Die Inschriften der „deutschen Nationalkirche“ Santa Maria dell’Anima in Rom. Teil 1: Vom Mittelalter bis 1559.

Santa Maria dell Anima, Chor
 Dr. Eberhard J. Nikitsch | Santa Maria dell Anima, Chor

6. Santa Maria dell’Anima als Begräbnisstätte73)

Durch das am 21. Mai 1406 ausgestellte Privileg74) Papst Innozenz' VII. wurde die Anima von aller städtischer und pfarrlicher Jurisdiktion befreit und unter den Schutz des Heiligen Stuhls gestellt, damit erhielt sie denselben Status wie die anderen römischen Kirchen und Hospitäler. Mit zwei zusätzlichen auf den 6. Juli 1406 datierten Urkunden75) bestätigte Papst Innozenz VII. auf Bitten der Anima-Provisoren die Gründung und Ausstattung des Hospitals und verlieh ihm das wichtige Begräbnisrecht (und somit die damit verbundenen Einnahmen der anfallenden Gebühren), das bis dahin die zuständige Pfarrkirche S. Nicolai in Agone inne hatte. Zudem erhielt das Hospital die Erlaubnis, einen Friedhof für die im Hospital verstorbenen (Fremden) einzurichten. Dieser wurde auf einer zur Anima gehörenden, östlich an das Hospital anschließenden Gartenfläche angelegt, ein Bereich, der heute vom Chor der Kirche und der 1481 errichteten Kirche S. Maria della Pace eingenommen wird. Im Jahr 1421 wählte die damals entstandene Bruderschaft der Bäcker die kleine Hospitalskirche76) als Ort ihrer Gottesdienste und legte gleichzeitig eine Gruft für77) ihre Toten an.

Die ersten gesicherten, seit 1428 nachweisbaren Bestattungen78) dürften sowohl in der Kirche als auch auf dem kleinen, mit Weinreben bepflanzten Friedhof stattgefunden haben; beides wird in den Büchern der Anima mit der oft eingesetzten Wendung „sepultus est in hospitali“79) bezeichnet. Ab 1430 finden wir in den Rechnungsbüchern zahlreiche Belege für Begräbnisse auf dem Friedhof bzw. ab 1431 über finanzielle Zuwendungen im Zusammenhang mit Bestattungen80), die nun in der im gotischen Stil neuerbauten Kirche mit ihren sechs Seitenkapellen stattfinden konnten. Wie bei anderen römischen Friedhöfen81), dürfte es auch in der Anima üblich gewesen sein, den Verstorbenen ohne Sarg zu bestatten. Die Liegezeit betrug in der Regel acht bis zehn Jahre, dann wurden die Gebeine entfernt und in ein auf dem Friedhof befindliches Beinhaus verbracht. Während die Quellen bedauerlicherweise über die Grabdenkmäler auf dem Friedhof schweigen, sind wir dank der im Bruderschaftsbuch sowie im Totenbuch festgehaltenen Angaben zum Standort (gelegentlich zum Aussehen) der Grabdenkmäler in der Kirche wenigstens ansatzweise unterrichtet. Begraben wurde sowohl in Einzelgräbern in Kirchenschiff und Chor82) als auch in gemeinsam genutzten Grüften, die sich in der Regel in oder vor den Kapellen befanden. Mit dem Neubau der heutigen Kirche nach 1500 und dem Bau der neuen Hospitalsgebäude um 1515 (Nrn. 64f.) wurde der 1482 durch den Bau von S. Maria della Pace bereits stark verkleinerte Friedhof offenbar vollständig aufgegeben, so dass ab dieser Zeit nur noch in der Kirche selbst bestattet werden konnte83). Offensichtlich war in der frühen Neuzeit eine Begräbnis-Gebühr in festgelegter Höhe nicht vorgesehen84), da das Hospital üblicherweise von den Erblassern in ihren Testamenten reich bedacht und dies gelegentlich sogar in den Grabinschriften vermerkt wurde. Die Zuwendungen konnten Häuser und andere Liegenschaften wie etwa Weinberge umfassen, bestanden aber in der Regel aus einer Kombination aus Bargeld und Sachleistungen. Dabei handelte es sich einerseits um profane Gegenstände wie etwa kostbare Ringe, Kleidung aller Art, Bücher oder sogar auch Federbetten, andererseits um Geräte für den liturgischen Gebrauch wie etwa Monstranzen, Kelche, Altartücher, Kerzenleuchter oder auch Gebetbücher. Die Gegenleistung seitens der Anima bestand neben dem Begräbnis und den damit verbundenen Feierlichkeiten vor allem im permanenten Totengedächtnis: In nahezu jedem Testament findet sich der Passus, dass eine gewisse Geldsumme für die sogenannte Jahrzeit, eine am Todestag zu begehende (ewige) Messe zu verwenden sei.

