Forschungsstelle Göttingen

  • Leiterin der Forschungsstelle: Dr. Christine Wulf
  • Freie Mitarbeiterin: Dr. Sabine Wehking
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Katharina Kagerer, Dr. Jörg H. Lampe
  • Anschrift: Akademie der Wissenschaften, Inschriftenkommission, Geiststraße 10, 37073 Göttingen
  • Telefon: 0551 / 39-21550, 0551 / 39-21549
  • E-Mail
  • inschriften.adw-goe.de

Die Göttinger Arbeitsstelle hat in einer ersten Arbeitsphase von 1970 bis 1981 die niedersächsischen Kunstdenkmälerinventare und lokalhistorischen Publikationen im Hinblick auf die darin enthaltene Inschriftenüberlieferung ausgewertet. Auf der Basis dieser Sammlung entstand ein etwa 10.000 Nummern umfassendes Archiv der niedersächsischen Inschriften, das durch Register erschlossen ist. Parallel dazu begann 1975 eine zweite Arbeitsphase, in der einzelne Inschriftenbestände nach Maßgabe eines Projektplans bearbeitet und anschließend publiziert werden.

Für Niedersachsen sind Editionen der Inschriften folgender Städte erschienen: Göttingen (1980), Lüneburg, St. Michaeliskloster u. Kloster Lüne bis 1550 (1984), Osnabrück (1988), Hameln (1990), Braunschweig bis 1528 (1993), Hannover (1993), Einbeck (1996), Goslar (1998), Braunschweig 1529–1671 (2001), Hildesheim (2003), Helmstedt (2005), Lüneburg (2017). Seit 2006 sind auch die Inschriften einzelner Landkreise erschienen: Göttingen (2006), Holzminden (2012), Hildesheim (2014), Northeim (2016), Schaumburg (2018), Altkreis Osterode (2019). Als Sonderbestand wurden die Inschriften der Lüneburger Klöster Ebstorf, Isenhagen, Lüne, Medingen, Walsrode und Wienhausen im Jahr 2009 publiziert. Derzeit in Bearbeitung sind die Landkreise in der Umgebung von Lüneburg: Harburg, Uelzen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und der Heidekreis; außerdem: Wolfenbüttel mit der Stadt Salzgitter, Nienburg und Hameln-Pyrmont.

Die Arbeitsstelle wählt seit 2015 schwerpunktmäßig Landkreise aus, die mit der für das Gesamtprojekt vereinbarten Themenbrücke "Residenzen" verbunden sind, wie z. B. Osterode, Schaumburg, Nienburg, Wolfenbüttel. Weitere Prioritäten werden bei Landkreisen gesetzt, in denen bedeutende Inschriftenbestände aus Klöstern zu erwarten sind: Gandersheim (Lkr. Northeim), Obernkirchen und Möllenbeck (Lkr. Schaumburg), Walkenried (Altkreis Osterode), Heiningen – Ringelheim – Steterburg (Lkr. Wolfenbüttel), Loccum (Lkr. Nienburg) und Fischbeck (Lkr. Hameln-Pyrmont).

Zu den Besonderheiten niedersächsischer Inschriftenbestände gehört die reichhaltige Überlieferung von Hausinschriften aus dem Bereich des Fachwerkbaus. Die ältesten Beispiele stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts; ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts finden sich zunehmend auch längere Inschriften auf Hausbalken, die zum überwiegenden Teil aus Bibelzitaten sowie Sprichwörtern in deutscher und lateinischer Sprache bestehen.

Weiterhin sind die zahlreichen großflächigen Textilien mit umfangreichen Text-Bild-Programmen hervorzuheben, die sich vor allem in den niedersächsischen Frauenklöstern erhalten haben und einzigartige Zeugnisse für Bildung und Frömmigkeit in den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Frauenkommunitäten darstellen.

Außerdem ist allenthalben eine überraschend große Zahl an lateinischen Versinschriften zu beobachten, die als Folge des reformatorischen Bildungsimpulses sowohl den städtischen Gemeinwesen selbst als auch den Angehörigen der bürgerlichen Führungseliten als Mittel der Selbstrepräsentation gedient haben.

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