL Wimmer 14: Loseblattsammlung, Blätter, Maße ca. 16,5 x 10,5 cm, teils auch zweimal gefaltete DinA4-Blätter, Blättersammlung in mehrere Päckchen zusammengefasst (14 a bis d).

Zwei Päckchen enthalten zum Großteil Aufzeichnungen zu Passauer Inschriften. Sehr oft handelt es sich offensichtlich um Notizzettel, wobei mit Bleistift auf bereits beschriftete Blätter aufgezeichnet wurde. Meist wurde nur die Inschrift abgeschrieben bzw. der Inschriftenträger schematisch abgezeichnet. In den meisten Fällen werden keinerlei Standortangaben verzeichnet, an einigen Stellen wird nur der Beginn der Inschrift überliefert.

Da sich diese Blätter im Nachlass Eduard Wimmers befinden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei diesen Aufzeichnungen um Vorarbeiten zu der in Passau überlieferten handschriftlichen Edition Passauer Inschriften172) handelt. Da sich bei diesen Notizen jedoch keinerlei Standortangaben oder Kommentare befinden, können sie nicht als Überlieferungsgrundlage gewertet werden. Für die Edition im vorliegenden Band wurde auf die handschriftlich ausgearbeiteten Manuskripte zurückgegriffen. Wegen den mangelnden Angaben in der Wimmerschen Zettelsammlung wurden Inschriften, die nicht eindeutig in Passau lokalisiert werden konnten, in der Edition nicht berücksichtigt.

– SASR HV NL Wimmer 15: lose Blätter als Kartei zusammengefasst (Maße ca. 16,5 x 10,5 cm), in einer Schachtel aufbewahrt, bezeichnet Auswärtige Grabsteine.

Die Sammlung enthält mehrere notizartige Aufzeichnungen, teils auch Abzeichnungen von Inschriften aus verschiedenen Orten in Altbayern. Darunter befindet sich ein Zettel mit der Überlieferung zu einer Grabplatte des Fabian Krafuß173). Der Zettel ist die einzige Quelle, die diese Platte noch vollständig erhalten wiedergibt.

Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

– HVOR MS R 510: Karl Rücker, Grabsteine Regensburger Geschlechter des 14. Jahrhunderts, 20 Tafeln mit ca. 60, teils farbigen Nachzeichnungen, Anf. 20. Jh.

Die Sammlung wurde von Karl Rücker angefertigt und 1928 dem Historischen Verein geschenkt. In der Handschrift sind zwei Überlieferungen zu Passauer Inschriften enthalten174). Beide Grabplatten sind noch im Original erhalten.

[Druckseite XXX]

Staatsbibliothek Bamberg

– SBB Msc. M.v.O. Ms. 39: Johann Franz Eckher von Kapfing, Grabsteinbuch (Maße 36,5 x 24,3 cm), 570 Seiten aus Papier, davon 146 bis 155 übersprungen, Titel: Ecker’s (Preyß) Abbildungen von Grabsteinen und andern Monumenten in Bayern, 17. Jh.

Die Handschrift wurde von Marschalk von Ostheim 1880 in München bei der Versteigerung der Bibliotheca Foeringeriana erworben175). Es handelt sich um eine Kopie des Eckherschen Grabsteinbuches (vgl. BSB Cgm 2267). Das Manuskript enthält Nachzeichnungen in Form von hochrechteckigen Feldern. Sie umfasst Abzeichnungen von Inschriften, die über den gesamten altbayerischen Raum und Teile Österreichs verstreut sind. Die Inschriften sind in erster Linie nach Familien geordnet. Für Passau sind nur sechs Abzeichnungen relevant. Sie betreffen Grabschriften für Mitglieder der Familie Eckher von Kapfing, die alle in St. Salvator bestattet waren176).