Während der Chor in der Regel den monumentalen Grabdenkmälern hochrangiger Verstorbener wie Papst Hadrian VI. (Nr. 89), Kardinal Wilhelm van Enckenvoirt (Nr. 98), dem 1575 verstorbenen Erbprinzen Karl-Friedrich von Jülich-Kleve-Berg oder dem 1600 verstorbenen Kardinal Andreas von Österreich vorbehalten blieb, ließen sich die Kurien-Kleriker meist im Kirchenschiff begraben, gern in oder vor denjenigen Kapellen, zu deren Bau, Ausschmückung oder Ausstattung sie durch Stiftungen beigetragen hatten. Auf dem Friedhof scheinen dagegen die einfacheren Leute Platz gefunden zu haben85). Die Liste dieser speziellen, in der Anima begrabenen Wohltäter ist lang: In der gotischen Kirche stiftete Bischof Christian Koband von Ösel (Nr. 4) sowohl die nach ihm benannte als auch die benachbarte Lambert-Kapelle, der Kurienprokurator Jakob Becker aus Arnheim (Nr. 15) gab ein Antependium für den Hochaltar in Auftrag und spendete Geld für die Orgel. In der heutigen Kirche finanzierte Jakob Fugger II. (der Reiche) die nach seiner Familie benannte Kapelle, vor der sein Bruder Markus (Nr. 38) und sein gleichnamiger Neffe (Nr. 56) bestattet lagen. Er ließ sie ausmalen und gab vor 1525 für den Altar das von Giulio Romano geschaffene Bild der heiligen Familie (Nr. 77) in Auftrag, das seit 1750 als Altarbild den Hochaltar der Anima schmückt. Der aus Böhmen stammende Johann Schütz und sein Schwiegersohn Jakob van den Brande beteiligten sich wesentlich an der Finanzierung der von Lorenzetto geschaffene Pietà (Nr. 90). Kardinal Willhelm van Enckenvoirt (Nr. 98) stiftete nicht nur das monumentale Grabdenkmal für Papst Hadrian VI. sondern ebenso den Hauptaltar und die Barbara-Kapelle, auch Brabanter-Kapelle genannt; hier ließen sich nicht nur die Mitglieder der Barbara-Bruderschaft86) sondern auch zahlreiche aus Brabant gebürtige Kuriale bestatten. Deutsche (im engeren Sinne) wählten gern den Bereich der von dem Mainzer Kardinal Albrecht von Brandenburg gestifteten Markgrafen-Kapelle87) und Laien, wie das aus Wimpfen am Neckar stammende Bäckerehepaar Wendelin Walck und Sebastiana Queckel (Nr. 94) oder wie Paul Todeschini aus Gent, Hauptmann in der päpstlichen Garde (Nr. 113), die Gruft vor der Anna-Kapelle im rechten Seitenschiff. Eine weitere Gruft befand sich vor der Markus-Kapelle, hier lagen nicht nur die beiden erwähnten Fugger, sondern in einer eigenen Gruft auch Mitglieder der Familien Lambertini und della Valle (Nr. 114). Der im Alter von 89 Jahren verstorbene Rota-Notar und Anima-Provisor Johannes Sander (Nr. 100) aus Nordhausen in Thüringen ließ 1508 das direkt an die Kirche anschließende Haus Nr. 1 auf seine Kosten neu erbauen (Nr. 55) und sorgte auch für Bau und Ausstattung der Mariä-Geburt-Kapelle, die er zudem als seine Grablege bestimmte.

