Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

G1, Nr. 53 Bad Gandersheim, Stiftskirche 1628–1640

Für eine ältere Fassung dieser Katalognummer, siehe DIO02 Nr. 53

Beschreibung

Zwei Gedenksteine für die Schwestern Sidonia und Sibylla Maria, Gräfinnen von Oldenburg. Die querrechteckigen Steine sind übereinander außen in der zum ehemaligen Stiftsgarten hin gelegenen Wand eingemauert. Der obere Stein mit der in drei Zeilen eingehauenen und mit roter Farbe nachgezogenen Inschrift A ist etwas schmaler als der untere. Der untere trägt die in derselben Weise ausgeführte Inschrift B. Die Buchstabenhöhe beider Inschriften nimmt von oben nach unten ab.

Maße: Inschrift A: H.: 25,5 cm; B.: 57 cm; Bu.: 2,5–4,4 cm. Inschrift B: H.: 22 cm; B.: 61 cm; Bu.: 3–7 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit Versalien.

Gandersheim, Nr. 53 - Bad Gandersheim, Stiftskirche - 1650 o. später

 Inga Finck [1/1]

  1. A

    SIDONIA / COM(ITISSA) DE OLDENB(URG)a) / CANONISSA

  2. B

    SIBYLLA MARIA / COM(ITISSA) DE OLDENBURG / CANONISSA

Übersetzung:

Sidonia, Gräfin von Oldenburg, Kanonisse. (A)

Sibylla Maria, Gräfin von Oldenburg, Kanonisse. (B)

Kommentar

Die Datierung orientiert sich an dem Zeitraum, in dem beide Schwestern Kanonissen in Gandersheim waren.

Sidonia und Sibylla Maria waren Töchter des Grafen Anton II. († 1619) von Oldenburg und der Sibylle Elisabeth, Prinzessin zu Braunschweig-Dannenberg († 1630). Eine weitere Tochter aus dieser Ehe, Catharina Elisabeth, amtierte von 1626 bis 1649 als Äbtissin in Gandersheim.

Sidonia (geb. am 10. Juni 1611) wurde am 29. September 1628 als Kanonisse eingeführt und resignierte ihre Präbende 1641, nachdem sie am 18. Dezember 1640 Äbtissin des Stifts Herford geworden war. Dieses Amt legte sie am 6. Mai 1649 nieder, um Herzog August Philipp zu Schleswig-Holstein- Sonderburg zu heiraten. Sie starb 1650.

Sibylla Maria (geb. 18. Oktober 1608) erhielt am 21. Juni 1626 eine Kanonissenpräbende. Sie starb am 14. September 1640 an der Schwindsucht und wurde am 28. Oktober in der Delmenhorster Stadtkirche begraben.1)

Textkritischer Apparat

  1. N aus M korrigiert.

Anmerkungen

  1. Biographische Daten nach Goetting, Kanonissenstift Gandersheim, S. 348f. u. 384 mit Quellennachweisen.

Nachweise

  1. Kdm. Kreis Gandersheim, S. 158.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, G1, Nr. 53 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017g1005307.