Die Inschriften des Odenwaldkreises

1. Vorwort, Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

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1.1 Geleitwort

Geschichtsquellen zu edieren, ist die vornehmste Aufgabe des Historikers, ihren Text zu sichern, d. h. ihren Wortlaut, ihre Buchstabenfolge verläßlich zu lesen, was bei Inschriften nicht immer leicht ist, und ihre literarische Form zu bestimmen, sodann die Umstände ihrer Entstehung zu eruieren, ihre Datierung festzulegen sowie ihren Inhalt dem modernen Leser verständlich zu machen, d. h. die genannten Personen, Orte, Ereignisse, gelegentlich auch Rechtszustände und Rechtshandlungen zu identifizieren und in ihren historischen Kontext zu stellen, wozu nach dem Selbstverständnis des Inschriften-Corpus auch die Übersetzung der lateinischen Texte ins Deutsche gehört. Bei der Edition von Inschriften geht es naturgemäß auch um die äußere Gestalt der Texte, die Form der Buchstaben und sonstigen verwendeten Zeichen, also die epigraphische Bestimmung und Einordnung in die historische Entwicklung der Schrift. Inschriften sind oft mit Wappen, Bildfiguren der verschiedensten Art oder ganz allgemein mit künstlerischen Gestaltungen verschwistert, die nicht nur notiert, sondern jeweils auch in ihrem eigenen Stellenwert gewürdigt werden wollen. Das macht die Publikation dieser Art von Geschichtsquellen nicht nur schwierig, sondern in vielerlei Hinsicht verdienstvoll, für viele Interessen und Wissenschaften nützlich und anregend.

Dem Corpus der lateinischen und deutschsprachigen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit, an dem die deutschen Akademien der Wissenschaften zusammen mit der österreichischen Akademie seit Jahrzehnten arbeiten, kommt deshalb eine nicht hoch genug zu schätzende Bedeutung zu. Über sechzig Bände sind inzwischen erschienen; aber große und interessante Gebiete harren noch der Bearbeitung. Alle Beteiligten hoffen inständig, daß es auch in schwieriger werdenden Zeiten gelingen möge, die politisch Verantwortlichen von der Größe der Aufgabe, dem wissenschaftlichen Nutzen und der Bedeutung des Unternehmens für unser Geschichtsverständnis zu überzeugen und damit wohl oder übel auch die lange Dauer zu akzeptieren, ohne die solch große wissenschaftliche Unternehmungen nicht gedeihen können.

Die Inschriften-Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sieht sich in der glücklichen Lage, als Band 63 der Deutschen Inschriften die des hessischen Odenwaldkreises vorlegen zu können. Der Band ist das Werk von Sebastian Scholz, eines durch langjährige wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet erfahrenen und kenntnisreichen Bearbeiters, dem bereits zwei hessische Bände verdankt werden: 1994 die Inschriften des Landkreises Bergstraße und 1999 die der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Die südlichen Kreise des Bundeslandes Hessen sind damit erschlossen. Mit den bereits früher erschienenen Bänden über Fritzlar, den Rheingau-Taunus-Kreis und die Inschriften der Stadt Wiesbaden liegen für Hessen jetzt insgesamt sechs Bände vor.

Dr. Scholz hat im Odenwaldkreis 312 Inschriften vom 12. Jahrhundert bis in die Zeit um 1650 gesammelt, gelesen, transkribiert, viele übersetzt, alle philologisch, epigraphisch und historisch erläutert. Dafür gebührt ihm Dank und die Anerkennung nicht nur der Akademie, sondern aller an der Geschichte dieser Gegend Interessierten. Allein 160 Inschriften stammen von Grabsteinen oder Epitaphien, vorwiegend der Schenken und Grafen von Erbach, dem jahrhundertelang bestimmenden Geschlecht dieses Gebietes, also Denkmälern, die auch wegen ihrer bildlichen Darstellungen, ihrer genealogischen Angaben und ihres heraldischen Schmuckes von Interesse sind. 21 Inschriften stammen von Glocken, der größte Teil der übrigen sind Bauinschriften, also gleichermaßen für die Orts- wie für die Baugeschichte von Bedeutung. Eine umfassende historische Einleitung bietet eine profunde Geschichte des Gebietes um den Odenwald im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, der wichtigsten Klöster und Herrschaften, ihrer Entstehung, ihres Aufstieges, ihrer beherrschenden Stellung und nicht selten auch ihres Niederganges. Die Geschichte und Konsolidierung der Herrschaft der Erbacher, deren Anfängen der Autor 2004 eine eigene Studie gewidmet hat, gewinnt dabei naturgemäß besonderes Gewicht.