Österreichische Nationalbibliothek Wien

– ÖNB cod. ser. nov. 13979: Titel: EPITAPHIVM-Buech, Darinnen seint begriffen Deß Geschlechts der Herrn von Polhaimb Grabschrifften, und Jn welchem Land und orth dieselben begraben. Durch den Wolgebornen Herrn Herrn Gundackhern Herrn zu Polhaimb, auf Liechtenegg, Partz, Stainhaus, Tegernbach und Rabbenberg, Herrn der Statt Grießkhierchen, auch Jnhabern der Herrschafft Schneberg, Khay. Rudolphy II. Rath und Khay. Matthiae ReichshofRath, Camerer und HofCamerDirecotrn auch Regenten der N:Ö: Lande und Khay. Ferdinandi deß II. ReichsHofRath, Cammerer und HofCamerDirectorn auch Maximiliani Ertzhertzogn zu Österreich etc. Cammerer zusamben getragen Anno etc. MDCXX, Papier 32 X 20 cm, 193 Bl., fol. 107f. und 118 fehlen; Einband dunkelbraunes Schweinsleder mit Streichseisenlinien und Blindstempeldekor177).

Die Handschrift enthält zwei Überlieferungen von Grabschriften von Mitgliedern der Familie Polheim. Eine davon stellt die einzige Quelle zur Inschrift dar178).

Verschollene Handschriften

Karl Ludwig Seyffert: Epitaphia D. D. Canonicorum, Praepositorum, Decanorum, Episcoporum Suffraganeorum, Officialium et Custodum Ecclesiae Pataviensis, quae lecta et collecta sunt in templis Pataviensibus a Carolo Seuffert Presbytero saeculari Patav. anno 1771–1773179).

Hierbei handelt es sich um ein heute leider nicht mehr auffindbares Manuskript180), das laut Titel v.a. Grabschriften Geistlicher aus dem Bereich des Domes umfasste. Da Krick181) (1922) noch daraus zitiert, muss es zu dieser Zeit noch vorhanden gewesen sein. Leider gibt Krick keinen Aufbewahrungsort der Handschrift an. Das Werk stellt die direkte Quelle zur Inschriftenüberlieferung aus dem Bereich des ehemaligen Domkreuzganges mit seinen Kapellen im Zustand vor der Säkularisierung dar. Die Handschrift selbst ist verschollen. Sie wird jedoch von mindestens zwei späteren Kopisten, die die Originale der heute verlorenen Inschriften in den meisten Fällen bereits nicht mehr kannten, zitiert. Somit ist uns diese Kopiale – zumindest in Teilen – indirekt überliefert. Sie wird ausdrücklich von Krick182) und teils auch von Brunner183) zitiert. Allerdings ist es bei Brunner häufig nicht eindeutig nachvollziehbar, welche Inschriften er aus Seyffert übernimmt, da er zwar an einigen Stellen einen Hinweis bzw. eine erklärende Zwischenüberschrift gibt, dann jedoch nicht mehr abgrenzt, wo die Seyffert-Zitate enden184). Er nennt keinen expliziten Titel, sondern spricht nur von der „Seiffertischen Sammlung“ .

[Druckseite XXXI]

StBP 87

Im Manuskript von Högg findet sich die Signatur StBP 87 einer Handschrift, die nicht mehr identifiziert bzw. aufgefunden werden kann185). Bei dem angeblich von Högg benutzten Manuskript muss es sich um das Werk mit der Signatur Mst 76 gehandelt haben, 87 ist die Nummer des Katalogeintrages. Dieses Manuskript trug den Titel „Inschriften und Epitaphien in verschiedenen Kirchen und Gebäuden in und ausserhalb Passau insbesonders aber die Familie Trenbach betreffend“ und den Vermerk „Fol(io)“. Högg bezeichnet den Autor mehrfach als Seyffert (Karl Ludwig Seyffert 1731–1792). Die Handschrift ist laut Angabe des Leiters der Staatlichen Bibliothek Passau, Dr. Jörg Kastner, von älterer Hand als nicht mehr in den Beständen befindlich gekennzeichnet worden. Die Staatliche Bibliothek Passau vermutet, sie sei 1926 mit anderen Beständen an die Bayerische Staatsbibliothek abgegeben worden. Dort konnte die Handschrift jedoch trotz intensiver Suche in den Katalogen nicht aufgefunden werden. Ob Högg die Handschrift überhaupt eingesehen hat oder die Angaben aus sekundären, bisher nicht identifizierten Quellen übernommen hat, ist unklar. Im Katalog wurde die Signatur an den Stellen, an denen sie von Högg zitiert wurde, beibehalten, für den Fall, dass die Handschrift wieder aufgefunden wird.

Überlieferung in Druckwerken

– Die Kunstdenkmäler von Niederbayern. Band 3: Stadt Passau, bearb. von Felix Mader (Die Kunstdenkmäler von Bayern. Regierungsbezirk Niederbayern III). München 1919; ND 1981.

