Die Inschriften des Regensburger Doms (II)

1. Geleitwort, Vorwort, Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

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Geleitwort

Es ist sehr erfreulich, daß die günstige Konstellation, die die Sammlung, Bearbeitung und Edition eines ersten Teilbandes der Inschriften des Regensburger Domes St. Peter ermöglicht hatte, weiterhin gegeben war, so daß bald nach dem Erscheinen des ersten Teiles im Jahre 2008 die Arbeiten am unmittelbar anschließenden zweiten Teilband für die Zeit von 1501-1700 in Angriff genommen werden konnten. Wenn nun dieser mit seinen 332 Inschriften der Öffentlichkeit übergeben werden kann, so ist dies zu allererst dem unermüdlichen Engagement und der Kompetenz der ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Münchener Inschriftenkommission, Frau Walburga Knorr, zu danken, die hiermit nunmehr schon den dritten Regensburger Inschriftenband vorlegte, nachdem sie bereits 1996 den von ihr maßgeblich erarbeiteten ersten Band mit den epigraphischen Denkmälern der Minoritenkirche hatte erscheinen lassen können und somit die Arbeiten in Regensburg, der wohl inschriftenreichsten Stadt Deutschlands, nachhaltig in Angriff nahm. Nun stand ihr wiederum - wie schon beim ersten Domband - mit Herrn Werner Mayer, ebenfalls einem ehrenamtlichen Mitarbeiter, ein tüchtiger Partner zur Seite. Beiden gilt der besondere Dank der Kommission, nicht zuletzt auch für die enge Kooperation mit den Mitarbeiterinnen der Münchener Arbeitsstelle, Frau Dr. Christine Steininger und Frau Dr. Ramona Baltolu, die in dankenswerter Weise stets mit Rat und Tat, insbesonders bei abschließenden Fragen des Redaktionellen, zur Verfügung standen.

Dieser Band, der wie der erste Band ebenso zu über 70 Prozent im Original erhaltene Inskriptionen enthält, übrigens ein vergleichsweise hoher Prozentsatz, ist wieder im Rahmen des "Akademienprogramms" unter der Obhut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ihrer für den Freistaat Bayern zuständigen "Kommission für die Herausgabe der deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit" gefördert und publiziert worden. Ganz entscheidend für eine solide finanzielle Ausstattung des Unternehmens war aber neuerlich nicht nur die ideelle, sondern ganz wesentlich die materielle Unterstützung durch das Domkapitel sowie die Zuwendungen durch die Regensburger Domstiftung und die Sparkasse Regensburg.

Ein Vorhaben wie dieses, das als Grundlagenforschung Basis für zahlreiche weitere Arbeiten zur Stadt- und Kirchengeschichte Regensburgs ist sowie wesentliches Vergleichsmaterial zur Erforschung der epigraphischen Denkmäler im Rahmen des deutschen Inschriftenwerks insgesamt und darüber hinaus bietet, ist auf mannigfache Unterstützung angewiesen. Besonderer Dank gilt hierbei dem wissenschaftlichen Betreuer und Leiter vor Ort, Herrn Prof. Dr. Albert Dietl, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, der stets seine Unterstützung und Beratung einbrachte. Beiträge innerhalb des Bandes steuerten zur frühneuzeitlichen Schriftgeschichte Frau Dr. Ramona Baltolu (Inschriftenkommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften) und Herr Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel (Epigraphisches Forschungs- und Dokumentationszentrum an der LMU München) und zur Geschichte des Domes in Spätmittelalter und Barockzeit Herr Dr. Friedrich Fuchs (Diözesanmuseum Regensburg) und Frau Angelika Wellnhofer M.A. bei. In den Dank der Kommission seien nicht weniger folgende Institutionen und ihre maßgeblichen Persönlichkeiten eingeschlossen: Monsignore Dr. Paul Mai (Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg) und seiner Nachfolgerin Frau Dr. Camilla Weber sowie deren Mitarbeiter, die Mitarbeitern des Stadtarchivs Regensburg generell, weiters Herr Dr. Peter Styra (Fürstlich-Thun- und Taxische Hofbibliothek), Herr Dr. Peter German-Bauer (Museen der Stadt Regensburg) und Dr. Bernhard Lübbers (Staatliche Bibliothek Regensburg) sowie zahlreiche weitere Damen und Herren, die zum Gelingen des Werkes ihre Hilfe gewährten.

