Inschriftenkatalog: Stadt Osnabrück

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 26: Stadt Osnabrück (1988)

Nr. 31 St. Johanniskirche Anfang 15. Jh.

Beschreibung

Kelch. Silber, vergoldet. Der schlichte, kreisrunde Fuß ist durch ein aufgelegtes, heute leicht beschädigtes Kruzifix verziert. Oberhalb des Kruzifixes befindet sich ein durch vier Halterungen gefaßter Turmalin. Der kreisförmige Schaft ist ober- und unterhalb des Nodus mit Rosetten geschmückt, der Nodus selbst ist oben und unten durch Maßwerk in Form von Fischblasenornamenten durchbrochen. Auf sechs rhombenförmigen Rotuli befindet sich je ein Buchstabe der Inschrift (A). Die Kuppa ist schlicht. Unter dem Fuß sind die Inschriften (B) und (C) – wohl aus jüngerer Zeit (vgl. Nr. 29 und 30) – eingraviert.

Maße: H.: 16,5 cm; Dm.: 13,7 cm (Fuß), 11,5 cm (Kuppa); Bu.: 0,9 cm (A), 0,5 cm (B), 0,4 cm (C).

Schriftart(en): Gotische Minuskel (A), Kapitalis (B).

DI  26, Nr. 31 - Osnabrück, St. Johanniskirche - Anfang 15. Jh.

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    ihesus

  2. B

    S(ANCTI) · IACOBI · MAI(ORIS) :

  3. C

    N : 7

Kommentar

Der zum Altar S. Jacobi mai. gehörige Kelch ist in dem Inventar der Johanniskirche von 1634 aufgeführt1). Anläßlich dieser Inventarisierung könnten die Inschriften (B) und (C) angebracht worden sein. Der Altar S. Jacobi mai. befand sich im nördlichen Seitenschiff der Johanniskirche2) und blieb über die Zusammenlegung von Altären durch Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg im Jahr 1628 hinaus bestehen3).

Anmerkungen

  1. Gedr. bei Borchers, Kirchenschatz, S. 121.
  2. Vgl. den Lageplan der Altäre aus dem Jahr 1540, StAO Rep. 100, Abschn. 335, Nr. 25.
  3. StAO Rep. 100, Abschn. 335, Nr. 56, fol. 6r.

Nachweise

  1. Siebern/Fink, S. 110, Abb. Fig. 126.
  2. Borchers, Kirchenschatz, S. 140, Abb. 15.

Zitierhinweis:
DI 26, Stadt Osnabrück, Nr. 31 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di026g003k0003101.