Santa Maria dell Anima, Krypta 1774
 Dr. Eberhard J. Nikitsch | Santa Maria dell Anima, Krypta 1774

Aufgrund der guten kopialen Überlieferung aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts dürfen wir davon ausgehen, dass eine Vielzahl der Grabdenkmäler aus der um 1500 abgerissenen gotischen Kirche nicht vernichtet, vielmehr ganz bewusst in die neue Kirche mitübernommen wurden. Der beklagenswerte große Verlust an spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Denkmälern entstand offensichtlich später und dürfte mit zwei einschneidenden Baumaßnahmen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusammenhängen. Aufgrund einer „glücklichen Finanzlage“88) Mitte des 18. Jahrhunderts sah sich die Leitung der Anima unter ihrem seit 1747 amtierenden Provisor Christoph Anton Graf von Migazzi in der Lage, die Kirche dem herrschenden Geschmack der Zeit anzugleichen. Die unter der Verantwortung des Architekten Paolo Posi ab 1. Juli 1749 durchgeführte Barockisierung des Chorbereichs und des Kirchenschiffs hatte auch für die Inschriftenträger weitreichende Folgen. So mussten einige der prominenten, im Chor stehenden Grabdenkmäler aus bautechnischen Gründen umgearbeitet werden oder gar ihren Platz räumen: Die im Jahr 1613 neben dem Grabdenkmal Papst Hadrians VI. angebrachte Gedenktafel für Papst Clemens II. wurde an die Ostwand des linken Seitenschiffs versetzt, die monumentalen Epitaphien der Kardinäle Wilhelm van Enckenvoirt und Andreas von Österreich wanderten an die innere Rückwand der Kirche neben das Hauptportal, die bislang dort angebrachten Denkmäler für die Bologneser Saliceto und Eliazario hingegen fanden ihren neuen Platz an der Außenwand des Chors im heutigen Innenhof des Priesterkollegs. Die Liste ließe sich beliebig verlängern, denn im Zuge der Umgestaltung des Kirchenschiffs wurden viele der an den Wänden hängenden Denkmäler abgenommen, gereinigt und neu angeordnet, wobei man die zahlreichen im Boden der Kirche ruhenden Grabplatten vorerst unangetastet ließ. Dies änderte sich aber vehement mit der zweiten großen Baumaßnahme, die wenige Jahre später in Angriff genommen wurde. Um der als großen Übelstand empfundenen, vermutlich mit lästigen Gerüchen verbundenen starken Bodenfeuchtigkeit in der Kirche Herr zu werden, entschloss sich die Verwaltung der Anima mit Datum vom 21. Februar 1774 zu einer einschneidenden Maßnahme: Die Erde unter dem Pflaster des Kirchenschiffs sollte entfernt und Gewölbe eingezogen werden, um damit das Kirchengebäude für alle Zeiten trockenzulegen. Und so geschah es auch89): „Es wurde das ganze Erdmaterial unter dem Fußboden der Schiffe der Kirche weggeführt, bis zu einer Tiefe, die dem Boden unter der Cantina unter der alten Sakristei entsprach. Danach wurden mächtige Gewölbe hergestellt und die Fundamentierung der Kapellen durch Stützbogen verstärkt. Das Presbyterium ließ man unberührt, nur wurde die oberste Erdschichte weggehoben, mit Schutt ausgefüllt und darüber das Marmorpflaster gelegt. Die Grabplatten in den Schiffen der Kirche waren in den Hof des Hauses n. 1 gebracht worden. Hier wurden die brauchbaren ausgesucht, zugeschnitten und poliert und wieder verwendet, soweit sie nicht für die Felder ausreichten, wurden sie durch neue Marmorplatten ersetzt, gleichwie auch die dunklen Bordüren neu sind. Nur wenige Grabplatten, und zwar meistens solche aus dem 18. Jahrhundert, wurden zum Kirchenboden wieder verwendet, bei anderen wurden die Inschriften wieder erneuert (wie bei Gropper, Christian Coband, Hoetfilter, Gravius, Copis)90), wobei verschiedene Irrtümer in der Kopierung der alten Inschriften unterliefen“. Für diese Maßnahmen waren insgesant 3000 Scudi veranschlagt worden91); letztlich betrugen aber die Gesamtkosten der Restauration 9270 Scudi92).

Bereits zu Beginn des Rektorates von Karl Jänig (1872-1887) wurde in den Jahren 1875/75 sowohl die Kirche durchgreifend restauriert93) als auch das Priesterkolleg neu gestaltet. Die Wände des Treppenhauses (Nr. 110) und des Innenhofes wurden mit aufgefundenen oder vorhandenen (meist fragmentarischen) Fundstücken aus der Anima geschmückt94), so etwa mit dem Fragment der Weiheinschrift von 1432 (Nr. 6) und vier aus der Kirche translozierten Grabdenkmälern (Nrn 73, 79, 110, hinzu kommt das Grabmal des 1828 verstorbenen Conte Fedrigotti). Platz fanden auch zahlreiche von außerhalb erworbene Stücke95), darunter die 15 römischen Grabsteine96) sowie die drei mittelalterlichen Fragmente von Grabdenkmälern, eines aus Santa Prassede (Nr. 1), eines unbekannter Herkunft (Nr. 2) und eines aus San Giuliano dei Fiamminghi (Nr. 33).