Inschriften als aussagekräftige Denkmäler für die verschiedensten Lebensbereiche sind als höchst wertvolle Quellen für die Lebenswelt früherer Generationen nicht wegzudenken. Sie verdienen unsere Fürsorge und wissenschaftliche Aufarbeitung. Es ist zu hoffen, daß aus dem reichen Inschriftenschatz Regensburgs noch weitere Bände in Zukunft vorgelegt werden können.

München, im September 2015
Walter Koch
Vorsitzender der Kommission

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Vorwort

In diesem zweiten Band der Inschriften des Regensburger Doms ist der Zeitraum von 1501 bis 1700 bearbeitet. Das Jahr 1500, mit dem die Bearbeitung der Inschriftendenkmäler des ersten Dombandes endet, stellt weder unter historischen, kunsthistorischen, noch unter epigraphischen Aspekten eine Zäsur dar. Ausschließlich die Fülle des Materials machte die Teilung in zwei Bände notwendig.

Trotz der umfangreichen Umgestaltungen des Dominnenraums im Zuge der Barockisierung im 17. Jahrhundert und der Regotisierung und Purifizierung im 19. Jahrhundert – dem größten Eingriff in den Denkmalbestand – sind über 70 % der Inschriftendenkmäler im Original vorhanden. Mit der Bearbeitung der kopialen Überlieferung kann ein Überblick über den Gesamtbestand geboten werden.

Bei allen Problemen war uns Prof. Dr. Albert Dietl (Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg), der Leiter des Inschriftenprojektes vor Ort, ein sehr hilfsbereiter und stets präsenter Ansprechpartner. Ihm gilt unser besonderer Dank.

Den Mitarbeiterinnen der Inschriftenkommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Christine Steininger und der Mitautorin Dr. Ramona Baltolu, die uns mit ihrer Fachkompetenz und ihrer Geduld immer zur Seite standen, sind wir zu großem Dank verpflichtet.

Bei Dr. Uwe Dubielzig, München, bedanken wir uns für die Übersetzungen der vor allem ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sehr komplizierten lateinischen Inschriften.

Für die stets problemlose Zusammenarbeit ist zu danken, allen voran, Monsignore Dr. Paul Mai und seiner Nachfolgerin Dr. Camilla Weber sowie deren Mitarbeitern am Bischöflichen Zentralarchiv, Dr. Peter Styra (Fürstlich-Thurn-und-Taxissche Hofbibliothek), Dr. Peter German-Bauer (Museen der Stadt Regensburg), Dr. Herman Reidl (Diözesanmuseum Regensburg), Dr. Bernhard Lübbers (Staatliche Bibliothek Regensburg) und den Mitarbeitern des Archivs der Stadt Regensburg und der Universitätsbibliothek.

Prof. Dr. Achim Hubel hat die Arbeiten an diesem Projekt von Anfang an mit Begeisterung und viel Zuspruch unterstützt.

Herr Baudirektor Hans Weber (Staatliches Bauamt Regensburg) sicherte den problemlosen und unbürokratischen Zugang zu allen Objekten. Durch tatkräftige Hilfe haben die Mitarbeiter der Dombauhütte unter der Leitung von Herrn Helmut Stuhlfelder die Arbeiten vor Ort erleichtert und durch ihre wertvollen Hinweise über den Verbleib zahlreicher bislang nicht auffindbarer Objekte zur Vervollständigung der Sammlung beigetragen. Sie sorgten für beste Arbeitsbedingungen während der ganzen Zeit. Ihnen sei besonders gedankt.

Erst dem besonderen Einsatz des Dompropstes Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner und des Regensburger Domkapitels ist es zu verdanken, dass dieses Projekt auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden konnte. Die Zuwendungen der Regensburger Domstiftung, vertreten durch Herrn Regierungspräsident a. D. Dr. Wilhelm Weidinger, und die Spende der Sparkasse Regensburg, genehmigt von dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Franz Xaver Lintl, garantierten die Fertigstellung. Herzlichen Dank.

