Inschriftenkatalog: Stadt Darmstadt und Landkreise Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

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DI 49: Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau (1999)

Nr. 394 Grenzsteine und Gütersteine

DI 49, Nr. 394 - Grenzsteine und Gütersteine - 1556

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/5]

1) Grenzstein an der Grenzschneise des Bergener und des Bischofsheimer Gemeindewaldes. Der Stein trägt auf der einen Seite einen Buchstaben und auf der gegenüberliegenden Seite die Jahreszahl.

Nach Zorn.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. B // 1545

 
Wappen
Hessen; Kurmainz.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 39 Nr. 356 a, b.

2) Güterstein, der heute auf dem Anwesen Burgweg 6 in Nieder-Beerbach steht.1) Der Stein zeigt auf einer Seite oben ein Rebmesser und darunter die Jahreszahl.

  1. 1556

3) Grenzstein bei Biebesheim. Der Stein trägt auf zwei Seiten Wappen. Unter dem Mainzer Wappen ist die Jahreszahl angebracht.

Nach Mößinger.

  1. 1588

 
Wappen
Hessen; Kurmainz.

Nachweise

  1. Mößinger, Grenzsteine 213 f. mit Abb. 7.

4) Grenzstein im Museum Rüsselsheim. Der Stein stand früher an der Gemarkungsgrenze zwischen Haßloch und Königstädten. Er trägt auf zwei Seiten Wappen. Unter dem Mainzer Wappen ist die Jahreszahl angebracht.

  1. 1 · 5 · 9 · 3

 
Wappen
Isenburg; Kurmainz.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 19 Nr. 157 a, b.

5) Grenzstein an der Grenze des Frankfurter Stadtwaldes zum Kelsterbacher Gemeindewald. Die eine Seite trägt nur einen Buchstaben, die andere die Inschrift mit Jahreszahl.

Nach Zorn.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. F // KELSTER/BACHER EI/GENWALT / 1599

Kommentar

Das F steht für Frankfurt.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 54, Nr. 668 a, b.

6) Grenzstein im Museum Kelsterbach. Der Stein stand an der Grenze des Frankfurter Stadtwaldes zum Kelsterbacher Gemeindewald. Die eine Seite trägt einen, die andere zwei Buchstaben.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. F // E · W

Das F steht für Frankfurt, EW steht für Kelsterbacher Eigenwald. Dieser Stein sowie weitere gleichartige Steine an der Grenzlinie dürften wie der Stein Nr. 5 von 1599 stammen.

7) Grenzstein an der Gemarkungsgrenze von Nieder-Dorfelden und Hochstadt im Lohfeld. Die Vorderseite trägt die Jahreszahl und darunter einen Buchstaben, die Rückseite ist zerstört.

Nach Zorn.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. 1603 / D

Das D steht für Dorfelden.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 39 Nr. 362.

8) Grenzstein in Astheim. Der Stein trägt auf der Vorderseite eine Jahreszahl und auf der Rückseite ein Wappen.

Nach Azzola/Schenkel.

  1. 1610

 
Wappen
Kurmainz.

Nachweise

  1. Azzola/Schenkel, Wappen-, Grenz- und Gütersteine mit Abb.

9) Grenzstein an der Gemarkungsgrenze von Rüsselsheim und Haßloch nahe dem Rüsselsheimer Friedhof. Der Stein trägt auf zwei Seiten Wappen. Unter dem Mainzer Wappen ist die Jahreszahl angebracht.

Nach Zorn.

  1. 1613

 
Wappen
Hessen; Kurmainz.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 7 Nr. 54.

10) Grenzstein im Groß-Gerauer Dominialwald an der Mönchbruchpfadschneise. Die Vorderseite trägt ein Wappen mit Beischrift und darunter die Jahreszahl. Die Rückseite ist leer.

Nach Zorn.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. GERAV / 1613

 
Wappen
Gerau.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 37 Nr. 330.

11) Güterstein, ehemals an der Ludwigsaue in der Gemarkung Trebur, jetzt vor dem Wirtschaftshof der Ludwigsaue. Der Stein trägt auf beiden Seiten im gespaltenen Schild je zwei Wappen und darüber jeweils Initialen und die Jahreszahl. Auf der Ebersheimer Seite befindet sich unter dem gespaltenen Schild noch ein weiteres Wappen.

