Inschriftenkatalog: Odenwaldkreis

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 63: Odenwaldkreis (2005)

Nr. 13 Erbach, Schloß, aus Steinbach (Michelstadt), Einhards-Basilika 1327

Beschreibung

Grabplatte Eberhards VII. Schenk von Erbach. Die Platte aus rotem Sandstein befand sich ursprünglich im Kloster Steinbach und wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts unter Graf Franz I. von Erbach in das Schloß Erbach gebracht, wo sie in der Einhardskapelle aufgestellt ist.1) Im Feld befindet sich ein reliefiertes Vollwappen. Die Inschrift läuft auf dem Rand zwischen Linien um. Als Worttrenner dienen Kreuze und Punkte. Die Platte weist im unteren Drittel der Platte einen waagerechten Bruch auf.

Maße: H. 234, B. 84, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Majuskel.

DI 63, Nr. 13 - Erbach, Schloß, aus Steinbach (Michelstadt), Einhards-Basilika - 1327

 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Brunhild Rittereiser) [1/7]

  1. + A(NNO) DOMINI / + MILLESIMO + CCC + XXVIIa) + IN / WIGILLIAb) / ·c) SANCTId) · GREGORIGIe) · O(BIIT) · EB(ER)HARD(US) P(INCE)R(NA) · M(ILES) D(E) ER(BACH)f)

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1327, am Tag vor dem Fest des heiligen Gregor (11. März) starb Eberhard Schenk, Ritter von Erbach.

Wappen:
Erbach.2)

Kommentar

Die unbeholfen gearbeiteten Buchstaben sind teils flächig und teils nur in Kontur ausgeführt, wodurch ein uneinheitliches und unruhiges Schriftbild entsteht. Das C besitzt keinen Abschlußstrich, und der Balkensporn des L ist kurz.

Eberhard VII. entstammte der Ehe Eberhards IV. Schenk von Erbach mit Jutta von Weinsberg und war mit Imagina von Sponheim (Spanheim) verheiratet.3) Er stiftete 20 Malter Korngülte für den Altar der Maria Magdalena im Kloster Steinbach, wo er bestattet wurde, und einen Malter Korngülte an das Karmeliterkloster in Weinheim.4) Seine Grabinschrift wies Schneider versehentlich sowohl Eberhard IV. als auch Eberhard VII. zu, entschied sich aber in einer Korrektur dafür, sie Eberhard IV. zuzuordnen und zog auch die von ihm zunächst richtig angesetzte Ehe mit Imagina von Sponheim wieder in Zweifel.5) Der Fehler bei Schneider führte dazu, daß auch Luck in seiner Genealogie Eberhard VII. zweimal aufführte.6)

Textkritischer Apparat

  1. XXII Schneider 25, 39; Luck 7.
  2. Sic für VIGILIA.
  3. Der Worttrenner ist in Form eines X gestaltet.
  4. Das N ist in Form eines Vierecks ohne Schrägschaft ausgeführt worden; das C ist an den Balken des T ligiert.
  5. Georgii Schneider 25 und 39; Luck 7; Grabinschriften des Hauses Erbach; GIREGOIRIGI Schneider Taf. II,23; Gregorii Luck 11.
  6. Ab Pincerna fehlt der Text bei Gabelkover; bei Schneider 25 und 39, Luck 7 und Grabinschriften des Hauses Erbach reicht der Text bis Pincerna; PIC Schneider Taf. II,23; PI(NCE)R(NA) [..]ER[...] Beeh-Lustenberger; das M vor dem D ist eindeutig; das letzte R ist an den Abschlußstrich des E ligiert.

Anmerkungen

  1. Schneider 25; Schaefer, Kdm. 58.
  2. Im Wappen fehlt die sonst in der Mitte vorhandene waagerechte Teilungslinie.
  3. Möller, Stammtafeln NF I 25 mit Taf. XV; Europ. Stammtafeln NF V, Taf. 1; vgl. zu ihm auch Simon, Geschichte 319 f., wo er als Eberhard V. geführt wird.
  4. Simon, Geschichte 320.
  5. Schneider 25, 39, 353.
  6. Luck 7 und 11.

Nachweise

  1. Gabelkover, Kollektaneen 448.
  2. Schneider, Historie 25, Nr. 5; 39, Nr. 23 und Taf. II,23.
  3. Luck, Historische Genealogie 7, Nr. 6 e und 11, Nr. 29 b.
  4. Grabinschriften des Hauses Erbach (HStAD E 12, Nr. 72/1).
  5. Beeh-Lustenberger, Grabdenkmäler 276, Nr. II,7 mit Abb. Taf. 123.

Zitierhinweis:
DI 63, Odenwaldkreis, Nr. 13 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di063mz09k0001306.