Durch die Bereitstellung eines großen Teiles des Photomaterials und seine fachmännische Beratung erleichterte Dr. Volker Liedke von Anfang an die Bearbeitung. Auch auf die bereits vorhandenen Bestände von Herrn Peter Ferstl (Presse- und Informationsstelle der Stadt Regensburg) und Frau Isolde Schmidt (Archiv des staatlichen Bauamtes Regensburg) konnte zurückgegriffen werden. Die Anfertigung der im Laufe der Arbeiten anfallenden Abbildungen lag in den Händen [Druckseite 10] von Frau Julia Knorr und Herrn Clemens Mayer. Für die graphische Gestaltung des Umschlages danken wir Frau Heike Jörss.

Für die stetige Unterstützung und Hilfsbereitschaft bei allen anfallenden Problemen bedanken wir und ganz herzlich bei Frau Bianca Marzocca, Generalsekretärin der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München.

Ohne die tatkräftige Unterstützung des Vorsitzenden der Inschriftenkommission, Prof. Dr. Walter Koch, hätten die Arbeiten so nicht stattfinden können. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich und hoffen auf eine Fortführung der Bearbeitung der Regensburger Inschriften.

Walburga Knorr und Werner Mayer

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1. Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

Der vorliegende Band enthält den zweiten Teil der Inschriften des gesamten Dombezirks, d.h. der Domkirche, des Kreuzganges, des ehemaligen Domfriedhofes und aller zum Dombezirk gehörender Gebäude, ab dem Jahr 1501 bis zum Jahre 1700.

Die Edition folgt den Richtlinien des deutschen Inschriftenwerks, wie sie 1991 von Walter Koch für die Münchner Reihe zusammengestellt worden sind.

Die Edition umfasst sowohl die im Original erhaltenen als auch die nicht mehr original, sondern nur mehr in ungedruckten oder gedruckten Quellen sowie auf Photos oder in Nachzeichnung überlieferten Inschriften. Vollständigkeit der Erfassung wurde soweit als möglich angestrebt.

Objekte, die sich heute in öffentlichen oder privaten Sammlungen des Bearbeitungsgebietes, aber auch in Kollektionen außerhalb des Erfassungsraumes befinden, aber nachweislich aus demselben stammen, wurden in vertretbaren Einzelfällen berücksichtigt, wenn sie erst nach dem Erfassungszeitraum aus dem Bearbeitungsgebiet verbracht wurden.

Es wurden einige Inschriftendenkmäler im Dombereich bearbeitet und in den Katalog aufgenommen, deren Provenienzen nur zum Teil geklärt werden konnten.

Grundsätzlich ausgeschlossen blieben Inskriptionen auf Münzen, Medaillen, Siegeln bzw. Typaren, ferner auch Punzierungen sowie schriftliche Äußerungen epigraphischen Charakters, die Bestandteil von Handschriften, Druckwerken oder deren Einbänden sind. Marken, Haus-, Künstler- und Meisterzeichen sowie Monogramm und Einzelbuchstaben sind nur erfasst, wenn sie mit einer Inschrift oder Jahreszahl in Verbindung stehen.

Denkmäler mit heute völlig zerstörten und nirgends sonst überlieferten Inschriften sowie Nachrichten über verlorene Inskriptionen ohne Textüberlieferung wurden nicht berücksichtigt.

Die Inschriften werden im Katalogteil in chronologischer Folge geboten. Ihre Präsentation erfolgt nach einem einheitlichen Schema.

Die Kopfzeile gibt links die laufende Nummer im Rahmen der Edition an. Ein lateinisches Kreuz neben der Zahl kennzeichnet nicht mehr im Original erhaltene Inschriften. In der Mitte der Kopfzeile ist der heutige bzw. der letzte bekannte Aufstellungsort der Inschrift angegeben. Am rechten Ende der Kopfzeile steht die Datierung. Sie ist nach Möglichkeit dem Inschriftentext entnommen. Bei offenkundigem Auseinanderklaffen zwischen einem im Text angegebenen Datum und der tatsächlichen Entstehungszeit der Inschrift werden beide Termine – durch Schrägstrich getrennt – angeführt. Erschlossene Daten sind zwischen runde Klammern gesetzt. Können Denkmäler nur einer bestimmten Zeitspanne zugeordnet werden, sind sie – gegebenenfalls mit Fragezeichen versehen – jeweils am Ende des ermittelten Zeitraumes eingeordnet.