Mader behandelt in seinem Inventar die gesamte Stadt Passau. Er stellt somit eine Zeitaufnahme aus dem Jahre 1919 dar. Dabei ist zu beachten, dass zu dieser Zeit einige Lokalitäten, die heute eingemeindet sind, noch nicht zur Stadt gehörten, wie beispielsweise Hals und Korona. In seiner Auflistung von Kunstwerken geht Mader ausführlich auch auf Grabsteine ein, besonders im Domhof und in den angrenzenden Kapellen. Bei kleineren Kirchen ist das Verzeichnis meist nicht mehr vollständig. Es werden in solchen Fällen nur die wichtigsten Objekte aufgeführt. Normalerweise gibt der Verfasser den Standort, eine Objektbezeichnung mit dem Namen und den Sterbedaten der verstorbenen Personen sowie eine Kurzbeschreibung des Grabmals an. Somit liefert Mader in erster Linie Angaben, die für die Standortgeschichte relevant sind. An einigen Stellen zitiert er auch die Grabschrift selbst und stellt somit auch eine kopiale Überlieferung dar. Gerade für den Dombereich umfasst sein Werk viele Photos von Grabplatten, welche ebenso als dokumentarische Quelle dienen können.

– Die Kunstdenkmäler von Niederbayern. Band. 4: Bezirksamt Passau, bearb. von Felix Mader (Die Kunstdenkmäler von Bayern. Regierungsbezirk Niederbayern IV). München 1920; ND 1982.

Wie oben bereits erwähnt, enthält dieser Band eingemeindete Orte, die bei der Entstehung des Inventars noch nicht zur Stadt gehörten. Hierzu gehört Korona und St. Achaz in Hals. Aus dem epigraphischen Blickwinkel sind die Abhandlungen zu St. Korona nicht ergiebig. Dagegen listet Mader im Falle der St. Achaz-Kirche in Hals die Grabmäler auf, was zusätzlich durch ein Photo ergänzt wird.

– Krick Ludwig Heinrich, Alte Inschriften an den Gebäuden der Stadt Passau und deren nächster Umgegend. Passau 1925.

Kricks Werk stellt eine Sammlung an Inschriften aus dem gesamten – heutigen – Stadtgebiet Passaus dar. Er listet darin v.a. Bau- und Stifterinschriften auf. Sein Wert liegt darin, dass er auch bereits zu seiner Zeit verschollene Inschriften aufführt, allerdings ohne Quellenangabe. Somit stellt er gerade für Baunachrichten und dergleichen eine wichtige Überlieferung dar186).

– Krick Ludwig Heinrich, Das ehemalige Domstift Passau und die ehemaligen Kollegiatstifte des Bistums Passau. Passau 1922.

Krick liefert in dem Werk Auflistungen von Dompröpsten, -dekanen und -kanonikern sowie von Angehörigen des Kollegiatstiftes St. Salvator. Die Bedeutung als kopiale Überlieferung liegt jedoch darin, dass im Anhang Verzeichnisse von Grabinschriften der Domgeistlichen geboten werden187). Krick integriert in seinen Verzeichnissen auch Abschriften anderer Autoren, die Objekte umfassen, die bereits zu Kricks Zeiten verloren waren. Er nennt als eine der Quellen in der Einleitung zum Anhang IX ein heute verschollenes Manuskript Seyfferts188), das er nach eigener Aussage in den meisten [Druckseite XXXII] Fällen zitiert. Es ist nicht mit Sicherheit zu sagen, bei welchen Abschriften Krick im Anhang IX nach Seyffert zitiert bzw. wo er sich auf andere Quellen stützt. Er bietet jedoch für einige heute verlorene Grabschriften die einzige Quelle189). Krick gibt in den meisten Fällen den Inschriftentext genau wieder, lässt an manchen Stellen jedoch die die Grabschrift abschließende Gebetsformel weg.

– Weber Ursula, Gedenktafeln und Inschriften in Passau. Zulassungsarbeit zur 1. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen 1972/II in Heimat- und Volkskunde. München 1972. Maschinenschriftliche Arbeit im Stadtarchiv Passau, Sig. L 2° Mlc 23.