Nach dem Bearbeiter gilt der Dank der Kommision den Photographen der Arbeitsstelle Brunhild Rittereiser und Thomas G. Tempel, Herrn Tempel auch für die Gestaltung des Abbildungsteiles. Die [Druckseite VIII] Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen hat durch Vermittlung von Herrn Landrat Horst Schnur einen namhaften Beitrag zur Deckung der Druckkosten beigesteuert; auf diese Weise war es möglich, den Band in größerem Umfang mit Abbildungen auszustatten, was der Anschaulichkeit seines Inhaltes und der Akzeptanz in einer breiten Öffentlichkeit gewiß förderlich ist.

Mainz, im Februar 2005

für die Inschriften-Kommission der Mainzer Akademie

Rainer Kahsnitz

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1.2 Vorwort

Der vorliegende Band enthält die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des Odenwaldkreises bis zum Jahr 1650. Nachdem mein Kollege Dr. Eberhard J. Nikitsch 1990 im Auftrag der Inschriften-Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz eine Photoinventarisierung der Grabdenkmäler durchgeführt hatte, die sich in der Stadtkirche von Michelstadt befinden, wurde im Winter 1999 mit der Bearbeitung des ganzen Landkreises begonnen. Vom April 2001 bis zum Juni 2002 mußte die Arbeit jedoch unterbrochen werden, da ich in dieser Zeit mit einem Stipendium der Walter und Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung meine Habilitationsarbeit fertigstellte. Zu Beginn des Jahres 2005 konnte der Editionsband dann abgeschlossen werden. Zusammen mit den zuvor veröffentlichten Bänden "Die Inschriften des Landkreises Bergstraße" (DI 38) und "Die Inschriften der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau" (DI 49) ist damit ein großer geschlossener Inschriftenbestand in Südhessen dokumentiert.

Bei der Erarbeitung des Bandes haben mir viele Menschen, die hier oder an entsprechender Stelle im Katalog genannt sind, ihre Hilfe zuteil werden lassen und dadurch wesentlich zum Gelingen des Vorhabens beigetragen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.

Herr Landrat Horst Schnur hat das Projekt mit Interesse und großer Hilfsbereitschaft gefördert und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisarchivs des Odenwaldkreises haben mich zuvorkommend bei meiner Arbeit unterstützt. Die Leiterin des Kreisarchivs, Frau Anja Hering, stand stets als Ansprechpartnerin zur Verfügung, stellte Kontakte her und machte mich immer wieder auf wichtige Archivalien und Literatur aufmerksam. Seine Erlaucht Graf Eberhard zu Erbach-Erbach machte mir in großzügiger Weise sein Schloß und die zugehörige Sammlung zugänglich, und der gräfliche Kammersekretär Herr Andreas Heim war mir bei den Arbeiten im Schloß Erbach stets behilflich. Seine Erlaucht Graf Raimund zu Erbach-Fürstenau unterstützte mich in jeder Weise bei meinen Forschungen in Schloß Fürstenau.

Frau Susanne Kern (Bodenheim/Rhein) sowie die Herren Prof. Dr. Friedrich Karl Azzola (Trebur), Dr. Uwe Gast (Corpus Vitrearum Medii Aevi, Freiburg), Heinrich Helm (Breuberg-Neustadt), Jörg Poettgen (Overath), Dr. Peter W. Sattler (Unter-Mossau, Mossautal) und Uli Steiger (Plankstadt) haben mir durch Hinweise, Gespräche und Unterstützung vor Ort geholfen, manche Inschrift aufzufinden und Probleme verschiedenster Art zu klären. Die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Pfarrämter, die hier nicht alle namentlich genannt werden können, haben mir geduldig immer wieder auch zu unpassenden Zeiten ihre Kirchen geöffnet und mich freundlich unterstützt.