Nach Azzola/Schenkel.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. H(ANS) 1 [F(RIEDRICH)] 6 M(OSBACH) 13 V(O)N L(INDENFELS) // 1 E(BERSHEIM) 6 F(ICHARD) 13

 
Wappen
Wallbrunn;2) Mosbach von Lindenfels; Ebersheim;3) Fichard;4) unbekannt.5)

Kommentar

Das Gebiet der Ludwigsaue besaßen die Herren von Wallbrunn und die Mosbach von Lindenfels gemeinsam. Die Initialen dürften dem zwischen 1625 und 1627 gestorbenen Hans Friedrich Mosbach von Lindenfels gehören.6)

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 57 Nr. 723 a, b.
  2. Azzola/Schenkel, Wappen-, Grenz- und Gütersteine mit Abb.

12) Güterstein an der Ludwigsaue. Der Stein trägt auf der einen Schmalseite die Jahreszahl und auf der anderen die Jahreszahl mit Initialen. Auf der Vorderseite befinden sich im Schild zwei nicht voneinander abgetrennte Wappenbilder mit Initialen, die Rückseite ist leer.

Nach Azzola/Schenkel.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. 1613 // E(BERSHEIM) F(ICHARD) / 1613

 
Wappen
Ebersheim, Fichard.7)

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 57 Nr. 724 a, b.
  2. Azzola/Schenkel, Wappen-, Grenz- und Gütersteine mit Abb.

13) Dreimärker nahe dem Walde Große Loh im Lohfeld. Die eine Seite zeigt einen Buchstaben, die andere einen Buchstaben und darunter eine Jahreszahl, die dritte Seite ist leer.

Nach Zorn.

Schriftart(en): Kapitalis. Minuskel.

  1. Ha) // b / 1615

Das H steht für Hochstadt, das b für Bischofsheim.

Nachweise

  1. Zorn, Grenzsteine Taf. 39 Nr. 359 a, b.

14) Grenz- oder Güterstein, der heute außen an der Ostseite der Mosbacher Kirche vor dem alten Chor steht. Eine Seite trägt die Jahreszahl und die gegenüberliegende das Wappen. Die beiden übrigen Seiten sind leer.

  1. 1615b)

 
Wappen
Sturmfeder von Oppenweiler mit Johanniterkreuz.

Kommentar

Den Stein ließ Andreas Sturmfeder von Oppenweiler in seiner Eigenschaft als Komtur von Frankfurt und Mosbach setzen.8)

Nachweise

  1. Dörr, Mosbach 60.

15) Güterstein, der heute vor der Evangelischen Kirche Wolfskehlen aufgestellt ist. Eine Seite trägt die Jahreszahl, eine andere zeigt einen Abtsstab, der von Initialen flankiert wird.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. 1616 / EB

Kommentar

Die Initialen EB stehen für EBERBACH. Die gleiche Abkürzung zeigt ein Stein von 1573, der sich heute im Abteimuseum des Klosters Eberbach befindet. Die meisten anderen Eberbacher Grenz- und Gütersteine weisen dagegen die Abkürzung ER auf.9) Das Kloster Eberbach besaß in Wolfskehlen einen Hof, der dem Syndikus in Oppenheim unterstand.10)

Textkritischer Apparat

  1. Das H ist mit einer Hacke durchkreuzt.
  2. 1605 Dörr.

Anmerkungen

  1. Die Kenntnis des Steins verdanke ich dem freundlichen Hinweis von Herrn Prof. Dr. Friedrich Karl Azzola, Trebur.
  2. Im Wappen befinden sich die Initialen I(OHANN) G(OTTFRIED) V(ON) W(ALBRVN); Hans Gottfried von Wallbrunn starb 1614, vgl. Kunz, Stammtafeln, Taf. 2.
  3. Ein Zinnenturm (?).
  4. Eine Kugel von drei (2:1) Löwenköpfen begleitet.
  5. Geteilt, oben drei Rauten und die Initialen CW, unten dreimal gespalten.
  6. Möller, Genealogische Beiträge, Taf. Mosbach von Lindenfels II.
  7. Im Wappen befinden sich die Initialen E(BERSHEIM) F(ICHARD), die bei Zorn nicht wiedergegeben sind.
  8. Zu ihm vgl. Nr. 146.
  9. DI 43 (Rheingau-Taunus-Kreis) Nr. 308.
  10. Müller, Ortsnamenbuch 761; Schnorrenberger, Wirtschaftsverwaltung 44 f. mit Karte III.

Zitierhinweis:
DI 49, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Nr. 394 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di049mz06k0039404.