Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 292 Boppard, ehem. Benediktinerinnen-Kloster Marienberg 1608

Beschreibung

Grabplatte der Priorin Veronika Neuer von Montabaur. Im Jahr 1773 von d'Hame in Abschrift und in Nachzeichnung überliefert, befand sie sich bereits damals an ihrem heutigen Standort plan in die Wand nördlichen Kreuzgangflügels eingelassen. Große schmale Platte aus Sandstein mit Umschrift auf schwarz gefaßten Leisten, in der Mitte des Feldes Vollwappen, in den vier Ecken je ein Ahnenwappen. Gut erhalten.

Maße: H. 163, B. 79, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Grabplatte der Veronika Neuer von Montabaur

 Brunhild Escherich (GDKE Denkmalpflege) [1/1]

  1. A(NN)Oa) · 1608 · 24 · IAN(VARII) · OBIIT · / VE(NE)RA(BI)LIS · AC · NO(BI)LIS · SOROR · VERO(N)ICA · NEVWE/RN · A · MO(N)THABAVR · / PRIORISSA · VIG(I)LA(NTISSI)MA · A(NN)IS · 27 · RE(QVIESCAT) · IN · PA(CE) · AMEN ·

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1608, am 24. Januar starb die ehrwürdige und edle Schwester Veronika Neuer von Montabaur, 27 Jahre lang wachsamste Priorin, deren Seele in Frieden ruhe, Amen.

Wappen:
Neuer von Montabaur1)
Neuer von Montabaurunbekannt2)
unbekannt3)unbekannt4)

Kommentar

Die mit kräftigen Sporen versehene, gleichstrichig ausgeführte Kapitalis erscheint einerseits durch Buchstabenverbindungen und Kürzungen textlich stark gedrängt, andererseits durch die breit ausgeführten Buchstaben weit spationiert. Als Worttrenner dienen kleine Dreiecke.

Veronika, Tochter des kurfürstlich-trierischen Hofmarschalls Georg Neuer von Montabaur5) entstammte einem aus einer Montabaurer Schöffenfamilie hervorgegangenen Adelsgeschlecht6), das in der Gegend um Koblenz einige Höfe und Güter besaß und bis 1649 nachweisbar ist. Die sonst nicht weiter bezeugte Priorin des Klosters trat laut Inschrift ihr Amt im Jahr 1581 an, vielleicht gemeinsam mit der im gleichen Jahr zur Äbtissin gewählten Amalia Zandt von Merl7).

Textkritischer Apparat

  1. O klein hochgestellt.

Anmerkungen

  1. Drei 2:1 gestellte Bärentatzen.
  2. Drei 2:1 gestellte Rosen.
  3. Unter Schildhaupt drei 2:1 gestellte fußgespitzte Kleeblattkreuzchen.
  4. Geteilt, oben ein wachsender Löwe, unten ein mit Wellen bezeichneter Wellenbalken.
  5. So d'Hame 444.
  6. Vgl. dazu die wenigen Hinweise bei Gensicke, Landesgeschichte 212 und 216.
  7. Vgl. zu ihr Nr. 340.

Nachweise

  1. d'Hame, Confluvium II 2, S. 444 und nach S. 570 (Nachzeichnung, bez. Nr. 10).
  2. Kremer/Lamey, Denkmälerinventar I 151.
  3. Boulangé, Boppard 9.
  4. Kdm. Rhein-Hunsrück 2.1, 288 mit Abb. 175.

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 292 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0029208.