Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 305 Boppard, Städtisches Museum (aus Franziskanerinnen-Kloster St. Martin?) 1588/1612

Beschreibung

Grabkreuz für Maria Elbert. Ursprünglich vielleicht vom Friedhof des Franziskanerinnen-Klosters St. Martin stammend, seit unbekannter Zeit am heutigen Standort im Innenhof der ehemaligen Kurfürstlichen Burg1). Schmuckloses Kreuz aus Basalt mit kurzen profilierten Kreuzarmen, vorne auf der Kreuzvierung großer Wappenschild, die Inschrift (erste Deutung A1, zweite Deutung A2) zeilenweise auf den Armen und unter dem Wappen verteilt. Auf der glatten Rückseite Buchstaben (B) mit vermutlich nicht vollständig ausgeführtem Wappenbild. Gut erhalten.

Maße: H. 72 (ohne Sockel), Br. 41, Bu. 5 (A), 4-5 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Grabkreuz der Maria Elbert

 Dr. Eberhard J. Nikitsch (ADW) [1/1]

  1. A1

    1612 / MRA/IA // ELB/ERT / 1588

  2. A2

    1612 / M(A)R(I)A / IA(COB) // ELB/ERT / 1588

Wappen:
Elbert2)
  1. B

    M Aa)

 
Marke:
Elbert?3).

Die ungelenk ausgeführte Kapitalis zeigt M mit hochgezogenem Mittelteil und rechtsgewendete 5 mit steil stehendem Balken.

Bei der Variante A1 könnten die Buchstaben R und A vertauscht worden sein. Vielleicht sollte durch den langen waagerechten Strich über den ersten drei Buchstaben dieser nur schwer zu korrigierende Fehler angezeigt werden. Bei der Verstorbenen könnte es sich in diesem Fall um eine sonst nicht bezeugte Tochter des Bopparder Bäckerehepaars Hans und Margareta bzw. Nicolaus und Sybille Elbert4) gehandelt haben. Da die Jahreszahl 1612 von ihrem Duktus her eher zu der Namensinschrift paßt und wie diese im Rahmen steht, dürfte die zweite Jahreszahl aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen mit aufgenommen worden sein. Bei der Variante A2 wurde der Strich über MRA als Kürzungsstrich verstanden, das IA in der zweiten Zeile als Bestandteil eines männlichen Vornamens. Da diese beiden Namen im Bürgerbuch nicht belegt sind, Elbert dort aber als "sehr alter Bopparder Familienname" bezeichnet ist, werden hier vielleicht Vorfahren der dort aufgeführten Bäckerfamilie Elbert mit ihren Todesjahren greifbar.

Textkritischer Apparat

  1. Vermutlich zu M(ARI)A aufzulösen.

Anmerkungen

  1. Das Grabkreuz befand sich in dem gleichen Haufen mit Fragmenten, in dem auch die aus dem Franziskanerinnen-Kloster stammende Grabplatte für die Töchter des Landgrafen Wilhelm (Nr. 434) entdeckt wurde.
  2. Über einem in drei breite Enden auslaufenden Haken Spitzweck und Brezel.
  3. Spitzweck (?), darüber Haken (?).
  4. Vgl. zur Familie Frauenberger, Bürgerbuch 1, 155.

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 305 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0030505.