Inschriftenkatalog: Stadt Osnabrück

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 26: Stadt Osnabrück (1988)

Nr. 106 Rathaus 1554

Beschreibung

Rückwand des Gestühls an der Südseite des Friedenssaals. Eichenholz. Die Rückwand ist durch geschnitzte Ornamentfelder verziert, in den drei mittleren Feldern befindet sich je ein Wappenschild: links das Wappen des Bürgermeisters Heinrich Storck – links ein Storch, rechts eine Hausmarke (H3) mit Initialen (A) –, in der Mitte das Osnabrücker Rad, darunter die Jahreszahl (B), rechts die Hausmarke (H 4) des Bürgermeisters Lukas von Endehoven mit dessen Initialen (C). Die Wappen der Bürgermeister werden durch einen Löwen bzw. durch einen Greif gehalten, das Stadtwappen durch zwei Löwen. Darüber in einem länglichen Feld unter einem Engelskopf ein Schriftband (D).

Maße: H.: 49 cm; B.: 41 cm; Bu.: 3 cm (Felder unten). H.: 17 cm; B.: 84 cm; Bu.: 3 cm (Feld oben).

Schriftart(en): Frühhumanistische Kapitalis.

DI  26, Nr. 106 - Osnabrück, Rathaus - 1554

 Sabine Wehking [1/3]

  1. A

    H · S

  2. B

    1554

  3. C

    L V E

  4. D

    V(erbum) D(omini) M(anet) I(n) E(ternum)1)

Übersetzung:

Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. (D)

Kommentar

Heinrich Storck bekleidete das Amt des Bürgermeisters der Altstadt von 1541 bis 15582), Lukas von Endehoven von 1550 bis 15593), die Errichtung des Gestühls fällt also in die gemeinsame Amtszeit der beiden Bürgermeister4).

Anmerkungen

  1. Is. 40,8.
  2. Dies ergibt sich aus den Eintragungen im Bürgerbuch der Altstadt, StAO Dep. 3 b IV, Nr. 354, fol. 136v (1541) und fol. 142v (1558).
  3. Ebd., fol. 139v (1550), fol. 143v (1559).
  4. Die Angabe Stüves, Hochstift, Bd. 2, S. 176, die Bürgermeister Heinrich Storck und Jobst Roland seien Mitte der 50er Jahre gestorben und an ihre Stelle Jobst Barnefur und Lukas von Endehoven getreten, ist nicht korrekt.

Nachweise

  1. Mithoff, S. 131 (nur B).
  2. Siebern/Fink, S. 229, Abb. Fig. 219.

Zitierhinweis:
DI 26, Stadt Osnabrück, Nr. 106 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di026g003k0010603.