Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 289 Oberwesel, Kath. Pfarrkirche St. Martin (aus Kath. Pfarrk. Unserer Lieben Frau) vor 1608

Beschreibung

Fragment der Grabplatte für Peter Ernst von Schönburg auf Wesel. 1991 während der Ausschachtungsarbeiten zum Einbau einer Heizung im nördlichen Seitenchor von Liebfrauen aufgefunden1), wird sie gegenwärtig in der Kunstkammer von St. Martin aufbewahrt. Rechtes oberes Eck einer Kalksteinplatte mit Umschrift auf erhöhter Randleiste, im verbliebenen Rest des Feldes ein reliefiertes Wappen.

Maße: H. 40, B. 45, Bu. 3 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

Grabplatte des Peter Ernst von Schönburg auf Wesel

 Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz [1/1]

  1. [- - -] DE(N) 6 AVG(VSTI) STARB PEtER / ERNST VO(N) SCHON[BVRG - - -]

Wappen:
Naves2)

Kommentar

Die gleichstrichig ausgeführte Kapitalis zeigt erhöhte Versalien bei den Namensbestandteilen und als Besonderheit ein kleingeschriebenes t.

Aufgrund des verbliebenen Wappens kann der Verstorbene als ein bisher unbekannter Sohn3) aus der kinderreichen Ehe Simon Rudolfs von Schönberg auf Wesel mit Magdalena von Naves identifiziert werden. Der Fundort des Fragmentes läßt darauf schließen, daß Peter Ernst - wie sein Bruder Heinrich Eberhard4), sein bereits 1608 verstorbener Vater und seine 1627 verstorbene Mutter5) - in der Familiengruft der Schönberger im nördlichen Chor der Liebfrauenkirche bestattet wurde.

Anmerkungen

  1. Freundliche Mitteilung von Herrn Edmund Lahnert†, Oberwesel.
  2. Fehlerhaft: Quadriert, 1/4. siebenmmal geteilt, überdeckt von einem Pfahl, 2/3. in Hermelin ein linksgewendeter Löwe. - Vgl. zur vermutlich korrekten Darstellung Nr. 345 von 1627.
  3. Bei Möller, Stammtafeln AF I Taf. 35 nicht erwähnt.
  4. Vgl. Nr. 284.
  5. Vgl. dazu Nrr. 290 und 345.

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 289 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0028909.