Besonders zu danken habe ich Herrn Dr. Harald Drös von der Inschriftenkommission der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er stand nicht nur als bewährter Ansprechpartner für Fragen der Heraldik zur Verfügung, sondern sah das ganze Manuskript sorgfältig durch und steuerte wichtige Korrekturen, Ergänzungen und Anregungen bei. Zudem zeichnete er die Vorlagen für die Tafeln der Steinmetzzeichen.

Herr Olaf Meding, dem Lektor der Mainzer Akademie, danke ich für seine kompetente Hilfe bei der technischen Herstellung.

Zuletzt möchte ich den Kollegen der Mainzer Arbeitsstelle meinen herzlichen Dank aussprechen. Die Photographen Frau Brunhild Rittereiser und Herr Thomas G. Tempel sorgten für hervorragende Photos, und Herr Tempel übernahm auch die digitale Bearbeitung und das Layout des Abbildungsteils. Frau Gepa Spitzner und Frau Christiane Wessels lasen Teile des Manuskripts Korrektur und standen mir zudem als Ratgeber bei kunsthistorischen Fragen zur Seite. Frau Dr. Yvonne Monsees und Herr Dr. Eberhard J. Nikitsch lasen das Manuskript Korrektur. Herr Nikitsch diskutierte mit mir zudem die unterschiedlichsten Probleme des Inschriftenbandes und seine Verbesserungsvorschläge und Anregungen kamen dem Band in vielfältiger Weise zu Gute. Die größte Arbeitslast an Korrekturen übernahm aber wiederum Dr. Rüdiger Fuchs, der mir nicht nur als unermüdlicher Ratgeber beständig bei der Lösung vieler epigraphischer und methodischer Probleme half, sondern [Druckseite X] auch die einzelnen Lesungen sowie das ganze Manuskript einer detaillierten kritischen Überprüfung unterzog.

Der abschließende Dank gebührt Herrn Prof. Dr. Rainer Kahsnitz (Berlin) als Vorsitzendem der Inschriften-Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der die Entstehung des Bandes mit hilfreichen Anregungen und förderndem Interesse begleitete.

Mainz, im Februar 2005

Sebastian Scholz

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1.3 Vorbemerkungen und Benutzungshinweise

Die Inschriften des Odenwaldkreises wurden nach den Richtlinien der Interakademischen Kommission für die Herausgabe der Deutschen Inschriften bearbeitet. Der vorliegende Band enthält die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des Kreises in seinen heutigen Grenzen bis zum Jahr 1650. Diese für das Inschriften-Unternehmen allgemein vorgegebene Zeitgrenze erschien insofern sinnvoll, als die Inschriftenproduktion im Bearbeitungsgebiet aufgrund der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges etwa ab der Mitte des 17. Jahrhunderts einen Einschnitt aufweist. Inschriften aus der Zeit vor 1650, deren Träger nachweislich erst später in das Bearbeitungsgebiet gelangten, wurden nicht berücksichtigt.

Aufgenommen wurden alle zugänglichen erhaltenen Inschriften mit ihren Trägern. Nur noch in Abschriften, in Nachzeichnungen, in Drucken oder auf Photos überlieferte Inschriften, die heute verschollen oder verloren sind, wurden ebenfalls ediert.1)

Die Edition beschränkt sich auf jene Inschriften, die nicht Gegenstand von Spezialdisziplinen wie z.B. der Sphragistik und der Numismatik sind.2) Ausgeschlossen blieben nach wie vor die Inschriften aus dem jüdischen Kulturkreis sowie Runen, Steinmetz- und Meisterzeichen, Hausmarken, Goldschmiede- und Beschauzeichen, Monogramme und Einzelbuchstaben, sofern sie nicht in Verbindung zu einer Inschrift stehen. Singulär vorkommende Jahreszahlen wurden nur unter bestimmten Bedingungen aufgenommen.3) Wenn mehrere Jahreszahlen an einem Standort vorhanden waren, wurden sie in einer Sammelnummer zusammengefaßt und unter der frühesten Jahreszahl im Katalog eingeordnet.

