Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 437 Boppard, Eltzerhofstr. 25 (aus Kloster Marienberg) 1682

Beschreibung

Grabplatte der Nonne Maria Magdalena von Frankenstein. Die von d'Hame 1773 in Abschrift und Nachzeichnung überlieferte Platte befand sich in der Kirche des Benediktinerinnen-Klosters Marienberg und dürfte im Zusammenhang mit deren Abriß 1802 an einen unbekannten Ort verbracht worden sein. 1931 wurde sie unter den Materialien des damaligen Baustoff-Lagers am Sandtor in Boppard aufgefunden, im folgenden Jahr an den heutigen Standort verbracht und innen in die Wand der zugehörigen Garage eingelassen1). Große Platte aus porösem Basalt mit Umschrift (A) zwischen Linien, in der Mitte des Feldes Vollwappen der Verstorbenen im Kranz, dazu vier bezeichnete Ahnenwappen (B) in den Ecken. Untere Hälfte abgetreten bzw. verwittert, sonst gut erhalten.

Maße: H. 190, B. 90, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Grabplatte der Maria Magdalena von Frankenstein (nach d'Hame)

 d'Hame, Confluvium [1/2]

  1. A

    AN(N)O D(OMI)NI 1682 DIE 27 DECE(M)P(RIS)a) PIE / OBŸT RELIGIOSA AC PRAENOBILIS VIRGO MARIA MAGDALENA V(ON) V(ND) / ZV FRANCKANSTEINa) HVIVS / MONASTERŸ PROFESSA CVIVS ANIMA REQVIESCAT IN PACE

  2. B
    FRANCKENSTEIN 
    FRANCKENSTEIN  BRENDELL / HOMBVRG  
    NAGEL V(ON) / DVERMSTEINb)   SCHOENBERGc)  

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1682 am 27. Tag des Dezembers starb fromm die gottesfürchtige Jungfrau Maria Magdalena von Frankenstein, Nonne dieses Klosters, deren Seele in Frieden ruhe.

Wappen:
Frankenstein2)
FrankensteinBrendel von Homburg
Nagel von DirmsteinSchöneberg vor dem Saane

Kommentar

Die 1612 geborene Maria Magdalena3) war eines der zahlreichen Kinder des Kurmainzer Geheimen Rates und Oberamtmanns Johann Eustachius von Frankenstein mit seiner Frau Anna Margret Brendel von Homburg. Ihre Brüder nahmen hohe weltliche und geistliche Ämter war, so fungierte ihr jüngerer Bruder Johann Carl als Bischof von Worms.

Die bislang unbeachtete Grabplatte bietet zusammen mit der für Amelia von der Leyen4) und der für die Äbtissin Veronica Neuer von Montabaur5) eine gute Vorstellung von dem tatsächlichen Aussehen der vielen verschollenen Grabplatten des 17. Jahrhunderts der Nonnen des Benediktinerinnen-Klosters Marienberg, die von d'Hame in großer Zahl in Abschrift oder in Nachzeichnung überliefert wurden6).

Textkritischer Apparat

  1. Sic!
  2. V mit klein überschriebenem E.
  3. O mit klein überschriebenem E.

Anmerkungen

  1. Freundliche Hinweise von Herrn Klaus-Georg Brager und Herrn Wolfgang Brockamp, beide Boppard, vom 10. und 11. Juli 2002.
  2. Quadriert: 1/4. Frankenstein, 2/3 Cleen.
  3. Vgl. dazu und zum Folgenden Humbracht, Zierde Taf. 108.
  4. Vgl. Nr. 377.
  5. Vgl. dazu Nr. 292.
  6. Vgl. dazu ausführlich Einleitung Kap. 3.

Nachweise

  1. d'Hame, Confluvium II 2, 459a und nach S. 661 (Nachzeichnung, bez. Nr. 16).

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 437 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0043708.