Inschriftenkatalog: Odenwaldkreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 63: Odenwaldkreis (2005)

Nr. 282 Fränkisch-Crumbach, Evangelische Kirche 1627

Beschreibung

Grabplatte des Philipp Georg von Rodenstein. Die Platte aus rotem Sandstein wurde 1974 bei der Renovierung der Kirche im Boden des Langhauses unter dem Gestühl gefunden und hängt heute innen an der Nordwand des Langhauses.1) Im Feld ist oben auf einer Tafel die Spruchinschrift (B) angebracht. Darunter folgen zwei Vollwappen, unter denen sich eine Kartusche mit dem Bibelzitat (C) befindet. Die Grabinschrift (A) läuft auf dem Rand um. Als Worttrenner dienen Dreiecke und doppelte Schrägstriche. In den Ecken der Platte sitzen vier Wappenschilde.

Maße: H. 186, B. 95,5, Bu. 4,3 (A), 3,6 (B), 4 (C) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 63, Nr. 282 - Fränkisch-Crumbach, Evangelische Kirche - 1627

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Thomas G. Tempel) [1/2]

  1. A

    ANNO · DOMINI · 1627 · / DEN · 29 · IVLI · STARB · DER · WOHLEDEL · VND · GESTRENG · PHILIPS · GEORG / ZV · ROTENSTEIN / · SEINES · ALTTERS · 35a) · IAHR · DEM · GOTT · GENAD ·

  2. B

    KEIN · BOSER · TODT · ZV / ACHTEN · IST ·DES DER / SICH · RECHT GEHAL=/TEN · BEI LEBES · FRIST2) ·

  3. C

    LEBEN WIR, SO LEBEN · / WIR DEM HERRN STER=/BEN · WIR · SO · STERBEN · WIR / DEM · HERRN · DARVMB / WIR · LEBEN · ODER · STER=/BEN · SO · SINT · WIR · DES / HERRN · ROM · AM · / 14 · CAP(ITEL)3) ·

Versmaß: Deutsche Reimverse (B).

Wappen:
RodensteinSchelm von Bergen
RodensteinKottwitz von Aulenbach
BoineburgSchaumberg.

Kommentar

Philipp Georg wurde am 28. September 1592 als Sohn des Georg Balthasar von Rodenstein und der Magdalena Kottwitz von Aulenbach geboren.4) Er ging zunächst an den hanau-lichtenbergischen Hof in Buchsweiler (Elsaß, Dép. Bas-Rhin) und dann an den erbachischen Hof der Grafen zu Erbach. Im Jahr 1624 heiratete er Felizitas Schelm von Bergen, die am 4. Januar 1627 nach der Geburt des zweiten Kindes starb.5)

Textkritischer Apparat

  1. Vor und hinter der Jahreszahl ist als Trennzeichen je ein waagerechter Strich angebracht.

Anmerkungen

  1. Hotz 252.
  2. Paraphrase von Augustinus, De disciplina christiana 12,13: „non potest male mori, qui bene vixerit“; zur Aussage des Satzes und seiner Rezeption vgl. Fuhrmann, Guter Tod 151 f.
  3. Röm 14,8.
  4. Zu seiner Mutter und den damit verbundenen genealogischen Problemen vgl. Nr. 272.
  5. Hotz 252; Kunz 57.

Nachweise

  1. Hotz, Rodensteiner 252 (Auszüge) mit Abb. 15.
  2. Kunz, Der letzte Rodensteiner 57 (A unvollständig/B).

Zitierhinweis:
DI 63, Odenwaldkreis, Nr. 282 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di063mz09k0028207.