Der Katalog ist chronologisch aufgebaut. Seine Artikel gliedern sich in der Regel nach folgendem Schema:

In der Mitte der Kopfzeile steht der Standort der Inschrift. Bei erhaltenen Inschriften wird immer der letztbekannte Standort angegeben.

1 Links in der Kopfzeile steht die fortlaufend gezählte Katalognummer.
Ein Kreuz neben der laufenden Nummer kennzeichnet die nichtoriginal überlieferten Inschriften.
(†) Befinden sich innerhalb einer Nummer erhaltene und nichterhaltene Inschriften, steht das Kreuz in Klammern.
1400 Die Datierung am rechten Rand der Kopfzeile gibt, sofern feststellbar, das Entstehungsjahr der Inschrift an, das nicht immer mit dem Entstehungsjahr des Trägers identisch sein muß. Bei Grabinschriften wird von einer Herstellung im Todesjahr ausgegangen, falls keine Hinweise auf eine andere Datierung vorliegen. Entstanden die Inschriften eines Trägers zu unterschiedlichen Zeiten, so werden die Entstehungsjahre in chronologischer Reihenfolge und durch Kommata getrennt angegeben. Bei einer zufälligen Wiederverwendung des Trägers werden die Inschriften getrennt und unter Verweis auf den Träger unter dem jeweiligen Entstehungsjahr eingeordnet, bei einer bewußt konzipierten Wiederverwendung werden sie gemeinsam unter der frühesten Inschrift ediert. Die Entstehungszeit undatierter Inschriften wurde durch paläographische Untersuchungen der Schrift, durch die Heranziehung historischer Zeugnisse oder mit Hilfe stilistischer [Druckseite XII] Merkmale des Trägers so genau wie möglich bestimmt. Diese Inschriften sind jeweils am Ende des in Frage kommenden Zeitraums eingeordnet.
1400? Unsichere Datierungen sind mit einem Fragezeichen versehen.

Der auf die Kopfzeile folgende Absatz beginnt mit der Benennung von Inschriftenart und Inschriftenträger. Er gibt Informationen zum Material, zum Erhaltungszustand, zur Ikonographie, zur Position der Inschriften am Träger und zu ihrer Ausführung. Außer bei der Blasonierung der Wappen erfolgen die Beschreibungen immer vom Blickpunkt des Betrachters aus.

Bei nichtoriginal überlieferten Inschriften wird die Quelle der Textwiedergabe genannt. Am Schluß des Abschnitts stehen die Maßangaben (in cm) des Inschriftenträgers und der Buchstaben (wenn möglich am klein- bzw. großgeschriebenen N gemessen) und die genaue Schriftbezeichnung. Am Rand steht die zugehörige Nummer der im Tafelteil wiedergegebenen Abbildung.

Bei der Wiedergabe der Inschriftentexte werden folgende Zeichen verwendet:

A, B, C Mehrere Inschriften an demselben Träger werden durch Großbuchstaben unterschieden.
I, II, III Mehrere Inschriften in einer Nummer, die sich nicht an demselben Träger befinden, werden durch römische Ziffern unterschieden.
A† Ein Kreuz hinter dem Buchstaben kennzeichnet die nichtoriginal überlieferten Inschriften, wenn sich innerhalb einer Nummer erhaltene und nichterhaltene Inschriften befinden.
/ Ein Schrägstrich markiert das reale Zeilenende auf dem Träger und auch die Ecken der rechteckigen Umschriftplatten. Die Texte werden fortlaufend wiedergegeben, wenn es sich nicht um metrische Inschriften handelt. Diese sind versweise angeordnet.
// Doppelte Schrägstriche kennzeichnen die Unterbrechung des Textes durch Wappen, Steinmetzzeichen usw. sowie den Übergang auf ein anderes Inschriftenfeld.
( ) Abkürzungen werden unter Auslassung des Kürzungszeichens in runden Klammern aufgelöst.
[ ] Eckige Klammern machen Textverlust, nicht mehr sicher lesbare Stellen, Konjekturen des Bearbeiters und Ergänzungen aus nichtoriginaler Überlieferung kenntlich.
[.....] Ist bei Textverlust eine Ergänzung nicht möglich, zeigen in eckige Klammern gesetzte Punkte die ungefähre Anzahl der fehlenden Buchstaben an.
[- - -] Ist die Länge einer Fehlstelle ungewiß, werden stets nur drei durch Spatien getrennte Bindestriche gesetzt.
〈〉 Bei der Herstellung der Inschrift absichtlich freigelassene Stellen - etwa für später nachzutragende Sterbedaten - sind mit spitzen Klammern kenntlich gemacht, die entweder Punkte oder den tatsächlichen Nachtrag enthalten.
= Worttrennstriche an Zeilenenden und -anfängen originaler Inschriften sind durch Doppelstriche wiedergegeben.
NE Unter die Zeile gesetzte Bögen kennzeichnen Ligaturen. Andere Buchstabenverbindungen sind nicht am Text gekennzeichnet. Sie werden in der Schriftbeschreibung erläutert.
  Worttrenner werden durch Punkte auf der Zeilenmitte oder auf der Grundlinie dargestellt, und ihre Form wird in der Regel beschrieben.

