Inschriftenkatalog: Rhein-Hunsrück Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 60: Rhein-Hunsrück-Kreis I (2004)

Nr. 182 Oberwesel, Kath. Pfarrkirche Unserer Lieben Frau 1.V.16.Jh.

Beschreibung

Wandmalerei mit Namensbeischrift des hl. Rochus am dritten Pfeiler des südlichen Seitenschiffs. Der als Pilger mit entsprechenden Utensilien dargestellte Heilige steht vor einer felsigen Landschaft und deutet mit der rechten Hand auf seinen entblößten Oberschenkel mit der Pestbeule. Zu seiner Rechten befindet sich der ihn heilende Engel, zur Linken der ihn nährende Hund mit einem Brotlaib im Maul. Die in schwarzer Farbe gemalte, stark verblaßte Inschrift ist unterhalb der Figur in einer schmalen Leiste außerhalb des Bildfeldes angebracht. Temperamalerei auf Kreidegrund, im Jahr 1907 durch den Maler Aschenbroich1) stark überarbeitet.

Maße: H. 104, B. 62, Bu. 3 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versal.

Wandmalerei mit Namensbeischrift des hl. Rochus

 Thomas G. Tempel [1/2]

  1. S(anctus) · rochus

Kommentar

Der Mittelteil des Versals ist rund ausgeführt, die Bögen dagegen sind gebrochen.

Die Malerei zeigt mit der wunderbaren Heilung des aus Montpellier stammenden, pestkranken Rochus die Schlüsselszene2) seiner legendarischen Vita. Das Oberweseler Bild des daher als Pestpatron angerufenen Heiligen stellt eines der zahlreichen Beispiele für das rasche Aufblühen seines Kultes ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dar.

Die Datierung orientiert sich an der kunstgeschichtlichen Einordnung3).

Anmerkungen

  1. Vgl. zu ihm Kern.
  2. Vgl. zum Folgenden Welker, Rochus 275ff.
  3. Kdm. datiert ohne nähere Begründung in die 1. Hälfte des 16. Jh.

Nachweise

  1. Kdm. Rhein-Hunsrück 2.2, 187 mit Abb. 89.
  2. Kern, Wandmalerei (Ms.).

Zitierhinweis:
DI 60, Rhein-Hunsrück-Kreis I, Nr. 182 (Eberhard J. Nikitsch), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di060mz08k0018205.