Weber geht in ihrer Arbeit nach verschiedenen Aspekten vor, nach Standorten, nach Inhalt und nach Personengruppen. Die Sammlung orientiert sich an für das jeweilige Gebiet ausgewählten Beispielen, die meist nach dem Bearbeitungszeitraum der vorliegenden Edition datieren. Ihr Verzeichnis stellt eine Zusatzquelle dar und dokumentiert Standorte im Jahre 1972. An einigen Stellen jedoch stimmt die Textwiedergabe nicht hundertprozentig, so dass sich Missverständnisse ergeben können190).

– Brusch Kaspar, De Laureaco, Veteri admodumque celebri olim in norico civitate, et de Patavio Germanico ac utriusque loci Archiepiscopis ac Episcopis omnibus, Libri duo. Basel 1553.

Das Werk behandelt die Geschichte der „Erzbischöfe“ von Lorch und der Bischöfe von Passau. In diesem Zusammenhang bietet der Autor auch Ortsbeschreibungen und Ortsgeschichte. Beide Bücher konzentrieren sich de facto auf Passau. Mit der Geschichte der Dreiflüssestadt überliefert Brusch einige Inschriften, die er als Belege für historisch relevante Ereignisse aufführt191).

– Prasch Daniel, Epitaphia Augustana vindelica ab annis fere sexcentis usque ad nostram aetatem. Augsburg 1624.

Das Werk Praschs besteht aus drei Teilbänden, deren erster zwei die Stadt Passau betreffende Abschriften enthält. Die beiden Kopien betreffen zwei Inschriften von Angehörigen der Familie Tenn192). Diese nennt Prasch offenbar in Zusammenhang mit einer Ehreninschrift für den Augsburger Bürger Markus Tenn. Prasch führt in Folge der Augsburger Tenninschrift eine Reihe von Grabschriften für Familienmitglieder auf, darunter die besagten Passauer Beispiele.

– Erhard Alexander, Geschichte der Stadt Passau. 2 Bde. Passau 1862, 1864; ND Osnabrück 1983.

Der erste Band behandelt die Geschichte der Stadt von der Spätantike bis ins Jahr 1861. Der zweite Band enthält Darstellungen zur Topographie, Kultur, Verwaltung etc. Daher ist für die Inschriftenüberlieferung besonders der zweite Teil interessant. Er enthält u.a. Beschreibungen des Doms und der Kirchen von Passau, die an manchen Stellen mit Angaben von (ausgewählten) Grabplatten bzw. Inschriften ergänzt werden, von denen oft jedoch kein Text zitiert wird.

– Erhard Alexander, Geschichte und Topographie der Umgebung von Passau. Mehrere Bände: Band 1: Landshut 1899; Band 2 („1. Fortsetzung“): Landshut 1900; Band 3 („2. Fortsetzung“): Landshut 1901; Band 4 („3. Fortsetzung und Schluß“): o.O. und o.J. (gehört noch zu 3?); Band 5? („Fortsetzung des II. Theiles“): Landshut 1904 … ND in zwei Bänden. Passau 1974.

Das Werk befasst sich eigentlich mit der Umgebung Passaus. Da aber einige Bereiche, die heute eingemeindet sind, zu Erhards Zeit noch außerhalb der Stadt lagen, ist die Abhandlung auch für die Inschriftenedition der Stadt Passau wichtig193). Ähnlich wie bei seinem Geschichtswerk zu Passau gibt Erhard sehr vielschichtige Angaben zu Geschichte und Topographie wieder. In seltenen Fällen stellt Erhard die einzige Quelle für die Inschriftenüberlieferung dar194).

– Hund Wiguleus, Metropolis Salisburgensis. Tomus Primus: Primordia christianae religionis per bojariam et loca quaedam vicina, catalogum videlicet et ordinariam successionem archi-episcoporum Salisburgensium, et co-episcoporum, Frisingensium, Ratisponensium Pataviensium ac Brixinensium. Regensburg 1719.

Ab p. 190: Episcoporum Laureacensium Pataviensiumque catalogus.

Hund Wiguleus, Metropolis Salisburgensis. Tomus Secundus. Regensburg 1719.

Hund Wiguleus, Metropolis Salisburgensis. Tomus Tertius. Regensburg 1719.