Mit den geschilderten Baumaßnahmen des 18. und 19. Jahrhunderts verschwanden nahezu alle spätmittelalterlichen und ein Gutteil der frühneuzeitlichen Grabdenkmäler der Anima97). Letztlich sind wir nur dank der unermüdlichen Sammelarbeit der Historiographen und Antiquare des 17. und frühen 18. Jahrhundert in der Lage, diesen kulturhistorische Schatz zumindest ansatzweise zu rekonstruieren und ihn nun – gemeinsam mit den noch erhaltenen Denkmälern – durch den vorliegenden Katalog auch einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Zitationshinweis:

DIO 3, Santa Maria dell’Anima, Einleitung, 6. Santa Maria dell’Anima als Begräbnisstätte (Eberhard J. Nikitsch), in: inschriften.net, urn:nbn:de:0238-dio003r001e008.

  1. Trotz des antiken Begräbnisverbotes in der Stadt Rom kam es in Spätantike und frühem Mittelalter im Zusammenhang mit den Translationen der Märtyrer in die Kirchen dennoch zu zahlreichen Bestattungen, vornehmlich „ad sanctos“ in der Nähe des Altars, in den die Reliquien eingelassen waren. Die Heiligen sollten für die dort Begrabenen besondere Fürbitte zur Linderung der Sündenstrafen leisten, zudem wurde hier die Eucharistie gefeiert und durch die Priester der Verstorbenen gedacht. Trotz wiederholter Einschränkungen und Verbote durch Synoden und Konzilien setzte sich diese Sitte im Verlauf des Mittelalters durch und war in Rom bis zum Cholerajahr 1836 allgemein üblich; vgl. dazu grundsätzlich Schweizer, Kirchhof pass. sowie zu den theologischen und rechtlichen Hintergründen Scholz, Grab pass.  »
  2. Vgl. zu dieser heute noch im Archiv der Anima verwahrten Urkunde ausführlich Schuchard, Exemtionsprivileg pass. »
  3. Vgl. das Regest der Urkunde bei Nagl, Urkundliches 2f. Nr. 9. »
  4. Die Kirche dürfte nicht mehr als 16 Meter lang und 9 Meter breit gewesen sein; vgl. dazu Lohninger, Anima 15. »
  5. Diese Gruft wurde – nachdem die Leichen herausgenommen und anderswo bestattet wurden – am 12. Mai 1431 zugeschüttet und eingeebnet, um Platz für eine neue, an dieser Stelle zu erbauende Kapelle zu schaffen, die von der Bäckerbruderschaft finanziert wurde; vgl. dazu und zum Folgenden Lohninger, Anima 17 und 28f. – Die vorne im linken Seitenschiff gelegene Kapelle wurde Ende des 14. Jahrhunderts von der Barbara-Bruderschaft übernommen, die dort Statuen der hl. Barbara und der hl. Katharina aufstellte. Beide Statuen wurden nach dem Abriss der gotischen Kirche in den 1500 begonnenen Neubau verbracht, dort an dem der (nun Barbara-Kapelle genannten) Kapelle gegenüberliegenden Pfeiler angebracht und dienten den Verfassern des Bruderschafts- wie des Totenbuchs gerne als Standortangabe für Begräbnisplätze. »
  6. Für dieses Jahr findet sich in den Büchern der Anima die Notiz, dass der Hospitaldiener für einen im Hospital verstorbenen Mann ein Grab hergerichtet habe; vgl. dazu und zum Folgenden die Nachweise bei Schmidlin, Anima 193f. und 201. »
  7. Vgl. Kapitel 3, Anm. 3. »
  8. So bezahlten die Herren Kaspar aus Elbinge 17 Groschen, Andreas aus Mecheln 1 holländischen Gulden, Nikolaus aus Havel und Heinrich Stömaber aus Danzig je 2 Gulden, und der Bäcker Nikolaus aus Basel 4 Gulden, vgl. die Nachweise bei Schmidlin, Anima 193 Anm. 4. »
  9. Vgl. dazu Weiland, Campo Santo 95f. »
  10. Die Gruft unter dem Chor wurde erst 1446 durch einen Meister Raynald und seine Gehilfen ausgemauert und eingewölbt; vgl. den Hinweis bei Lohninger, Anima 27. »
