Die textilen Inschriften der Stadt Bamberg

2. Die nicht-originale Überlieferung der Inschriften

Die Überlieferung zu Inschriften auf textilen Trägern ist sehr begrenzt. Sie setzt für den Domschatz erst mit den Abbildungen der Reliquien in den Heiltumsverzeichnissen nach 1493 ein (Heiltumsverzeichnis 1493, Heiltumsverzeichnis 1495, Heiltumsverzeichnis 1508/09, Heiltumsverzeichnis 1509 s. Literaturverzeichnis). 1736/43 verfasste Subkustos Johann Graff ein Domschatz-Verzeichnis, das für die behandelten Objekte Beschreibungen und Abzeichnungen bietet. Ihm ist die Überlieferung im Zuge der Säkularisation verlorengegangener Textilien zu verdanken.

Für den Bereich der Stadt Bamberg überliefert Nikolaus Haas (Geschichte der Pfarrei St. Martin zu Bamberg und sämtlicher milden Stiftungen der Stadt. Bamberg 1845) eine verlorene Inschrift auf textilem Träger.

Diese Überlieferungslage spiegelt den üblichen Umgang mit Textilien, die entweder so sehr im Alltag verhaftet waren, dass eine Dokumentation überflüssig erschien und aus diesem Grund fehlt, oder deren Verwendung, Material und Technik bei Beschreibungen im Vordergrund standen, während die Inschriften als nebensächlich bewertet und somit nicht erwähnt wurden.

Handschriftliche Überlieferung

Staatsbibliothek Bamberg

– SB Ba HV.Msc. 2242)

Titel: Außführlich- und Vollständige Beschreibung aller In dem Kayserlich- und Immediaten Hohen Dom-Stifft zu Bamberg sich befindenden Heiligen Reliquien, Antiquitäten, Gold, Silber und Anderer Kostbarkeiten, So fleissigst untersucht und formiert worden Von Joanne Graff, Vicario und Subcustode Anno Domini 1736. Revidirt und renovirt In Gegenwart beyder Vicariorum des Hohen Dom-Stiffts, Joannis Matthaei Behmer und Joannis adami Schlereth. Anno 1743.

Papier; Schweinsledereinband mit Holzdeckeln und Blindprägung, zwei Messingschließen; Großfolioformat; 198 Seiten.
1853 im Besitz von Martin Joseph von Reider; aus dessen Nachlass 1863 vom HVB gekauft.
Der Bildteil ist nicht vollständig erhalten. Einen Teil verwahrt die Staatsbibilothek Bamberg als Depositum des HVB (HVG 1/27-32 und HVG 21/96). Eine zweite Serie mit 15 Blättern befindet sich heute in den Kunstsammlungen der Veste Coburg (Inv. Nr. Z. 3913-3927).

– SB Ba HV.Msc. 457 (Nro. 1706)

Titel: Schramm Johann Sebastian, Sammlung der Inschriften aller Altäre in Bamberg. 18. Jh.

Papier; Kleistermarmorpapierband, Spiegel Kleistermarmor; 38,3 x 23,5 cm; 25 Blätter; beiliegend mehrere Notizzettel Schramms.
1844 von Martin Joseph von Reider erworben (bei Brehm); aus dessen Nachlass 1863 vom HVB gekauft (s. Vorsatzblatt).

  1. Ausführliche Beschreibung s. Baumgärtel, Leben 80-88. »