[Druckseite XXXIII]

Die Abhandlung umfasst Kurzbiographien zu den Bischöfen und teilweise zugehörige Quellen wie Urkundenabschriften und Grabschriftenzitate. Diese Belege sind in erster Linie wichtig für Grabmäler der mittelalterlichen Bischöfe, die schon längere Zeit verloren sind. Da diese Inschriften jedoch bereits in Clm 27085 überliefert sind, stellt Hund hier eine zusätzliche Quelle dar195). Band II und III behandeln Klöster im Metropolie Salzburg, was teils auch die Stadt Passau betrifft (vgl. St. Nikola).

Überlieferung durch Photographien

Da leider nach wie vor historische Inschriftendenkmäler Umbauarbeiten und Renovierungen zum Opfer fallen, stellen für den Bestand der Stadt Passau auch Photographien eine wichtige kopiale Quelle dar. So sind uns durch Photos, die meist aus den achtziger und dem Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts stammen, einige Objekte überliefert, die heute nicht mehr auffindbar sind. Eine größere Rolle in dieser Überlieferungssparte spielt die Photosammlung von Klaus-Ulrich Högg. Er führte im Rahmen seiner Vorarbeiten zu der Inschriftenedition der Stadt Passau Photoaufnahmen durch, bei denen er noch einige Inschriften vorfand, die jetzt verschollen sind, wie beispielsweise drei Grabplatten im Keller des Gasthauses „Bayerischer Löwe“, darunter eine Grabschrift aus dem Jahre 1361196), oder einige Inschriftentafeln sowie gotische Fragmente des 14. Jahrhunderts aus St. Severin197), die nach der Renovierung und trotz intensiver Recherchen nicht mehr lokalisierbar sind. In solchen Fällen erweist sich die photographische Sicherung von inschriftlichen Denkmälern als besonders wertvoll und notwendig.

