Inschriftenkatalog: Rems-Murr-Kreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 37: Rems-Murr-Kreis (1994)

Nr. 66 Murrhardt, ev. Stadtkirche St. Januarius 1496

Beschreibung

Altarretabel. Innen an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs; vor 1787 im Westchor, dann in der Sakristei. Schrein neu1, darin auf gestuftem Postament drei Heiligenfiguren: Maria Magdalena (anstelle einer verlorengegangenen Muttergottes) zwischen Sebastian und Vitus; auf den Figurensockeln Tituli und Datierung, gegenüber dem originalen Wortlaut (A) verändert. Auf den Flügelinnenseiten jeweils zwei Tafelbilder untereinander, drei der Szenen mit erklärenden Beischriften in Schriftbändern am unteren Bildrand: links oben Pfingstwunder (B), links unten heilige Märtyrer, u.a. Laurentius, Erasmus, Johannes d. T. und Stephanus (C), rechts oben heilige Jungfrauen, u.a. Barbara, Katharina und Agnes (D), rechts unten heilige Bekenner, u.a. Wendelin und Benedikt. Predella nicht ursprünglich zugehörig (um 1515 entstanden)2, darauf Tafelbild des Schmerzensmanns mit Maria und Johannes Ev., links ein kniender Benediktinerabt, rechts sein Wappen.

Inschrift (A) nach OAB Backnang.

Maße: H. (Flügel) 166, B. 64, Bu. 2,3 cm. (B–D).

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien in gotischer Majuskel.

DI 37, Nr. 066 - Murrhardt - 1496

 Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. A

    Sanctus Sebastianus · S(ancta) Maria Mater Dei · Sanctus Vitus · 1496 ·a)

  2. B

    All.b) hailig xiiboten. vnd. vnser. frau ·

  3. C

    Alle.b) hailigen and xii martererc).

  4. D

    All.b) hailig. Junckfrawen ·

Wappen:
Binder3.

Kommentar

Das Predella-Bild ist nach Ausweis des Wappens unter Abt Oswald Binder (1511–27) entstanden.

Textkritischer Apparat

  1. Moderne Inschrift: Sts. Sebastianus // Sta. Maria / ·1·4·9·6· // · Sts. Vitus · .
  2. Initiale rot ausgezeichnet.
  3. Über dem ersten e ein i-Punkt; and xii vermutlich Restaurierungsfehler, ursprünglicher Wortlaut unklar.

Anmerkungen

  1. 1984 nach dem Vorbild des gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlorengegangenen Originals angefertigt. Die Heiligennamen wurden bewußt abgeändert, da die ursprüngliche Mittelfigur der Muttergottes nicht erhalten ist. Der Zusammenbau des Altars wurde möglich, nachdem die drei Schreinfiguren, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Backnang gekommen waren, 1983 vom Heimat- und Kunstverein Backnang an die ev. Kirchengemeinde zurückgegeben wurden.
  2. Vgl. Kdm Rems-Murr 581f.
  3. In Rot 2 gekreuzte goldene Faßbinder-Hämmer. Dasselbe Wappen findet sich auch am Portal der 1513 unter Abt Oswald Binder umgebauten Kirche von Oberrot, vgl. Fritz, Murrhardt im Spätmittelalter 347.

Nachweise

  1. Schönhuth, Burgen II 251.
  2. OAB Backnang 219.
  3. Keppler 7.
  4. Kdm Rems-Murr 581, 585 (Abb.).

F

Zitierhinweis:
DI 37, Rems-Murr-Kreis, Nr. 66 (Gerhard Fritz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di037h011k0006609.