In dem auf die Kopfzeile folgenden beschreibenden Teil finden sich zunächst die Nennung des Inschriftenträgers, des Inschriftentypus und gegebenenfalls von Personen, denen er zugeordnet werden kann, ferner die präzise Angabe des Standorts, Hinweise auf frühere Standorte, eine Kurzbeschreibung des Inschriftenträgers sowie Bemerkungen zu Material, Anbringung der Inschrift und Erhaltungszustand des Denkmals. Stehen mehrere Inschriften auf einem Träger, so werden diese mit römischen Zahlzeichen bezeichnet. Die Beschreibung des Inschriftenträgers erfolgt vom Betrachter aus. Nur bei Wappenbeschreibungen wird nach den Regeln der Heraldik verfahren. Die Beschreibung schließt mit Maßangaben zu Inschriftenträger und Inschrift ab. Die Schrifthöhe ist nach dem Normalwert des Buchstabens N bzw. n angegeben. Erhebliche Schwankungen werden durch die Angabe der Extremwerte vermerkt. Die Angabe der Schriftart ist typisierend. Vor der Textedition kopial überlieferter Inschriften ist die maßgebliche Quelle genannt.

In der Textedition sind Zeilenumbrüche durch Schrägstrich gekennzeichnet. Doppelte Schrägstriche markieren die Unterbrechung des Textes oder seinen Übergang auf ein anderes Inschriftenfeld. Metrische oder gereimte Texte sind versweise geboten. Gekürzte Wörter sind in originalen Inschriften nach Möglichkeit zwischen runden Klammern aufgelöst, wobei das Kürzungszeichen selbst entfällt. Worttrennzeichen sind durch Punkte in halber Höhe wiedergegeben und gegebenenfalls in Apparat oder Kommentar beschrieben. Darunter gesetzte Bögen kennzeichnen [Druckseite 12] Nexus litterarum, Ligaturen und Bogenverbindungen. Erhaltene, aber in ihrer Lesung nicht ganz sichere Buchstaben sind unterpunktiert. Zur Kennzeichnung zerstörter Textteile dienen eckige Klammern. Ist eine Ergänzung nicht möglich, wird die ungefähre Anzahl der ausgefallenen Buchstaben durch Punkte innerhalb der Klammern wiedergegeben. Bei umfangreicheren oder in ihrer Dimension ungewissen Verlusten sind drei Gedankenstriche gesetzt. Ursprünglich freigelassene Stellen sowie nachträgliche Ergänzungen sind durch spitze Klammern gekennzeichnet.

An den Wortlaut der Inschrift schließt sich der textkritische Apparat, gegebenenfalls der Nachweis von Zitaten sowie die Übersetzung der fremdsprachigen Texte an. Es folgt die Auflösung der nicht nach der fortlaufenden Tageszählung angegebenen Datierungen und die Benennung bekannter und unbekannter Wappen.

Der Kommentar enthält gegebenenfalls notwendige Hinweise zu Schrift, Sprache, Formular, kunsthistorischen Fragestellungen und zur chronologischen Einordnung, insbesondere aber Erläuterungen zu den genannten Personen und zum historischen Umfeld.

Es folgt ein Anmerkungsapparat, der Zitate aus der Literatur, Nachweise und ergänzende Erläuterungen zu Beschreibung und Kommentar sowie die Blasonierung unbekannter Wappen bietet. Abgeschlossen wird jede Katalognummer durch ein Literaturverzeichnis, das in chronologischer Folge Abschriften, Abdrucke sowie Abbildungen und wesentliche Arbeiten über die Inschrift nachweist.

Anhang

Während der Bearbeitungszeit dieses Bandes wurden Inschriftendenkmäler aufgefunden, die von den Datierungen her in den ersten Band der Dominschriften gehören. Diese Inschriften sind von A1 bis A14 bezeichnet und sind am Ende des Katalogteils ediert. Für jede Nummer ist die chronologische Einordnung im ersten Band vermerkt.