Bei erhaltenen Inschriften wird der erkennbare Buchstabenbestand wiedergegeben. Auf die Wiedergabe des als Zierform dienenden I/i-longa durch J/j wurde verzichtet. Statt dessen steht I/i. Bei Y/y mit dem Lautwert wurde die Schreibweise Y/y beibehalten. Nichtoriginale Überlieferung wird nur dann buchstabengetreu mit Kennzeichnung der Kürzungen ediert, wenn dem Gewährsmann eine textgetreue Übernahme zuzutrauen ist. Andernfalls werden in lateinischen Texten die Worte nach Wörterbuch normalisiert und die Eigennamen groß geschrieben. Deutsche Texte werden der Vorlage entsprechend übernommen. Eventuell vorhandene Kürzungen werden nicht vermerkt.

Dem Text der Inschrift folgen gegebenenfalls eine Übersetzung, die Auflösung des Datums, die Nennung der am Träger befindlichen Wappen und die Angabe des Versmaßes oder der Reimform. Bei Ahnenproben wird die Anordnung der Wappen durch Spaltendruck kenntlich gemacht. Wenn zusätzlich Ehewappen vorhanden sind, stehen diese an erster Stelle. Ist die Anordnung der Wappen bereits aus dem Spaltendruck der Wappenbeischriften ersichtlich, werden in der Wappenzeile die Wappen der linken (heraldisch rechten), und dann durch eine Strichpunkt getrennt die der rechten (heraldisch linken) Seite aufgeführt. In der Literatur nicht nachweisbare, entlegen veröffentlichte oder nur selten vorkommende Wappen werden in den Anmerkungen blasoniert. [Druckseite XIII]

Der Kommentarteil enthält Erläuterungen zum paläographischen Befund, zu philologischen Besonderheiten, zu den genannten Personen, zu historischen Hintergründen und unter Umständen zur kunsthistorischen Einordnung des Trägers. Die Schriftbeschreibungen richten sich nach der „Terminologie zur Schriftbeschreibung“.4)

Der Anmerkungsapparat ist in Buchstaben- und Ziffernanmerkungen unterteilt. Die Buchstabenanmerkungen enthalten textkritische Angaben wie etwa Textvarianten in der Parallelüberlieferung, orthographische Besonderheiten und unsichere Lesarten sowie Bemerkungen zur Position von Textteilen oder Buchstaben. Die Ziffernanmerkungen umfassen Zitat- und Literaturnachweise sowie ergänzende Bemerkungen zum Kommentar.

Das Literaturverzeichnis am Schluß der Katalognummern nennt die wichtigsten Überlieferungen des Inschriftentextes in chronologischer Reihenfolge.

Zitationshinweis:

DI 63, Odenwaldkreis, Einleitung, 1. Vorwort, Vorbemerkungen und Benutzungshinweise (Sebastian Scholz), in: inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di063mz09e004.

  1. Flurdenkmäler, insbesondere Grenzsteine, wurden aufgrund ihrer oft problematischen Standorte nur dann berücksichtigt, wenn sie entweder in situ angetroffen wurden oder in der Literatur behandelt worden waren, vgl. Nrr. 57, 103, 197, 219»
  2. Vgl. Kloos, Einführung 2. »
  3. Vgl. Einleitung Kap. 6. »
  4. DI Terminologie passim. »