Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 245 St. Goar, Evang. Stiftskirche 1595

Beschreibung

Grabplatte der Margarethe Heusner. Aufgefunden bei den Bauarbeiten der Jahre 1979-82, gegenwärtig an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffs befestigt. Schmale Platte aus rotem Sandstein mit Umschrift (A) zwischen erhöhten Leisten. In der Mitte des Feldes zwei gegeneinander gelehnte Wappenschilde mit gemeinsamer Helmzier im Kranz, darüber Beschlagwerkkartusche mit sechszeiligem Bibelzitat (B), darunter weitere Beschlagwerkkartusche mit unkenntlicher Inschrift. Unter der oberen Kartusche Totenkopf mit Schlange über Begräbnisgerät, unter der unteren vermutlich Trophäen. Insgesamt stark beschädigt und verwittert, Teile der Leisten fehlen.

Maße: H. 180, B. 63, Bu. 4 (A), 2,5 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Fraktur (A), Fraktur (B).

Grabplatte der Margarethe Heusner

 Brunhild Escherich (ADW) [1/1]

  1. A

    AN(N)O 159[5 ..... / ..] I[st d]ie Erbare vnd dugenthafft [....... ......] des Ehrn- geachena) Otto / Heusners selige Wit[twe] / Deren sellgen G[ott um]b Christi Willen Ein Fröliche aüffersthünga) Verleyhe(n) Wolle

  2. B

    1 Timoth(eus) / Das ist Je gewislich [war] / vnd ein thewr we[rdes] / word das [Ch]ristus Jh(esus)/ kom(m)en ist In die welt / die sünder selig zu ma(chen)1)

Wappen:
HeusnerWigand(?)2)

Kommentar

Die wenigen guterhaltenen Buchstaben zeigen eine sorgfältig ausgeführte Fraktur, die bei den Versalien offenbar auf die sonst charakteristischen Anschwünge verzichtet. Worttrenner fehlen.

Margarethe war spätestens seit 1577 mit dem 1589 verstorbenen und ebenfalls in der Pfarrkirche beigesetzten landgräflich-hessischen Finanzbeamten Otto Heusner3) verheiratet. Laut der Inschrift des von ihrem Schwiegersohn Johannes Röder im Jahr 1602 gestifteten Memorialsteines4) war sie eine geborene Wigand5) und verstarb am 27. August 1595 im Alter von 60 Jahren.

Textkritischer Apparat

  1. Sic!

Anmerkungen

  1. 1 Tim 15.
  2. Aus Wolken hervorkommender (?) geharnischter Rechtarm, einen Streithammer haltend.
  3. Vgl. Nr. 236.
  4. Vgl. Nr. 276.
  5. Die Familie Wigand (auch Weigand) stellte im 16. Jh. mehrfach den Rats- bzw. Gemeindebürgermeister der Stadt; vgl. dazu Grebel, St. Goar 168ff. Der 1592/93 als Ratsbürgermeister amtierende Clas Wigand führte allerdings ein abweichendes Wappen; vgl. dazu Nr. 243.

Nachweise

  1. Ensgraber, Chronik 201 (teilw.).

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 245 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0024507.