Inschriftenkatalog: Stadt Darmstadt und Landkreise Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 49: Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau (1999)

Nr. 198 Groß-Umstadt, Evangelische Kirche 1555

Beschreibung

Epitaph des Wolf von Bettendorf. Das dreiteilige Denkmal aus gelblichgrauem Sandstein steht innen vor der Ostwand des südlichen Seitenschiffs. Im Sockelbereich befindet sich eine Tafel mit einer vierzeiligen Inschrift, bei der als Worttrenner runde Punkte verwendet wurden. Die Buchstaben sind nicht ganz korrekt mit schwarzer Farbe nachgezogen worden. Im Mittelfeld steht vor einem Rundbogen die seitwärtsgewendete, halbplastische Figur eines Ritters in Rüstung, zu dessen Füßen sich der Helm befindet. Auf den Rahmenpilastern sind vier Wappen angebracht, von denen die beiden unteren von Putten gehalten werden. Der Aufsatz trägt ein mit Beschlagwerk verziertes Medaillon mit Helm und Helmzier.

Maße: H. 247, B. 110, Bu. 2,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 49, NR. 198 - Groß-Umstadt, Evangelische Kirche - 1555

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/1]

  1. ANNO CHRISTI · M · D · LV · AM · XVI · / TAGE · DES · MAIEN · STARBE · DER · EDEL / VND · EHRENVEST · WOLFF · VON BETTE(N)/DORFFa) · AMBTMANN · ZV OTZBERG D(EM) G(OTT) G(NAD)

Wappen:
Bettendorf;1) Bettendorf, Westerstetten; Brack von Klingen, Friesenheim.

Kommentar

Wolf war ein Sohn Philipps des Älteren von Bettendorf und der Notburg von Westerstetten. Er war mit Margareta Brack von Klingen verheiratet.2) Das Epitaph zeigt also die Ehewappen und die Elterngeneration. Dieselbe Wappenanordnung ist auch bei dem Epitaph von Wolfs Bruder Hans zu beobachten, das sich in Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) befindet.3) Wolf ist 1530 und 1547 als kurpfälzischer Amtmann zu Otzberg nachweisbar.4)

Textkritischer Apparat

  1. DETTEDORFF Herchenröder.

Anmerkungen

  1. Dargestellt ist nur das aus Helm und Helmzier bestehende Oberwappen.
  2. Humbracht, Stammtafeln 152; Biedermann, Geschlechtsreg. Ottenwald, Taf. CCLVI. gibt irrtümlich an, Margareta sei die Tochter einer Kronbergerin gewesen; zu Wolfs Tochter Maria vgl. Nr. 222, zu seinem Sohn Friedrich vgl. DI 12 (Heidelberg) Nr. 354.
  3. DI 12 (Heidelberg) Nr. 283.
  4. Müller, Ortsnamenbuch 552.

Nachweise

  1. Keller, Gross-Umstadt 86.
  2. Herchenröder, Kdm. 124 f. mit Abb.
  3. Scholz, Inschriften 68, Nr. 15 mit Abb.

Zitierhinweis:
DI 49, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Nr. 198 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di049mz06k0019800.