  1. Erster Stadtbrand am 27. April 1662, zweiter am 29. Juli 1680. »
  2. Kdm Passau 30, 76. »
  3. Vgl. genauer zum Stadtbrand: Drost, Architektur 79–82. »
  4. Kdm Passau 238. »
  5. Kdm Passau 256f.; in der Vorhalle finden sich noch Reste von Deckenmalereien, vgl. Nr. 5»
  6. Kdm Passau 104, auch Mader, Vergessene Kirchen 11, 13. »
  7. Vgl. Nr. 184 und 407 im Katalog. »
  8. Im Eingangsbereich des Rathauses in Obernzell befinden sich vier Rotmarmorgrabplatten, eine fünfte ist photographisch überliefert, heute aber nicht mehr auffindbar. Die verschollene Platte und zwei weitere dieses Bestandes können über Kopiale als Grabmäler des Passauer Domkreuzganges identifiziert werden, vgl. Nr. 216a / 508, 222 und 241† / 385†. »
  9. Vgl. zum Abriss des Domkreuzganges ausführlicher Kappel, Dom 158ff. Über das Schicksal einiger Grabdenkmäler vgl. als Bsp. Nr. 17†, 18† und 26†: zwei Platten wurden mutmaßlich aus dem Domkreuzgang verkauft, auf einem Bauernhof in Unterfreinberg als Bodenbelag zweitverwendet und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Wiener Antiquar aufgekauft, vgl. hierzu Kappel, Dom 160. »
  10. Vgl. Kdm Passau 104. »
  11. Kdm Passau 263; vgl. Seyffert: Clm 5620; Nr. 54: Fragmente sind noch vorhanden; Nr. 62†, 601† und 812†. »
  12. Kdm Passau 267f., auch Mader, Vergessene Kirchen 65. »
  13. Kdm Passau 276. »
  14. Vgl. unten Bayer. HstA KL Fasz. 508/15 und Nr. 351†. »
  15. Vgl. Nr. 303†; aus einer nicht näher definierten Klosterkapelle: Nr. 576†. »
  16. Kdm Passau 299, auch Mader, Vergessene Kirchen 59. »
  17. Zu einer Grabplatte, die sich seit Bischof Hofstätter in der Johannis-Spitalkirche befindet, ist belegt, dass der Verstorbene in St. Salvator beerdigt wurde, vgl. Nr. 472»
  18. Fuchs, Standorte 327. »
  19. Vgl. Einleitungskapitel XXXIII, Photographische Überlieferung. »
  20. Vgl. Fuchs, Standorte 324 und 327; vgl. Nr. 434†. »
  21. Vgl. 63†, 286†, 287†, 547†, 567†, 582†, 702†, 709†, 730†, 743†. »
  22. Catalogus codicum latinorum bibliothecae regiae Monacensis. Edito altera. Bd. 1,1 (Catalogus codicum manu scriptorum bibliothecae regiae Monacensis 3,1). München 1892, 238f. »
  23. Leidl, Bischöfe 41f. »
  24. Oft wurde Anno domini weggelassen, die Abschrift beginnt dann sofort mit der Jahreszahl, meist mit römischen Zahlzeichen wiedergegeben, ohne Rücksicht auf den Usus des Originals. »
  25. Ein Beispiel hierfür, an dem der Umstand besonders schön zu Geltung kommt, wäre die Grabschrift für Benigna von Weichs (†1512, vgl. Nr. 355†). BZAR Gen. 1279 bietet zwei Versionen der Inschrift, von der eine, die bereits vom Kopisten Brunner durchgestrichen wurde, der Version in Clm 1302 entspricht. Die zweite Version wurde von Seyffert übernommen. ABP OA, Sammlung Stinglhamer/Krick 151 bzw. StBP Hist. eccl. 130 VII gr zitieren explizit nach Clm 1302. »
  26. HalmMeyer, Catalogus codicum latinorum 2,4, 241f. »
  27. Wurster, Hochwart 252f.; da Kaspar Brusch der neuen Lehre offen gegenüberstand, ließ er in sein Werk Kritik an der katholischen Kirche einfließen. Daher sollte Lorenz Hochwart den Passauer Bischofskatalog überarbeiten. »
  28. Zu den verschiedenen Teilen und dem Inhalt der Handschrift vgl. Widemann, Geschichtsschreibung 640ff. »
  29. Die im Bischofskatalog enthaltenen Bilder Passauer Bischöfe entsprechen Portraits von Persönlichkeiten aus der Entstehungszeit der Handschrift, vgl. die Erklärung dazu auf fol. 207v; die Namen der dargestellten Personen sind jeweils am Rand neben dem Bild (von einer späteren Hand?) verzeichnet. »
  30. Zu Hochwart vgl. Mader, Tausend Passauer 103; in der Handschrift sind an den Rändern häufig nachträglich Notizen aufgeführt, u.a. die Namen der in den Portraits dargestellten Personen (vgl. oben); an einigen Stellen wurden mittelalterliche Kaiserprivilegien kopiert, z.B. auf fol. 154v eine Urkunde Kaiser Heinrichs V. aus dem Jahre 1111. »
