Inschriftenkatalog: Stadt Darmstadt und Landkreise Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 49: Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau (1999)

Nr. 290 Goddelau, Evangelische Kirche 1599

Beschreibung

Grabplatte der Maria Vietor. Die Platte aus rotem Sandstein steht heute innen an der Nordwand des Langhauses. Sie wurde bei der Kirchenrenovierung 1978/79 im Boden in der Nähe des Altars gefunden. Die Grabinschrift läuft auf dem Rand zwischen Linien um und wird unten im eingetieften Feld fortgesetzt. Die letzte Zeile ist in deutlich kleineren Buchstaben geschrieben. Als Worttrenner dienen Quadrangeln. In der oberen Hälfte des Feldes ist ein erhabenes Kreuz angebracht. Der untere Teil der Platte weist starke Beschädigungen auf.

Maße: H. 175, B. 85, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 49, Nr. 290 - Goddelau, Evangelische Kirche - 1599

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. DORMITORIVM · PIAE · MA/TRONAE · MARIAE · M(AGISTRI) · IVSTI · VIETORIS · PAS[TORIS / QV]ONDAM [A]LSFELDI/AE · HESS(IAE) VIDVAE · CORPORE · HVC · TRANSLATAE // OBIIT IN CHRISTO / PLACIDE · ANNO / SALVTIS · 1 · 5 · 99 / I[I] D(IE) VII[IBR]I(S)a) 62b) / PONI CVRA(VIT) / M(AGISTER) IOH(ANNES) · VIETOR FI/LI(VS) PASTOR HVI(VS) LOCI

Übersetzung:

Ruhestätte der frommen Frau Maria, Witwe des Magisters Justus Vietor, einst Pfarrers im hessischen Alsfeld, die mit ihrem Körper hierhin überführt wurde. Sie starb sanft in Christus im Jahre des Heils 1599 am zweiten Tag des Oktobers (im Alter von) 62. (Dieses Denkmal) ließ ihr Sohn und Pfarrer dieses Ortes Magister Johannes Vietor setzen.

Kommentar

Maria war die Frau des 1532 im hessischen Homberg geborenen Justus Vietor. Er wurde 1549 in Marburg immatrikuliert und war von 1553 bis 1557 Rektor und von 1557 bis zu seinem Tod 1575 Pfarrer in Alsfeld (Vogelsbergkreis).1) Ihr Sohn Johannes wurde 1574 geboren und 1587 in Marburg immatrikuliert, wo er von 1594 bis 1598 Stipendiatenmajor war. Im Anschluß daran wurde er von 1598 bis 1608 Pfarrer in Goddelau, war dann von 1608 bis 1623 Hofprediger und schließlich ab 1623 bis zu seinem Tod im Januar 1628 Superintendent in Darmstadt.2)

Textkritischer Apparat

  1. Hypothetische Lesung der stark zerstörten Buchstaben.
  2. Die Altersangabe ist stark verkürzt.

Anmerkungen

  1. Hassia sacra I 388.
  2. Hassia sacra I 13 und 141.

Zitierhinweis:
DI 49, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Nr. 290 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di049mz06k0029007.