  11. Seit 1836 dient der von der Stadt Rom bei San Lorenzo fuori le mura aus hygienischen Gründen neu angelegte Campo Verano als Zentralfriedhof aller Römer, hier unterhält die Anima eine eigene, mit einer Gruft ausgestatteten Kapelle, bei der aber ebenso Erdbestattungen möglich sind; vgl.dazu Krogel, Friedhof 41ff. »
  12. Für die Begräbnisse auf dem Campo Santo mussten im 15. Jahrhundert wenigstens 2 Kerzen von 2 Pfund Wachs hinterlassen werden, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts waren dann bestimmte abgestufte Geldbeträge zu bezahlen; vgl. dazu Weiland, Campo Santo 120ff. »
  13. Ein gutes Beispiel dafür bietet der Fall des 1432 verstorbenen apostolischen Kursor Michael Henrici (Nr. 5), der in der Kirche vor der Anna-Kapelle bestattet wurde, seine 1445 verstorbene Haushälterin Lucia erhielt jedoch ein Grab auf dem Friedhof. »
  14. Nach dem Erlöschen der Barbara-Bruderschaft im Jahr 1557 diente sie als Begräbnisplatz der Priester der Anima; in dem Zusammenhang wurde ihr Altar von Papst Gregor XIII. (1572-1585) privilegiert. »
  15. Sie wurde erst lange nach dem Tod des Kardinals fertiggestellt; interessanterweise ließen sich die dafür zuständigen Anima-Prokuratoren Qurinus Galler und Johannes Lemmeken durch in der Kapelle angebrachte Brustbilder abbilden und vor der Kapelle bestatten (Nr. 112). »
  16. Vgl. zum Folgenden ausführlich Lohninger, Anima 138ff., Zitat S. 138. – Laut einer Bestandsaufnahme des Jahres 1799 besaß die Anima in Rom 51 Häuser, aus denen sie Mieteinnahmen erzielte, Anfang des 20. Jahrhunderts noch elf Häuser bzw. Häusergruppen; vgl. Schmidlin, Anima 671 und 775. »
  17. Die folgende anschauliche Schilderung von Lohninger, Anima 149f. beruht auf den vom ihm konsultierten Ausgabe- und Rechnungsbüchern der Anima. »
  18. Vgl. die Nrn. 4 , 108, 117, 118 und 120; wobei es sich bei der Grabplatte für Johannes Gropper um ein Original handelt und Gravius wohl mit mit Alexander Junius verwechselt wurde. – Alle diese genannten neu angefertigten Grabplatten sind noch vorhanden, hinzu kommen noch die ebenfalls neu hergestellten Grabplatten für Dietrich von Calvis (Nr. 34) und Johannes Sander (Nr. 100). »
  19. Vgl. dazu die Aufstellung der Einzelkosten bei Schmidlin, Anima 626f. »
  20. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, wurden seitens der Anima „ihre außer Gebrauch gekommenen Silbersachen“ veräußert, vgl. dazu ebd. 626 »
  21. Vgl. dazu Folgenden die Hinweise bei Schmidlin, Anima 165f. »
  22. Darunter ein von einem Anima-Haus stammender Wappenstein (Nr. 43) und eine Hausinschrift vom ehemaligen Hospital (Nr. 64). »
  23. Darunter finden sich u. a. Reste von Schrankenplatten mit Bandgeflecht und Kreuzmotiven (9. Jh.), Reste eines Cosmatenfußbodens, Bruchstücke eines großen, wohl aus der gotischen Kirche stammenden Maßwerkfensters sowie ein Relief mit Maria und Kind (15. Jh.). Bedauerlicherweise ist die Provenienz der meisten Spolien nicht mehr zu klären, da „ihr verdienter Sammler Monsignore Jänig sich selbst nicht mehr der Herkunft erinnert“, so bereits Schmidlin, Anima 155 Anm. 6. »
  24. Vgl. dazu ihre hier erstmals vorgelegte Edition im Anhang. »
  25. Offen bleibt, ob sich jemals die Gelegenheit bieten wird, die Annahme von de Waal, Rompilger 44, zu überprüfen, wonach die dort verwendeten Grabsteine nur umgedreht wurden, um einen ebenen Bodenbelag zu schaffen, die man nur wieder umwenden müsse, „um die „Skulpturen nach langer Verborgenheit wieder ans Licht treten zu lassen“. »