  31. Vgl. Nr. 36†, 60†, 80†, 87†, 113†, 379†, 555† und 556†. »
  32. Laut Widemann, Geschichtsschreibung 642, besteht dieser biographische Teil aus drei Händen (fol. 207–214, 214–215, 216–221), von denen die beiden ersten noch zu Lebzeiten Urbans von Trenbach geschrieben haben. »
  33. Allgemein zu Johann Franz Eckher von Kapfing vgl. Hubensteiner, Eckher von Kapfing. »
  34. Vgl. Hubensteiner, Eckher von Kapfing 139; das „Grabsteinbuch“ befindet sich ebenfalls in der Bayerischen Staatsbibliothek unter der Signatur Cgm 2267, vgl. Einleitungskapitel XXV. »
  35. Karl Seyffert (1731–1792) war Geschichtsschreiber und Privatsekretär des Domkapitulars Johann Baptist Graf von Auersperg, vgl. genauer: Mader, Tausend Passauer 219; ausführlich zu Seyffert: Wurster, Seyffert. »
  36. Vgl. hierzug auch Hubensteiner, Eckher von Kapfing 139. »
  37. Ehem. Benediktinerkloster St. Lampert, Gde. Seeon, Lkr. Traunstein/OB. »
  38. Vgl. zu Johann Franz Eckher von Kapfing Hubensteiner, Eckher von Kapfing, darin zum Grabsteinbuch 138f. »
  39. Vgl. Nr. 745†, 749†, 763†, 833†, 862† und 863†. »
  40. Vgl. hierzu beispielsweise die Grabschriften zu Mitgliedern der Familie der Mautner von Katzenberg, der auch die Dechantin Margareta angehörte, Nr. 72†, 159†, 205, 199†, 285†. »
  41. Vgl. z.B. Nr. 62†, 167†, 664†. »
  42. Vgl. zu Anselm Desing: Stegmann, Desing; Hammermayer, Desing. »
  43. Stegmann, Desing 76. »
  44. Stegmann, Desing VII. »
  45. Vgl. z.B. fol. 63v und fol. 88r»
  46. Vgl. z.B. fol. 107v: oben Prope illam fenestram, unten rechts geteilter Wappenschild mit ansatzweise ausgearbeitetem Oberwappen. »
  47. Vgl. z.B. Nr. 480: Nachzeichnung, nur Text im unteren Bereich der Platte wiedergegeben; Nr. 710†: Schlussformel mit etc. abgekürzt. »
  48. Beispielsweise einmal in bloßer Abschrift und an anderer Stelle als Nachzeichnung, vgl. Nr. 539: fol. 48r Text, fol. 64r Schema der Ahnenprobe, fol. 83r–84v schematische Nachzeichnung mit extra aufgeführten Wappenzeichnungen und Text; Nr. 797†: fol. 49r nur Wappenbeischriften, fol. 81r–82v Text und Teil der Ahnenprobe. »
  49. Vgl. Nr. 233†, 616†, 618†, 653†, 673†, 756†, 787†, 827†, 872†, 886† und 905†. »
  50. Peter Brunner (1785–1845) war Hochschulprofessor für Philosophie, Gymnasialrektor und Redakteur des „Kourier an der Donau“; vgl. genauer Mader, Tausend Passauer 36. »
  51. Dieses Heft trägt keine Nummer. Da das nachfolgende Heft mit Nr. 4 bezeichnet ist, ist unklar, ob das vorhergehende Heft die Nummer 2 oder 3 trägt. Offenbar fehlt ein Heft. »
  52. Vgl. z.B. p. 21: Zu Seifferts Zeit in der Herrenkapelle, aus dessen Sammlung oder p. 36: Aus Seifferts Grabschriften=Sammlung, jeweils als Zwischenüberschrift. Vgl. zu Seyffert die Handschriften: Cgm 1745 und 5620; OA Sammlung Seyffert 6. Wahrscheinlich handelte es sich bei der von Brunner zitierten Kopiale Seyfferts um einen den Dom betreffenden verlorenen Teil aus OA Sammlung Seyffert 6; vgl. auch Einleitungskapitel XXVIII und XXX. »
  53. Ein Hinweis darauf, dass Brunner auch aus einer nicht näher bezeichneten Sammlung zitiert, findet sich auf p. 51. Hier gibt er die Inschriften an der Wand aus der ehem. Michaelskapelle wieder, anbei der Hinweis: Aus der Grabschriftensammlung, von Seifferts Hand an vielen Stellen corrigiert … Es liegt also nahe, dass Brunner aus Seyfferts Abschrift auch Clm 1302 als Vorlage verwendet hat, die ja eine anonyme Handschrift ist (daher nur als Grabschriftensammlung bezeichnet) und in der uns heute die einzige direkte Überlieferung zu den Wandinschriften erhalten ist. Ein weiteres Indiz liefert beispielsweise Nr. 355†: auf p. 51 überliefert Brunner zunächst auf der linken Seite eine Abschrift, die auffallend der Variante aus Clm 1302 ähnelt. Dann hat er diese Version durchgestrichen und eine andere, die er ausdrücklich nach Seyffert zitiert, rechts daneben geschrieben. »
  54. Vgl. Einleitungskapitel XXX; vgl. auch Wurster, Seyffert 148. »
