Inschriftenkatalog: Stadt Darmstadt und Landkreise Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 49: Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau (1999)

Nr. 366 Goddelau, Evangelische Kirche 1628

Beschreibung

Grabplatte des Pfarrers Johannes Helwig. Die Platte aus rotem Sandstein steht heute innen an der Nordwand des Langhauses. Sie wurde bei der Kirchenrenovierung 1978/79 im Boden in der Nähe des Altars gefunden. Die fast völlig zerstörte Grabinschrift lief ursprünglich auf dem Rand um, doch ist heute nur noch der Text der linken Leiste lesbar. Unten im leicht eingetieften Feld befindet sich eine von einem geflügelten Puttenkopf bekrönte Inschriftentafel mit dem Bibelzitat (B). Darüber ist ein reliefiertes Medaillon mit einem Vollwappen angebracht.

Maße: H. 210, B. 104, Bu. 4,2 (A), 3,5 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 49, Nr. 366 - Goddelau, Evangelische Kirche - 1628

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. A

    [. . .] D(OMI)NI MDC · XXVIII SEINES ALTERS L · IAHR · DEREN S[EELEN . . .]

  2. B

    ESAIAE · LVI · / DER GERECHTE KOMP / VMB VND NIMAND IST DER / ES ZV HERTZEN NEHME / VND HEYLIGE LEVTE WER / AVFGERAFT VND NIMAND / ACHTET DARAVF DEN DIE / GERECHTEN WERDEN WEG/GERAFT FVR DEM VNGLVGK / VND DIE RICHTIG FVR SICH / GEWANDELT HABE(N) KOM(M)EN / ZVM FRIEDE VND RVHEN IN / IHREN [K]A[M]MERN1)

Wappen:
Helwig.

Kommentar

Bei dem Verstorbenen handelt es sich vermutlich um den Goddelauer Pfarrer Johannes Helwig. Dafür sprechen sowohl das Todesjahr als auch das Wappen und der Bestattungsort. Helwigs Tod ist für 1628 gesichert,2) und das Vollwappen der Grabplatte findet sich in identischer Form auf der gleichartig gestalteten Grabplatte der ebenfalls 1628 verstorbenen Elisabeth Helwig, bei der es sich um die Frau des Johannes handeln dürfte.3) Beide Platten wurden zudem in der Nähe des Altars gefunden, wo sich in Goddelau nur die Pfarrer und ihre Angehörigen bestatten ließen, wie die übrigen dort gefundenen Platten belegen.4) Johannes Helwig war ein Sohn des Sprendlinger Pfarrers Christoph Helwig. Er wirkte von 1603 bis 1612 als Schulmeister in Rüsselsheim, war dann von 1612 bis 1623 als Pfarrer in Raunheim und zuletzt von 1623 bis zu seinem Tod 1628 als Pfarrer in Goddelau tätig.5)

Anmerkungen

  1. Jes 57,1 f.; dieser Abschnitt bildet jedoch in der Lutherbibel den Abschluß von Kap. 56.
  2. Hassia sacra I 141.
  3. Vgl. Nr. 364.
  4. Vgl. Nrr. 13, 290, 351.
  5. Hassia sacra I 141.

Zitierhinweis:
DI 49, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Nr. 366 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di049mz06k0036601.