  55. Im Stadtarchiv von Straubing finden sich im Nachlass Wimmer (vgl. SASR HV NL Wimmer 14) einige Zettel mit Aufzeichnungen über Passauer Grabinschriften. Bei diesen Zetteln könnte es sich um eine Materialsammlung zu dem Manuskript handeln. »
  56. Eduard Wimmer (1840–1902) war Hauptmann in Passau und Straubing und später Oberstleutnant, vgl. Anmerkung unter dem Namensverzeichnis-Titel in der Handschrift. »
  57. Die Handschrift ist durchnummeriert. Allerdings beziehen sich die Nummern auf die Inschriftenabschriften und nicht auf die Seiten, was anfangs irreführend ist, da sich auf jeder Seite zunächst nur eine Abschrift befindet. Erst an späterer Stelle wird die Nummerierung klar, die dann allerdings im Register weitergeführt wird, wo sie sich dann doch auf die Seiten bezieht. »
  58. Vgl. hierzu z.B. Nr. 58†. »
  59. Er zitiert des Öfteren aus Clm 1302, mit der alten, damals gültigen Signatur Cod. bav. 302 . »
  60. Vgl. hierzu z.B. Nr. 695 und 696; 706 und 707†. »
  61. Vgl. hierzu ABP OA, Sammlung Stinglhamer/Krick 151 und StBP Hist. eccl. 130 VII gr (explizit Kopie). »
  62. Vgl. Nr. 320»
  63. Vgl. Nr. 43 und 65»
  64. Vgl. Angaben im: Katalog der Bibliothek des Freiherrn Emil Marschalk von Ostheim. II. Abteilung, hg. von der K. Bibliothek Bamberg. Bamberg 1911, 1218f. »
  65. Vgl. Nr. 745†, 749†, 763†, 833†, 862† und 863†. »
  66. Für die Angaben sei Herrn Dr. Andreas Zajic, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Mittelalterforschung, Arbeitsgruppe Inschriften, gedankt; vgl. zur Handschrift auch Holter, Verschollene Grabmäler 59–62. »
  67. Vgl. Nr. 132 und 147†. »
  68. Titel zitiert nach Krick, Domstift 250. »
  69. Das Manuskript befindet sich weder im Archiv des Bistums Passau noch in der Staatlichen Bibliothek Passau. Es konnte auch nicht in der Bayerischen Staatsbibliothek aufgefunden werden. »
  70. Krick, Domstift 250. »
  71. Krick, Domstift 250. »
  72. BZAR Gen. 1279. »
  73. Vgl. hierzu Einleitungskapitel XXVII. »
  74. Vgl. v.a. Nr. 82†. »
  75. Vgl. Nr. 195†, 412†, 573†, 583†, 718†, 741† und 785†, bei denen Krick die einzige Quelle darstellt. »
  76. Beispielsweise führt Krick hier Grabplatten auf, die sich schon zu seiner Zeit an abwegigen Orten befanden und/oder nur bei ihm überliefert sind: vgl. Nr. 16†, 250†; 540†. »
  77. Epitaphia D. D. Canonicorum, Praepositorum, Decanorum, Episcoporum Suffraganeorum, Officialium et Custodum Ecclesiae Pataviensis, quae lecta et collecta sunt in templis Pataviensibus a Carolo Seuffert Presbytero saeculari Patav. anno 1771–1773, vgl. Krick, Domstift 250; siehe oben. »
  78. Vgl. z.B. 16†, 23†, 27†, 30†, 31†, 33†, 34†, 38†, 59† usw. »
  79. Gerade bei römischen Jahresdatierungen bietet sie falsche Lesungen, vgl. die Brunneninschrift im Hof des Johannisspitals, datiert MDCXCV (1695), verbessert aus MDCCLV (1755), bei Weber 199 MDCXLV (1645); ähnlich im Fall der Grabschrift für Matthias Blasser in St. Paul: MDCCXXIX (1729), bei Weber 100 MDCXXIX (1629). »
  80. Beispielsweise eine Inschrift, die von einem Erdbeben 1348 berichtet (Nr. 41†), oder eine, die einen Stadtbrand 1354 (Nr. 47†) meldet, oder auch eine Inschrift über den angeblichen Hostienfrevel der Juden in St. Salvator (Nr. 200†). »
  81. Vgl. Nr. 459† und 460†. »
  82. Band I enthält auch Angaben zur Innenstadt (Dombereich), Band I,2 zu Eggendobl und Hals, Band II,1 zu St. Nikola und Band II,3 zu Unterfreinberg. »
  83. Vgl. Nr. 13† und 530†. »
  84. Es ist nicht auszuschließen, dass Hund von Clm 27085 abgeschrieben hat. Hund weist in der Einleitung zur Passauer Diözese darauf hin, dass ihm Bischof Urban von Trenbach eine Handschrift zur Verfügung stellte. Es ist zu vermuten, dass es sich hierbei um Clm 27085 handelte. »
  85. Vgl. Nr. 57†, 236†, 398† und 485†. »
  86. Vgl. Nr. 63†, 286† (hier Photo Liedke), 547†, 567†, 582†, 702†, 709†, 730† und 743†. »